{"id":10554,"date":"2003-07-07T10:01:33","date_gmt":"2003-07-07T10:01:33","guid":{"rendered":".\/?p=10554"},"modified":"2003-07-07T10:01:33","modified_gmt":"2003-07-07T10:01:33","slug":"10554","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2003\/07\/10554\/","title":{"rendered":"Zu fr&uuml;h gefreut, Herr Merz!"},"content":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen des Ostmetallerstreiks f&uuml;r den Klassenkampf in der Bundesrepublik.<\/p>\n<p>  Stellungnahme der SAV-Bundesleitung vom 6. Juli 2003<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<font size=\"3\">Der von der IG Metall-F&uuml;hrung veranlasste Abbruch des Streiks f&uuml;r die 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie ist ein Geschenk an Regierung und Kapital. <\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Diese haben keine Sekunde gez&ouml;gert, die Niederlage der Gewerkschaft auszunutzen und die Offensive zum Abbau von Rechten und vom Lebensstandard der ArbeitnehmerInnen und Erwerbslosen zu steigern. Es ist wichtig, dass innerhalb der Gewerkschaftsgliederungen und der sozialen Bewegungen eine realistische Bilanz dieser Kapitulation und die Lehren f&uuml;r die Zukunft gezogen werden. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Nicht hilfreich bei einer solchen Bilanz ist das Triumphgeheul der b&uuml;rgerlichen Medien von FAZ bis taz im Chor mit Westerwelle, Merz und Schr&ouml;der. Genauso wenig hilfreich sind die Erkl&auml;rungsversuche der IG Metall Spitzenfunktion&auml;re, ob sie nun Zwickel, Huber, Peters oder D&uuml;vel hei&szlig;en. Letztlich sind diese sich mit der b&uuml;rgerlichen Journaille und den kapitalistischen Politikern in einem Punkt einig: verantwortlich f&uuml;r den Streikabbruch ist die Arbeiterklasse, sind die Kolleginnen und Kollegen. Diese seien nicht f&uuml;r den Streik mobilisierbar gewesen &#x96; oder in den Worten von Streikleiter Hasso D&uuml;vel nach der Empfehlung zum Streikabbruch: <span  style=\"font-style: italic;\">&#x84;Der Streik war nicht steigerbar.&#x93;<\/span><\/font><span  style=\"font-style: italic;\"> <\/span><\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Eine Bilanz des Streiks muss zum Ausgangspunkt nehmen, dass es &uuml;berhaupt zu diesem Streik gekommen ist. Die Tatsache, dass w&auml;hrend einer wirtschaftlichen Krise und vor dem Hintergrund von massivem Sozialabbau durch die Schr&ouml;derregierung und einer permanenten &#x84;G&uuml;rtel-enger-schnallen&#x93;-Propaganda ein Streik f&uuml;r eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen eines Teils der Arbeiterklasse stattgefunden hat, ist erst einmal Ausdruck der St&auml;rke der Arbeiterklasse und eines vorhandenen und mobilisierbaren Bewusstseins, dass Verbesserungen gegen das Kapital zu erk&auml;mpfen sind. Sicherlich hatte dieser Streik ostspezifische Charakteristika &#x96; es ging vielen Kolleginnen mehr um die grunds&auml;tzliche Frage der Angleichung der Lebensverh&auml;ltnisse in Ost- und Westdeutschland, als um Arbeitszeitverk&uuml;rzung an sich. 13 Jahre nach der Vereinigung von BRD und DDR sind die Menschen in Ostdeutschland weiterhin in vielerlei Hinsicht Menschen Zweiter Klasse. Sie m&uuml;ssen l&auml;nger arbeiten und erhalten daf&uuml;r weniger Lohn. Und dies obwohl in vielen Betrieben mittlerweile die Produktivit&auml;t h&ouml;her und die Lohnst&uuml;ckkosten niedriger sind als in Westdeutschland. Viele KollegInnen sind nicht l&auml;nger auf die Unternehmerpropaganda reingefallen, die davon spricht, dass der billigere Preis der Ware Arbeitskraft im Osten ein Standortvorteil sei und Arbeitspl&auml;tze sichern w&uuml;rde. Zurecht sagte ein VW-Kollege: <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Die haben dr&uuml;ben die 35-Stunden-Woche und nur neun Prozent Arbeitslose, wir haben 38 Stunden und 20 Prozent Arbeitslose.&#x93;<\/span> Angesichts der steigenden Massenarbeitslosigkeit wird aber die Frage der Arbeitszeitverk&uuml;rzung auch in anderen Gewerkschaften und auch in Westdeutschland wieder verst&auml;rkt thematisiert, wie unter anderem die arbeitszeitpolitische Konferenz von verdi zeigt.<\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Der Streik hat auch die gro&szlig;e wirtschaftliche Macht der Arbeiterklasse und einzelner Belegschaften gezeigt. Selbst ein Streik in nur einem Werk oder einer Abteilung, kann die Produktion in einem ganzen Konzern lahm legen. