{"id":10376,"date":"2003-02-26T00:00:00","date_gmt":"2003-02-26T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=10376"},"modified":"2003-02-26T00:00:00","modified_gmt":"2003-02-26T00:00:00","slug":"10376","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2003\/02\/10376\/","title":{"rendered":"Deutschland &#8211; ein Friedensm&auml;rchen"},"content":{"rendered":"<p>Berlin, 15. Februar 2003: die b&uuml;ndnisgr&uuml;nen MinisterInnen Trittin und K&uuml;nast beteiligen sich an der Massendemonstration gegen den Krieg. Ihre Partei hat mobilisiert. Unz&auml;hlige gr&uuml;ne Luftballons und Aufkleber sollen den Eindruck erwecken, die Gr&uuml;nen seien die &#x84;Speerspitze der Friedensbewegung&#x93; (B&uuml;tikofer)<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nBr&uuml;ssel, 17. Februar 2003: die Bundesregierung stimmt einer Erkl&auml;rung zu, die einen Krieg als letztes Mittel akzeptiert. Josef Fischer sagt dazu: &#x84;Wir stehen einem Kompromiss nicht im Wege.&#x93; Die Financial Times Deutschland titelt dazu: &#x84;Berlin gibt im Irak-Streit nach&#x93;<br \/>  Schon Heinrich Heine hat diejenigen aufs Korn genommen, die &ouml;ffentlich Wasser predigten und selber Wein tranken. Die Bundesregierung predigt Frieden und praktiziert Kriegsbeteiligung. F&uuml;r die Anti-Kriegs-Bewegung stellt sich deshalb die Frage, welches Verh&auml;ltnis sie zu den Regierungsparteien einnimmt. <\/p>\n<p>  Mit oder ohne Fischer gegen den Krieg?<\/p>\n<p>  Schr&ouml;der und Fischer r&uuml;sten die Bundeswehr gerade zu einer weltweit agierenden Interventionsarmee um. Sie haben deutsche Soldaten in den letzten vier Jahren achtzehnmal ins Ausland entsandt und sich an den Angriffskriegen gegen Jugoslawien und Afghanistan beteiligt. Die Bundesrepublik stellt hinter den USA die zweitmeisten Soldaten bei internationalen Eins&auml;tzen. SPD und Gr&uuml;ne sind Kriegsparteien, die aus ihren eigenen Interessen den Irakkrieg nicht f&uuml;hren wollen. <br \/>  Sie jetzt in der Anti-Kriegs-Bewegung zu akzeptieren, hei&szlig;t, ihnen eine politische und moralische Autorit&auml;t zuzugestehen, die sie l&auml;ngst verspielt haben. Dies w&uuml;rde Bewegungen gegen Kriege, an denen diese Regierung wieder direkt und offen teilnehmen wird, erschweren &#x96; so wie die Anti-Kriegs-Bewegung 1999 gegen den Balkan-Krieg schwach war, weil viele dachten, dass an den pseudo-humanistischen Argumenten des Josef Fischer doch etwas dran sein m&uuml;sse.<br \/>  &nbsp;<br \/>  Massenbewegung<\/p>\n<p>  Und auch der Irak-Krieg ist nur gegen die Politik der Bundesregierung zu verhindern. Der effektivste Beitrag der Anti-Kriegs-Bewegung in Deutschland w&auml;re, die deutsche Hilfe f&uuml;r Bushs Krieg zu verhindern &#x96; durch massenhaften politischen Druck, durch Blockaden von Milit&auml;reinrichtungen und Transportwegen und durch Streiks. Das ist aber nur gegen die Bundesregierung und nicht mit ihr durchzusetzen. Sie muss dazu gezwungen werden, den deutschen Luftraum zu sperren, die deutschen Truppen aus Kuwait abzuziehen, die US-Milit&auml;rbasen zu schlie&szlig;en, davon &uuml;berzeugen kann man sie nicht. <br \/>  Mitglieder und Untergliederungen von SPD und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen, die ebenfalls gegen die deutsche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die US-Armee k&auml;mpfen wollen, sollten in der Anti-Kriegs-Bewegung herzlich willkommen sein. Die Parteien als solche und ihre SpitzenpolitikerInnen, die f&uuml;r die Bomben auf Belgrad und Kabul verantwortlich sind, nicht. Sie k&ouml;nnen die Bewegung nur bremsen, m&auml;&szlig;igen und behindern. Und wir brauchen sie nicht. Weltweit organisiert sich die Anti-Kriegs-Bewegung millionenfach ohne und gegen die kapitalistischen Regierungen. Vertrauen wir auf unsere Kraft und auf die Kraft der Millionen ArbeitnehmerInnen, Erwerbslosen und Jugendlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 15. Februar 2003: die b&uuml;ndnisgr&uuml;nen MinisterInnen Trittin und K&uuml;nast beteiligen sich an der Massendemonstration gegen den Krieg. Ihre Partei hat mobilisiert. 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