{"id":10560,"date":"2003-07-11T17:06:22","date_gmt":"2003-07-11T17:06:22","guid":{"rendered":".\/?p=10560"},"modified":"2003-07-11T17:06:22","modified_gmt":"2003-07-11T17:06:22","slug":"10560","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2003\/07\/10560\/","title":{"rendered":"Widerstand statt Anpassung!  F&uuml;r k&auml;mpferische Gewerkschaften."},"content":{"rendered":"<p>IG Metall in der Krise: Zwickel und Co schlagen auf Peters ein; Ziel der Pr&uuml;gel sind aber die KollegInnen, die f&uuml;r eine k&auml;mpferische Gangart gegen&uuml;ber den Unternehmern eintreten.<\/p>\n<p>  Flugblatt der SAV vom 11. Juli 2003<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nEine Angriffswelle der Unternehmer und ihrer Politiker rollt durch Deutschland. Die kapitalistische Krise soll von Besch&auml;ftigten und ihren Familien bezahlt werden. Die Agenda 2010 ist der gr&ouml;&szlig;te Angriff auf die soziale Sicherung seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Fl&auml;chentarifvertrag wird sturmreif geschossen, die betriebliche Mitbestimmung attackiert, der K&uuml;ndigungsschutz ins Visier genommen und das Streikrecht in Frage gestellt. Die sozialen Sicherungssysteme werden ausgeh&ouml;lt, die Arbeitsbedingungen verschlechtert, Arbeitspl&auml;tze vernichtet. Die Profite sollen auf Kosten des Lebensstandards erh&ouml;ht werden.<br \/>  Flankiert wird das alles von einer beispiellosen Hetze gegen die Gewerkschaften. Durch eine Schw&auml;chung der Gewerkschaften soll das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis zugunsten der Unternehmer verschoben werden. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Das ist Klassenkampf von oben.<\/span><\/p>\n<p>  Doch statt dagegen zu halten, befinden sich die Gewerkschaften in&nbsp; ihrer tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Rezepte der Vergangenheit sind wirkungslos: An die Stelle der Sozialpartnerschaft haben die Unternehmer ihre Kriegserkl&auml;rung gesetzt. Einzelne Demos und halbherzige Streiktaktiken reichen nicht mehr, um auch nur den bisherigen Lebensstandard zu verteidigen. Jetzt kommt es auf die Gewerkschaftsmitglieder an, einen radikalen Kurswechsel, hin zu k&auml;mpferischen Gewerkschaften, durchzusetzen. Denn die bisherigen Gewerkschafts-Spitzen sind dazu nicht bereit.<br \/>  Im Gegenteil: die Str&ouml;mung der &#x84;Modernisierer&#x93;, die Str&ouml;mung der Zwickels, Teichm&uuml;llers und Hubers, versch&auml;rft die Krise der Gewerkschaften, um sie f&uuml;r ihre Zwecke zu nutzen: Der Sicherung ihrer Spitzen-(Gehalts-)Jobs durch weitere Anbiederung und durch Kapitulation vor den Unternehmern und ihren Politikern. Auch die &#x84;Traditionalisten&#x93; um Peters stehen fest auf dem Boden der Markwirtschaft und haben keine Antwort auf die Krise des kapitalistischen Systems, aber sie stehen f&uuml;r eine reformistische Gewerkschaftspolitik, die zumindest in Grenzen die Auseinandersetzung mit Regierung und Kapital einzugehen bereit ist. Zwickel und Huber stehen f&uuml;r eine offene Kumpanei mit der Regierung und unterst&uuml;tzen die neoliberale Offensive. Zwickel und Co schlagen auf Peters ein; Ziel der Pr&uuml;gel sind aber die KollegInnen, die f&uuml;r eine k&auml;mpferische Gangart gegen&uuml;ber den Unternehmern eintreten.