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><b>Die Streikfront stand<\/b><\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Der Herr Zwickel kann uns gestohlen bleiben&#x93;<\/span> &#x96; so zitierte SPIEGEL ONLINE einen Metallarbeiter, der von der Gewerkschaftsf&uuml;hrung zum Streikabbruch gezwungen wurde. Ein Kollege bei VW Mosel ging weiter: &#x84;<span  style=\"font-style: italic;\">Sollte er (Zwickel) hierher kommen, ich w&uuml;rde ihm in die Fresse hauen, vor allen Leuten.&#x93;<\/span> Der VW Mosel-Betriebsrat Frank Breuer wird zitiert: <span  style=\"font-style: italic;\">&#x84;Ich dachte, sie wollen uns verarschen, als ich es am Sonntagmittag im Radio geh&ouml;rt habe; gerade jetzt aufgeben, wo der Streik auch im Westen Wirkung zu zeigen beginnt.&#x93;<\/span><\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Die Wut unter den Kolleginnen und Kollegen, die am Streik teilgenommen hatten ist gro&szlig;. Dies ist Ausdruck der Tatsache, dass die Streikfront stand und dass die Niederlage vermeidbar war. Der Streik stand trotz widriger Bedingungen. Denn alle Kr&auml;fte des b&uuml;rgerlichen Deutschlands hatten sich gegen die Streikenden vereint: kaum eine Tageszeitung, die nicht gegen den Streik gehetzt h&auml;tte; keine Partei, die sich auf die Seite der Gewerkschaft gestellt h&auml;tte. Gerichte verh&auml;ngten Bu&szlig;gelder an Gewerkschaftsvorsitzende und schr&auml;nkten die T&auml;tigkeit von Streikposten ein.  Politiker f&uuml;hrten Streikbrecher in Fabriken. Und einige Betriebsratsf&uuml;rsten westdeutscher Automobilkonzerne riefen &ouml;ffentlich zum Streikabbruch auf. <\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Die Haltung kapitalistischer Medien und PolitikerInnen sollte nicht verwundern. Sie vertreten die Interessen des Kapitals und jede Stunde verk&uuml;rzte Wochenarbeitszeit bedeutet einen Einschnitt in die Profite der Bosse und Gro&szlig;aktion&auml;re. <\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Meinungsumfragen ergaben eine Mehrheit f&uuml;r die Forderung nach der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland. Trotzdem gab es eine passive und bei Teilen der Bev&ouml;lkerung ablehnende Haltung zum Streik. Dies ist einerseits die massive Medienpropaganda gegen den Streik verantwortlich. Andererseits &#x96; und vor allem &#x96; aber die Tatsache, dass die IG Metall-F&uuml;hrung darauf verzichtet hat, eine breite Informationskampagne durchzuf&uuml;hren, die den Besch&auml;ftigten in Westdeutschland und in anderen ostdeutschen Branchen und den Erwerbslosen erkl&auml;rt h&auml;tte, dass die 35-Stunden-Woche auch in ihrem Interesse erk&auml;mpft werden sollte. Die IG Metall-Spitze hat auch darauf verzichtet Solidarit&auml;tsaktionen in westdeutschen Betrieben durchzuf&uuml;hren. Dass dies sehr wohl m&ouml;glich gewesen w&auml;re, zeigte die &uuml;ber f&uuml;nf Stunden dauernde Betriebsversammlung bei Volkswagen Salzgitter, die Streikbruch-Produktion verhinderte. Noch mehr h&auml;tte eine Verbindung des Kampfes f&uuml;r die 35-Stunden-Woche im Osten mit dem notwendigen Kampf gegen den Sozialkahlschlag der Agenda 2010 die gesamte Arbeiterklasse ergreifen k&ouml;nnen und die Gewerkschaften in die Offensive bringen k&ouml;nnen.  Dies w&auml;re m&ouml;glich gewesen, wenn die Gewerkschaftsf&uuml;hrung im Mai nicht zu halbherzigen symbolischen Demonstrationen, sondern zu echten Kampfma&szlig;nahmen aufgerufen h&auml;tte. Die Spitzenverdienerfunktion&auml;re des DGB erkl&auml;ren den Kampf gegen die Agenda 2010 f&uuml;r beendet. Sie begr&uuml;nden das mit der Tatsache, dass am 24. Mai nur 90.000 KollegInnen zu den regionalen Protestdemonstrationen kamen &#x96; wof&uuml;r sie aber selbst gesorgt hatten, indem sie weder mobilisiert hatten noch den Eindruck erwecken wollten, es sei ihnen mit diesen Protesten sonderlich ernst. Doch dieselben KollegInnen, die am 24. Mai keinen Sinn darin sahen, an einer aus ihrer Sicht wirkungslosen Demonstration teilzunehmen, waren bereit am Streik in Ostdeutschland teilzunehmen bzw. haben an Solidarit&auml;tsaktionen teilgenommen. Wirkliche Kampfma&szlig;nahmen wirken mobilisierend, halbherzige Pseudo-Proteste nicht. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Die Streiktaktik der IG Metall war ein Rezept f&uuml;r die Niederlage. Es sollte nicht vergessen werden: in der ostdeutschen Stahlindustrie wurde die 35-Stunden-Woche erk&auml;mpft (wenn auch in einem viel zu langwierigen Stufenplan bis 2009). Hier haben 5.000 von 8.000 Besch&auml;ftigten am Streik teilgenommen und sehr schnell wirtschaftliche Konsequenzen f&uuml;r die Konzerne verursacht, die diese zur Annahme der 35-Stunden-Woche zwangen. In der Metall- und Elektroindustrie haben nur 13.000 der 284.000 IG Metallmitglieder gestreikt. Dar&uuml;ber hinaus wurde einmal mehr die uns&auml;gliche Flexi-Streiktaktik angewendet, die Betriebe nur f&uuml;r einzelne Tage in den Streik holt und so die &ouml;konomische Wirkung des Streiks minimiert. Als der Streik dann endlich wirtschaftliche Auswirkungen hatte und die Produktion in einigen westdeutschen Automobilfabriken stockte, weil wichtige Teile aus dem Osten nicht mehr geliefert wurden, hat die Gewerkschaftsspitze die entscheidenden Betriebe aus der Streikfront genommen.  Mit dem Abschluss verschiedener Haustarifvertr&auml;ge w&auml;hrend des Streiks wurde die Streikfront geschw&auml;cht. Das zeigt, dass die Gewerkschaftsf&uuml;hrung von Beginn an nicht das Ziel hatte die 35-Stunden-Woche zu erk&auml;mpfen, sondern darauf setzte mit dem Druck weitgehend symbolischer Streikaktionen einmal mehr einen faulen Kompromiss mit den Unternehmern zu erzielen. Aber diesmal hatte sie sich bzgl. der Haltung der Arbeitgeber versch&auml;tzt. Zwickel und Peters hatten die Zeichen der Zeit nicht erkannt. .<\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><b>Neue Gangart von Regierung und Kapital<\/b><\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Denn angesichts der tiefen wirtschaftlichen Krise haben Regierung und Kapital eine neue Gangart eingelegt und neue Ziele formuliert. Die grundlegenden Errungenschaften des sogenannten Sozialstaates sollen zerschlagen werden, der Lebensstandard der Bev&ouml;lkerung zugunsten der Profite der Banken und Konzerne massiv gesenkt werden. Aber das reicht den Herren nicht: Fl&auml;chentarifvertrag, betriebliche Mitbestimmung, Streikrecht sollen zur Disposition gestellt werden. Da passte ein offensiver Kampf f&uuml;r die Durchsetzung einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen nicht ins Konzept. Folglich blieben die Bosse hart und wurden durch das Vorgehen der IG Metall-F&uuml;hrung auch geradezu dazu eingeladen, hart zu bleiben. Die Signale der Herren Zwickel und Peters waren so deutlich, dass die Arbeitgeber die M&ouml;glichkeit einer empfindlichen Niederlage f&uuml;r die IG Metall erkannten. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">So manches b&uuml;rgerliche Blatt vergleicht die Niederlage in diesem Kampf f&uuml;r die Einf&uuml;hrung der 35-Stunden-Woche mit der Niederlage der britischen Bergarbeiter 1984. Hier ist der Wunsch Vater des Gedankens. Die britischen Bergarbeiter gaben ein Jahr lang alles und mobilisierten ihre gesamte Kampfkraft. Sie wurden von den F&uuml;hrungen der anderen Gewerkschaften nicht ausreichend unterst&uuml;tzt, ein Generalstreik blieb aus, und sie verloren einen historischen Kampf. Es handelte sich auch nicht um einen Offensivkampf, sondern um einen Verteidigungskampf. Die Bergarbeiter verloren ihre Arbeitspl&auml;tze, viele Zechen wurden dichtgemacht. Die Voraussetzungen f&uuml;r weitere K&auml;mpfe zerst&ouml;rt. Diese Niederlage erm&ouml;glichte der damaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher ihre Offensive gegen die Gewerkschaften erfolgreich zu Ende zu f&uuml;hren. Drakonische Anti-Gewerkschaftsgesetze wurden durchgesetzt und die britische Arbeiterbewegung um Jahre zur&uuml;ckgeworfen. Die Niederlage der Bergarbeiter hatte nicht nur materielle Konsequenzen, sondern hinterlie&szlig; tiefe Spuren in der Psychologie der Arbeiterklasse. Das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigene Kampfkraft wurden nachhaltig zur&uuml;ckgeworfen. F&uuml;r viele Jahre ging daraufhin die Streikrate zur&uuml;ck und war der gewerkschaftliche Widerstand nachhaltig geschw&auml;cht. <\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Mit dieser Situation in