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Neue Arbeiterpartei aufbauen<\/span><\/p>\n<p>  Ein grundlegender Bruch der Gewerkschaften mit der Regierung und mit der SPD ist notwendig. Die Gewerkschaften stehen vor der Entscheidung: Mit SPD und Regierung gegen die Interessen der Besch&auml;ftigten &#x96; wof&uuml;r ganz offensiv die &#x84;Modernisierer&#x93; eintreten &#x96; oder aber Mobilisierung der Mitglieder gegen die neoliberalen Attacken. <br \/>  Eine neue Interessensvertretung der Besch&auml;ftigten auf politischer Ebene, eine neue Arbeiterpartei ist n&ouml;tig. Sie kann die Plattform bieten, gemeinsam K&auml;mpfe zu f&uuml;hren und Erfahrungen auszuwerten, der kapitalistischen Logik von Sozialkahlschlag etwas entgegen setzen und einen Ausweg aus der kapitalistischen Misere aufzuzeigen. Aus den Gewerkschaften heraus muss die Initiative dazu ergriffen werden. Eine solche Partei braucht ein klar anti-kapitalistisches, ein sozialistisches Programm, um nicht in den Strudel des kapitalistischen Niedergangs gezogen zu werden.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Kapitulation im Ost-Metaller-Streik<\/span><\/p>\n<p>  Der Abbruch des Arbeitskampfes in Ostdeutschland durch die F&uuml;hrung der IG Metall hat eine Kluft aufgetan, die tiefer geht als der Machtkampf an der Spitze: Westdeutsche Betriebsratsf&uuml;rsten sabotierten zusammen mit Zwickel und Co einen laufenden Arbeitskampf der eigenen Organisation. Sie riefen zum Streikabbruch auf, gerade als der Streik erste wirtschaftliche Folgen f&uuml;r die Konzerne bewirkte. Sie fielen den ArbeiterInnen, die unter dem Trommelfeuer der Medien, Politik und Unternehmer lagen, offen und &ouml;ffentlich in den R&uuml;cken.<br \/>  Der Streikabbruch war eine darauf folgende Kapitulation. Auch Peters und D&uuml;vel, der Streikleiter, schreckten vor einer Eskalation des Streiks zur&uuml;ck. Die Alternative w&auml;re gewesen, die volle Kampfkraft zu nutzen: alle MetallerInnen im Osten h&auml;tten zum Streik aufgerufen und die Auseinandersetzung auf den Westen und den Kampf gegen die Angriffe insgesamt ausgedehnt werden m&uuml;ssen. Peters und Co verfolgten aber von Anfang an das Konzept der &#x84;Flexi-Taktik&#x93;. Sie hatten Angst, die Stimmung und Kampfbereitschaft der KollegInnen sonst nicht mehr unter Kontrolle halten zu k&ouml;nnen.<br \/>  Doch in der jetzigen Auseinandersetzung geht es darum, die &#x84;Modernisierer&#x93; zu stoppen und eine weitere Zerst&ouml;rung der Gewerkschaften als Kampfinstrumente der Besch&auml;ftigten zu verhindern. <br \/>  Sonst droht ein Durchmarsch nicht nur der rechten Gewerkschaftsf&uuml;hrer sondern auch der Arbeitgeber und ihrer Politiker: Sichtbar war das schon bei den katastrophalen Abschl&uuml;ssen im &ouml;ffentlichen Dienst in Berlin (Einkommensverluste f&uuml;r die Besch&auml;ftigten zwischen 8 und 12 Prozent) und bei der Post (Arbeitszeitverl&auml;ngerung bis zu 48 Stunden pro Woche im Zustelldienst) unmittelbar nach der Ost-Metall-Niederlage. <br \/>  Dies verdeutlicht aber auch, dass die Krise der IG Metall eine Krise der gesamten Gewerkschaftsbewegung in Deutschland sichtbar gemacht hat. Das geht alle Mitglieder, AktivistInnen und Linke in allen Gewerkschaften an.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">Was tun?<\/span><\/p>\n<p>  Vertrauensleute, Betriebsr&auml;te und einfache Mitglieder sind gefordert, sich zu Wort zu melden, einzugreifen und f&uuml;r ihre Interessen einzutreten:<br \/>  &#8211; nicht resignieren oder austreten, sondern eintreten f&uuml;r k&auml;mpferische und demokratische Gewerkschaften!