Gro&szlig;britannien vor fast zwanzig Jahren sind die Folgen des Streikabbruchs im Osten der Republik nicht vergleichbar. In gewisser Hinsicht ging der Streik nicht verloren. Er wurde sabotiert, abgebrochen, verraten. Es kam nicht einmal ann&auml;hernd zu einem wirklichen Kr&auml;ftemessen zwischen den Besch&auml;ftigten und den Arbeitgebern, denn die Gewerkschaftsspitze hat die Kampfkraft der Kolleginnen und Kollegen nicht wirklich in die Waagschale geworfen. Der Kampf und die Niederlage hat auch das Bewusstsein der gesamtdeutschen Arbeiterklasse weniger tief erfasst, als der britische Bergarbeiterstreik das Bewusstsein der Arbeiterklasse in Gro&szlig;britannien erfasst hatte. Gerade weil die Gewerkschaftsf&uuml;hrung die bundesweite Bedeutung des Streiks nicht erkl&auml;rte und kaum Solidarit&auml;t organisierte, haben viele diesen Kampf nicht als ihren Kampf begriffen. Das bedeutet aber auch, dass sie die Niederlage nicht als ihre Niederlage begriffen haben. Selbstbewusstsein und Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse sind nicht nachhaltig zur&uuml;ckgeworfen. Die Mehrheit der Streikenden selber hat die Erfahrung gemacht, dass K&auml;mpfen m&ouml;glich ist und war bis zuletzt der &Uuml;berzeugung, dass der Streik h&auml;tte fortgesetzt werden k&ouml;nnen und sollen. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Der Streikabbruch hat  paradoxerweise die Kampfbereitschaft der Besch&auml;ftigten in der Bundesrepublik ausgedr&uuml;ckt. Denn die Gewerkschaftsf&uuml;hrung hat den Streik in erster Linie abgebrochen, weil sie wusste, dass nach der Blockadehaltung der Arbeitgeber, eine Ausweitung des Streiks die einzige Alternative zum Streikabbruch gewesen w&auml;re. Ausweitung h&auml;tte bedeutet auch die anderen Ostbezirke einzubeziehen. Ausweitung h&auml;tte bedeutet, dass es zu mehr Produktionsstopps in Westfabriken gekommen w&auml;re und h&auml;tte damit die Notwendigkeit von Solidarit&auml;tsaktionen und &#x96;streiks in Westdeutschland auf die Tagesordnung gesetzt. Das h&auml;tte eine Dynamik ausgel&ouml;st, die die Frage der Verbindung des Kampfes f&uuml;r die Arbeitszeitverk&uuml;rzung im Osten mit dem Kampf gegen die Agenda 2010 in ganz Deutschland aufgeworfen h&auml;tte. Die Gewerkschaftsspitze bef&uuml;rchtete, dass sie den Tiger, den sie reitet, dann nicht mehr h&auml;tte unter Kontrolle halten k&ouml;nnen. Ihre Strategie der Demobilisierung in Sachen Agenda 2010 w&auml;re dadurch durchkreuzt worden.<\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Nur vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, warum der s&auml;chsische Metallarbeitgeberverband jetzt angeboten hat, den bisher geltenden Fl&auml;chentarifvertrag wieder einzusetzen. Die Bosse sind sich der w&uuml;tenden Stimmung in den Betrieben bewusst. Sie haben Sorge, dass die Besch&auml;ftigten jetzt versuchen werden im H&auml;userkampf die 35-Stunden-Woche durchzusetzen und es der IG Metall-F&uuml;hrung schwerer fallen wird, einen solchen H&auml;userkampf unter Kontrolle zu halten. Grund f&uuml;r diese Sorge gibt es reichlich. Der VW Betriebsrat Andreas Paul sagte zum Beispiel: <span style=\"font-style: italic;\">&#x84;Leute, es ist noch nicht zu Ende. Jetzt m&uuml;ssen wenigstens firmenintern die 35 Stunden her , wie dr&uuml;ben in Wolfsburg.&#x93;<\/span> Stefan Kademann, IG Metall Bevollm&auml;chtigter in Zwickau k&uuml;ndigte an sich die Unternehmen St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck vorkn&ouml;pfen zu wollen. Die Stuttgarter Zeitung zitiert Arbeiter am Werkstor von VW Mosel, die wissen, wie sie auf Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit der Firmenleitung reagieren werden: &#x84;dann streiken wir eben f&uuml;r einen Haustarif weiter.&#x93; <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Ein solcher H&auml;userkampf sollte aufgenommen werden. Die Kampfbereitschaft in vielen Betrieben ist weiterhin vorhanden. Die &ouml;konomische Macht auch auf der betrieblichen Ebene die 35-Stunden-Woche durchzusetzen auch, warum sonst haben neun Betriebe w&auml;hrend des Streiks einem Haustarifvertrag zur Arbeitszeitverk&uuml;rzung zugestimmt. <\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Wie sollte die Gewerkschaft vorgehen? Das Angebot der Arbeitgeber zur Wiedereinsetzung des alten Fl&auml;chentarifvertrages anzunehmen, w&uuml;rde bedeuten die 35-Stunden-Woche auf lange Sicht hin verloren zu geben und die M&ouml;glichkeit eines H&auml;userkampfes zu untergraben. Andererseits werden viele Kolleginnen und Kollegen zurecht auf die Bedeutung eines Fl&auml;chentarifvertrages hinweisen. Erfolgreiche K&auml;mpfe f&uuml;r die 35-Stunden-Woche in verschiedenen Gro&szlig;betrieben k&ouml;nnte die Besch&auml;ftigten wieder in die Offensive bringen. Auf dieser Grundlage k&ouml;nnte die Frage eines neuen Fl&auml;chentarifvertrages wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden. <\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Die Forderung sollte sein, dass sich die Konzerne verpflichten einen zuk&uuml;nftigen Fl&auml;chentarifvertrag zu unterschreiben. Dar&uuml;ber hinaus sollte auf Betriebsebene die sofortige Einf&uuml;hrung der 35-Stunden-Woche als &uuml;bertarifliche Leistung eingefordert werden. Eine solche Herangehensweise w&uuml;rde beinhalten einen Kampf f&uuml;r einen Fl&auml;chentarifvertrag durch Haustarife nicht zu unterlaufen, gleichzeitig aber die Herausforderung des H&auml;userkampfes anzunehmen. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><b>Sabotage der &#x84;Modernisierer&#x93;<\/b><\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Streik und Streikabbruch m&uuml;ssen auch im Zusammenhang der Auseinandersetzungen der verschiedenen Fl&uuml;gel in der IG Metall-F&uuml;hrung gesehen werden. Die Erk&auml;mpfung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland sollte die Wahl des sogenannten &#x84;Traditionalisten&#x93; J&uuml;rgen Peters zum IG Metall-Vorsitzenden beim kommenden Gewerkschaftstag sichern. Zweifelsfrei gab es in der Haltung Zwickels, der w&auml;hrend des Streiks kontraproduktive Vorschl&auml;ge in die &ouml;ffentliche Debatte brachte und so den Streikenden in den R&uuml;cken fiel und auch in der &ouml;ffentlichen Sabotage durch westdeutsche Betriebsratsvorsitzende ein Element von fl&uuml;gelkampfmotivierter<\/font> <font size=\"3\">Sabotage. Sicherlich hoffen die ganz Rechten in der IG Metall-Spitze, dass der Streikabbruch Peters noch zu Fall bringen kann. In diesem Sinne geht es in der IG Metall um mehr, als um die Einf&uuml;hrung der 35-Stunden-Woche im Osten. Es geht um die Ausrichtung der gesamten Organisation. Peters steht auch fest auf dem Boden der Marktwirtschaft und hat keine Antwort auf die Krise des kapitalistischen Systems, aber er repr&auml;sentiert eine reformistische Gewerkschaftspolitik, die zumindest in Grenzen die Auseinandersetzung mit Regierung und Kapital einzugehen bereit ist. Zwickel und Huber stehen f&uuml;r eine offene Kumpanei mit der Regierung und unterst&uuml;tzen die neoliberale Offensive. Dass aus diesem Kreis rechter Gewerkschafter nun der nordrhein-westf&auml;lische Arbeitsminister Schartau als Kandidat f&uuml;r den IG Metall-Vorsitz in die Diskussion gebracht wird spricht B&auml;nde: f&uuml;r solche Leute sind Ministerposten mit der Funktion des Gewerkschaftsvorsitzenden einfach austauschbar, sie sehen keinen Interessenskonflikt. Doch auch Peters und D&uuml;vel sind keine linken, k&auml;mpferischen Gewerkschafter. Auch sie haben den Streikabbruch mitzuverantworten. Peters ist als Verantwortlicher f&uuml;r die Tarifpolitik mitverantwortlich f&uuml;r die schlappen Abschl&uuml;sse der letzten Jahre und f&uuml;r den Anfang vom Ausstieg aus dem Fl&auml;chentarifvertrag durch die Zustimmung zu betrieblichen &Ouml;ffnungsklauseln. Aber Huber und Co. m&uuml;ssen gestoppt werden. Deshalb kann es n&ouml;tig sein beim kommenden Gewerkschaftstag f&uuml;r  Peters zu stimmen (sollte er kandidieren). Der Aufbau einer programmatischen und personellen Alternative zu beiden Fl&uuml;geln, die zur Zeit die IG Metall dominieren, ist aber gleichzeitig n&ouml;tig. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><b>Niederlage einordnen<\/b><\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Nat&uuml;rlich ist der Streikabbruch eine Niederlage. Und wie jede Niederlage wird sie Konsequenzen haben. Zuerst sind da die materiellen Auswirkungen: die ostdeutschen Besch&auml;ftigten bleiben ArbeitnehmerInnen zweiter Klasse und sind erst einmal ihren Fl&auml;chentarifvertrag los. Das bedeutet auch, dass Regelungen wie zur &Uuml;bernahme von Auszubildenden nicht mehr vertraglich geregelt sind. Es gilt zwar die sogenannte Nachwirkung, das hei&szlig;t die Regelungen des gek&uuml;ndigten Tarifvertrages gelten bis zum Abschluss eines neuen Vertrags. Aber neu eingestellte KollegInnen fallen nicht unter diese Nachwirkung. Und die Arbeitgeber k&ouml;nnen nat&uuml;rlich versuchen auf betrieblicher Ebene schlechtere Tarifvertr&auml;ge auszuhandeln.<\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Zweitens gibt es politisch-ideologische Konsequenzen. Der Fl&auml;chentarifvertrag ist in Frage gestellt. Die Unternehmer f&uuml;hlen sich gest&auml;rkt und ermutigt auch im Westen und auch in anderen Fragen in die Offensive zu gehen. Ein Teil von GewerkschaftsaktivistInnen ist verunsichert und gerade im Osten werden Zweifel an der M&ouml;glichkeit erfolgreicher Gegenwehr zeitweilig wachsen k&ouml;nnen. Die Gewerkschaftsb&uuml;rokratie wird die Niederlage in diesem Streik als Totschlagargument benutzen, wenn sie im Herbst Forderungen nach Widerstand gegen die Agenda 2010 zur&uuml;ckweisen wird und K&auml;mpfe blockieren wird. Es ist kein Zufall, dass sich die Gewerkschaftsf&uuml;hrer kurz vor dem Streikabbruch mit Gerhard Schr&ouml;der getroffen haben. Zwickel sagt mittlerweile offen, dass weitere &ouml;ffentliche Proteste gegen die Agenda 2010 nicht geplant sind. Es ist auch kein Zufall, dass wenige Tage nach dem Streik ein Abschluss bei den Tarifauseinandersetzungen im &ouml;ffentlichen Dienst von Berlin erzielt wurde. Hier hat die Gewerkschaft verdi einer Arbeitszeitverk&uuml;rzung ohne Lohnausgleich zugestimmt, die einer bis zu zw&ouml;lfprozentigen Lohnk&uuml;rzung gleich kommt. Das zeigt was die Zwickels und Bsirskes erreichen wollen: die Gewerkschaften zu kontrollieren und Widerstand gegen die Angriffe SPD-regierter Regierungen zu verhindern. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Aber die Folgen der Niederlage sind komplexer. Die Gewerkschaftsspitze hat enorm an Autorit&auml;t verloren. Sicher werden einige Kollegen ihre Mitgliedsb&uuml;cher hinschmei&szlig;en und die Gewerkschaft verlassen. Andere werden die Schlussfolgerung ziehen, dass man die Organisation nicht den Zwickels, Hubers und Peters&#x92; &uuml;berlassen darf. Die Polarisierung innerhalb der Gewerkschaften und die Offenheit f&uuml;r die Idee des Aufbaus innergewerkschaftlicher Oppositionsgruppen werden zunehmen. Mittelfristig bedeutet das auch, dass die Gewerkschaftsb&uuml;rokratie St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck die Kontrolle &uuml;ber die Mitglieder verlieren wird. Immer mehr KollegInnen werden die Entscheidungen der Vorst&auml;nde hinterfragen und bereit sein unabh&auml;ngig und gegen die Vorst&auml;nde zu handeln. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><b>Wut in Widerstand verwandeln ist m&ouml;glich<\/b><\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Die Stimmung in den Betrieben ist von Unzufriedenheit und Wut gepr&auml;gt. Sicher sehen viele Kolleginnen und Kollegen zur Zeit &#x96; gerade wegen der Haltung der Gewerkschaftsspitze &#x96; keinen Weg ihre Wut in Widerstand zu verwandeln. Aber die Wut wiegt schwerer als die Unsicherheit. Auf Personalversammlungen im &ouml;ffentlichen Dienst in Stuttgart herrscht eine Stimmung, wie sie selbst altgediente GewerkschafterInnen &#x84;noch nicht erlebt&#x93; haben. Ein Mitglied des Landesvorstands von verdi Hamburg erkl&auml;rt, dass er noch nie so viele Gespr&auml;che &uuml;ber die Frage eines Generalstreiks in der Gewerkschaft mitbekommen hat, wie in den letzten Wochen. &Uuml;ber 150 Menschen, darunter sehr viele Besch&auml;ftigte und Gewerkschaftsmitglieder,  haben an einer Versammlung des Berliner Sozialforums teilgenommen und den Aufruf der LabourNet-Redakteurin Mag Wompel unabh&auml;ngig von der Gewerkschaftsf&uuml;hrung in die Offensive zu gehen mit enormem Beifall quittiert. Mehrere RednerInnen forderten unter ebenso gro&szlig;em Beifall dazu auf, von unten die Initiative zu einer bundesweiten Gro&szlig;demonstration gegen die Agenda 2010 im Herbst zu ergreifen. Andere betonten die Notwendigkeit eines Generalstreiks. Diese Forderung war auch auf Transparenten bei Arbeiterdemonstrationen in Berlin, Wiesbaden, Bochum und Mannheim in den letzten Wochen zu lesen. In Schweinfurt streikten im Fr&uuml;hjahr &uuml;ber 4.000 MetallarbeiterInnen gegen die Agenda 2010 und bewiesen eindrucksvoll, dass politischer Streik m&ouml;glich ist. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Sicher sind die Voraussetzungen f&uuml;r eine Massenbewegung gegen die Agenda 2010 durch die Niederlage des Ostmetallerstreiks verschlechtert. Die Gewerkschaftsbonzen werden noch mehr auf die Bremse treten, Druck auf k&auml;mpferische KollegInnen aus&uuml;ben und versuchen die Besch&auml;ftigten zu demobilisieren. Das bedeutet aber nicht, dass es in diesem Herbst nicht zu K&auml;mpfen kommen kann. In den Gewerkschaften setzt sich bei mehr und mehr AktivistInnen die Erkenntnis durch, dass man nicht auf die Gewerkschaftsf&uuml;hrung warten darf, sondern Widerstand von unten organisieren muss. Dies kann sich im Herbst durch lokale Streiks oder durch eine bundesweite Demonstration von Zehntausenden gegen die Agenda 2010, zu der gewerkschaftliche Gliederungen zusammen mit Attac, Sozialforen, Anti-Hartz-B&uuml;ndnissen und anderen aufrufen, ausdr&uuml;cken. Ob der Druck von unten schon in diesem Herbst reichen wird, um die Gewerkschaftsf&uuml;hrungen zu Mobilisierungen zu zwingen, ist fraglich. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Es ist m&ouml;glich, dass eine Explosion von Protesten und K&auml;mpfen, die dann auch von der Gewerkschaftsf&uuml;hrung aufgegriffen und (zumindest in Worten) unterst&uuml;tzt werden m&uuml;ssen,  erst bei einer n&auml;chsten Angriffswelle von Regierung und Kapital erfolgt. Eine solche n&auml;chste Welle von Angriffen ist angesichts der wirtschaftlichen Krise und der Aussagen aller Kapitalvertreter aber so sicher wie das Amen in der Kirche. Schr&ouml;der und die Bosse haben Blut geleckt und sie werden das Tempo der Angriffe weiter erh&ouml;hen. Sie versch&auml;tzen sich, wenn sie an einen widerstandslosen Durchmarsch glauben. In der jetzigen Situation kann jede Ma&szlig;nahme, mag sie auch noch so begrenzt sein, der Tropfen sein, der das Fass zum &uuml;berlaufen bringen wird. M&ouml;glich ist auch, dass ein betrieblicher Kampf &#x96; zum Beispiel der Kampf einer Belegschaft gegen die Schlie&szlig;ung ihres Werks oder der Kampf der Besch&auml;ftigten eines Konzerns gegen Massenentlassungen &#x96; die Initialz&uuml;ndung f&uuml;r eine breite Protestwelle gibt. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><b>Die Aufgaben von Gewerkschaftsaktiven<\/b><\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">K&auml;mpferische Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter sollten sich in oppositionellen Strukturen zusammen schlie&szlig;en und eine programmatische und personelle Alternative zu den heutigen Spitzenfunktion&auml;rInnen aufbauen. Die Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken sollte &uuml;ber den Informationsaustausch hinaus gehen und zu einer kampagnef&auml;higen k&auml;mpferischen Str&ouml;mung innerhalb des DGB werden. Dazu ist es n&ouml;tig arbeitsf&auml;hige und demokratische Strukturen und eine gemeinsame programmatische Grundlage zu entwickeln. Es gilt nun nicht darauf zu warten und nicht darauf zu hoffen, dass sich die Gewerkschaftsf&uuml;hrung in den n&auml;chsten Wochen und Monaten bewegt. K&auml;mpferische GewerkschafterInnen m&uuml;ssen gemeinsam mit den sozialen Bewegungen und linken Strukturen in die Offensive gehen. Dabei darf auf solch &#x84;linke&#x93; Gewerkschaftsfunktion&auml;rInnen, die nicht bereit sind den Kampf gegen die SPD zu f&uuml;hren keine R&uuml;cksicht genommen werden. Nur wenn es zu Streiks und Protesten von unten kommt, nur wenn ein breiter Aufruf f&uuml;r eine bundesweite Demonstration gegen die Agenda 2010 f&uuml;r den Herbst zustande kommt, besteht noch die M&ouml;glichkeit, dass die gewerkschaftlichen Apparate durch den Druck von unten zum Handeln gezwungen werden. Um dies zu erreichen muss die Gewerkschaftslinke Aufgaben &uuml;bernehmen, die eigentlich Aufgaben der Gewerkschaften selber w&auml;ren: zum Beispiel eine breit angelegte Informationskampagne mit Massenflugbl&auml;ttern &uuml;ber die Auswirkungen der Agenda 2010 zu f&uuml;hren und konkrete Kampfma&szlig;nahmen vorzuschlagen und anzusto&szlig;en. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Dabei kommt der Frage einer bundesweiten Demonstration eine besondere Bedeutung zu. Innerhalb von verdi Stuttgart wird dar&uuml;ber diskutiert, Druck f&uuml;r eine solche Demonstration zu machen. Lothar N&auml;tebusch, der IG BAU-Vorsitzende von Berlin, hat angek&uuml;ndigt, dass seine Gewerkschaft einen Beschluss f&uuml;r eine solche Demonstration fassen wird und alle Anstrengungen in diese Richtung unterst&uuml;tzen wird. Mag Wompel hat angek&uuml;ndigt, dass sie die Idee bei dem bundesweiten Treffen der Anti-Hartz-B&uuml;ndnisse am 19. Juli zur Diskussion stellen wird. Die bundesweite Aktionskonferenz, die am 3. August im Rahmen der Attac-Sommerakademie in M&uuml;nster stattfinden wird, sollte beschlie&szlig;en, eine solche Demonstration zu organisieren und ein Demo-B&uuml;ndnis ins Leben rufen. GewerkschafterInnen sollten Antr&auml;ge f&uuml;r eine solche Demonstration in alle gewerkschaftlichen Gliederungen einbringen und konkrete Ma&szlig;nahmen zur Mobilisierung veranlassen. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Der Streikabbruch der IG Metall in Ostdeutschland war nicht die historische Niederlage, wie es uns die Kapitalistenfreunde aller Coleur weis machen wollen. Es war ein R&uuml;ckschlag, ein Punktsieg f&uuml;r das Kapital. Aber die gr&ouml;&szlig;te Auseinandersetzung zwischen Kapital und Arbeit in der Geschichte der Bundesrepublik hat gerade erst begonnen. Die Bosse und Bonzen haben die ersten Z&uuml;ge ergriffen und eine Klassenkampfoffensive von oben gestartet. Die Arbeiterklasse wurde unvorbereitet getroffen und verf&uuml;gt zur Zeit &uuml;ber keine Organisationen, die sie unmittelbar f&uuml;r die Verteidigung ihrer Interessen einsetzen k&ouml;nnte. Der Kampf die Gewerkschaften zur&uuml;ck zu erobern und wieder zu Kampforganisationen zu machen, ist Teil des Kampfes gegen die Unternehmeroffensive. Eine Gegenoffensive ist n&ouml;tig und sie bereitet sich in der wachsenden Wut und Unzufriedenheit unter den Besch&auml;ftigten gerade vor. Es ist nicht m&ouml;glich exakt vorauszusehen, wie schnell sich diese Wut Bahn brechen und in Widerstand verwandeln wird. Dies wird m&ouml;glicherweise schneller geschehen, als es heute abzusehen ist. In diesem Sinne kann man der nach dem Streikabbruch permanent grinsenden Fratze von CDU-Scharfmacher Friedrich Merz ein &#x84;Zu fr&uuml;h gefreut, Herr Merz!&#x93; entgegen rufen. <\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\"><b>Neue Arbeiterpartei n&ouml;tig<\/b><\/font> <\/p>\n<p>  <font size=\"3\">Die Angriffe der Agenda 2010, die mit dem neuen Bundeshaushalt verbundenen K&uuml;rzungen und die Haltung der rot-gr&uuml;nen Regierung beim Ostmetallstreik belegen einmal mehr, dass diese Regierung einhundertprozentig die Interessen der Banken und Konzerne vertritt. Die R&uuml;cksichtnahme der Gewerkschaftsf&uuml;hrung auf die SPD-Regierung muss ein Ende haben! Das Argument, dass ein Regierungswechsel zur CDU\/CSU keine Verbesserung bringen w&uuml;rde, ist ein Argument f&uuml;r Unt&auml;tigkeit. Es gibt keinen qualitativen Unterschied zwischen SPD und CDU\/CSU mehr. Die SPD ist f&uuml;r die Arbeiterklasse verloren. Das haben nicht zuletzt der Verlauf des Sonderparteitages am 1. Juni und das peinliche Abschneiden des Mitgliederbegehrens gegen die Agenda 2010, das nur von 25.000 SPD-Mitgliedern unterst&uuml;tzt wurde, gezeigt. Immer mehr nehmen das zum Anlass um aus der SPD auszutreten. <\/font> <br \/>  <font size=\"3\">Die Antwort auf die zur zeit existierende Alternativlosigkeit zu dieser Regierung (denn auch die PDS hat zu gen&uuml;ge bewiesen, dass sie sich an arbeitnehmerfeindlichen Regierungen beteiligt) kann nur sein, eine Alternative aufzubauen. Die Gewerkschaften m&uuml;ssen mit der SPD brechen! Und sie m&uuml;ssen an die Aufgabe herangehen, eine neue Arbeiterpartei aufzubauen, die konsequent die Interessen der arbeitenden und erwerbslosen Menschen vertritt und den Kampf gegen die Diktatur der Banken und Konzerne aufnimmt. . <\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Auswirkungen des Ostmetallerstreiks f&uuml;r den Klassenkampf in der Bundesrepublik.<\/p>\n<p> Stellungnahme der SAV-Bundesleitung vom 6. 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