<br \/>  &#8211; Mitgliederversammlungen in allen Betrieben und Diskussionen in den Gewerkschaftsstrukturen m&uuml;ssen organisiert werden. Auf der Grundlage dieser Diskussionen m&uuml;ssen die Delegierten zum Gewerkschaftstag neu gew&auml;hlt werden.<br \/>  &#8211; Vertrauensleute m&uuml;ssen dazu die Initiative ergreifen, die Mitgliedschaft informieren und Antr&auml;ge f&uuml;r einen k&auml;mpferischen Kurs der Gewerkschaften und gegen die Offensive der &#x84;Modernisierer&#x93; einbringen.<br \/>  &#8211; Gewerkschaftslinke und AktivistInnen ben&ouml;tigen &ouml;rtliche, regionale und bundesweite Treffen: Sie sind gefordert, sich gegen den Widerstand rechter Betriebsr&auml;te oder Sekret&auml;re durchzusetzen. Das Vorgehen muss koordiniert und diskutiert werden. Eine organisierte Opposition in den Gewerkschaften muss aufgebaut werden. Das beinhaltet auch, eine inhaltliche und personelle Alternative zu Zwickel und Co aber auch zu Peters und D&uuml;vel zu schaffen, die auch mit Gegenkandidaturen die bisherigen Gewerkschaftsf&uuml;hrungen auf allen Ebenen herausfordert.<br \/>  Damit kann nicht nur ein Kandidat&nbsp; der &#x84;Modernisierer&#x93; in der IG Metall gestoppt, sondern auch ein zuk&uuml;nftiger IG-Metall-Chef Peters und die anderen Gewerkschaftsspitzen mit einer Bewegung von unten konfrontiert werden. Diese Bewegung ist notwendig, um eine Perspektive f&uuml;r eine St&auml;rkung der Gewerkschaften, die &Uuml;berwindung der jetzigen Krise und eine erfolgreiche Interessensvertretung gegen die Angriffe der Regierung (Agenda 2010 und so weiter) und Arbeitgeber zu erk&auml;mpfen.<br \/>  Die Gewerkschaften k&ouml;nnen so wieder in die Offensive kommen. Eine bundesweite Demonstration gegen den Klassenkampf von oben, speziell auch&nbsp; gegen die Agenda 2010, Anfang Herbst w&auml;re ein erster Schritt dazu. Wir rufen alle Gewerkschaftsgliederungen auf, eine solche bundesweite Demonstration zu unterst&uuml;tzen und an die Organisation heranzugehen.<br \/>  Es geht darum, endlich Anschluss zu bekommen an Massenstreiks wie in &Ouml;sterreich oder Frankreich. Ein eint&auml;giger Generalstreik in Deutschland ist notwendig, wenn die Agenda 2010 und die Unternehmeroffensive gestoppt werden soll. Er w&uuml;rde den Besch&auml;ftigten ihre St&auml;rke verdeutlichen und Regierung und Kapital mit genau dieser Macht konfrontieren.<\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold;\">F&uuml;r k&auml;mpferische und demokratische Gewerkschaften:<\/span><br style=\"font-weight: bold;\"> &#8211; Keine abgehobenen Funktion&auml;rInnen. Lohn in H&ouml;he des durchschnittlichen Lohns der IG-Metall-Mitglieder f&uuml;r alle Funktion&auml;rInnen.<br \/>  &#8211; Demokratisierung. Jederzeitige Rechenschaftspflicht und Abw&auml;hlbarkeit aller Funktion&auml;rInnen und Delegierten. Kein Abschluss, kein Kampfende ohne Urabstimmung der betroffenen Mitglieder. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>IG Metall in der Krise: Zwickel und Co schlagen auf Peters ein; Ziel der Pr&uuml;gel sind aber die KollegInnen, die f&uuml;r eine k&auml;mpferische Gangart gegen&uuml;ber den Unternehmern eintreten.<\/p>\n<p> Flugblatt der SAV vom 11. 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