{"id":10325,"date":"2003-01-30T00:00:00","date_gmt":"2003-01-29T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10325"},"modified":"2012-06-04T12:39:28","modified_gmt":"2012-06-04T10:39:28","slug":"10325","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2003\/01\/10325\/","title":{"rendered":"Stoppt den Krieg f&uuml;r &Ouml;l-Profite!"},"content":{"rendered":"<p>\u201eH\u00f6ren wir auf, der Welt Bl\u00f6dsinn zu erz\u00e4hlen\u201c, schreibt der New York Times-Kolumnist Thomas Friedman. \u201eJa, es geht ums \u00d6l \u2013 das Verhalten von Bushs Team ist anders nicht zu erkl\u00e4ren.\u201c Das ist \u2013 fast \u2013 richtig. Bushs Krieg gegen den Irak ist ein Krieg f\u00fcr \u00d6l, f\u00fcr \u00d6l-Profite. Es geht nicht darum, der Welt neue Rohstoffquellen zu erschlie\u00dfen. Es geht darum, dem Irak bestehende \u00d6lf\u00f6rderanlagen zu entrei\u00dfen und US-Konzernen zuzuschanzen, um deren Profite zu steigern. Dar\u00fcber hinaus geht es dem Big Business der USA darum, seine Stellung im globalen Konkurrenzkampf zwischen Staaten und Konzernen um M\u00e4rkte und Macht weiter auszubauen \u2013 um seine Profitbedingungen l\u00e4ngerfristig zu verbessern.<\/p>\n<p>von Aron Amm, Berlin<!--more--><br \/> \u00a0<br \/> In einer UNO-Studie wird gesch\u00e4tzt, dass eine halbe Million Menschen im Irak im Falle eines Krieges verwundet oder get\u00f6tet werden k\u00f6nnten. 5,4 Millionen Menschen w\u00e4ren laut UNO allein im S\u00fcden des Landes bei einem US-Feldzug auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen. All das daf\u00fcr, dass bestimmte \u00d6lgesch\u00e4fte nicht mehr von der irakischen Regierung, sondern von US-amerikanischen \u00d6lkonzernen abgewickelt werden, dass \u00d6ltanker am Persischen Golf in Zukunft die Firmenlogos von Exxon oder ChevronTexaco tragen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Rot-Gr\u00fcn im Krieg<\/span><\/p>\n<p>Wie kann dieser Krieg gestoppt werden? K\u00f6nnen wir auf Berlin, Br\u00fcssel oder die UNO in New York setzen? Wer sich beim Aufbau der Anti-Kriegs-Bewegung auf Schr\u00f6der und Fischer verl\u00e4sst, ist verlassen. SPD und Gr\u00fcne sind Kriegsparteien. Unter Rot-Gr\u00fcn wurden 10.000 Bundeswehr-Soldaten in neun verschiedenen L\u00e4ndern stationiert und Kriegseins\u00e4tze auf dem Balkan und in Afghanistan durchgef\u00fchrt.<br \/> Deutschland ist l\u00e4ngst Teil der US-Kriegsmaschinerie gegen den Irak: In der BRD stationierte US-Einheiten wird die Infrastruktur zur Verf\u00fcgung gestellt, \u00dcberflugsrechte gew\u00e4hrt, mit sanit\u00e4rer Hilfeleistung und Aufstockung der Truppen zum Beispiel in Afghanistan wird das US-Milit\u00e4r entlastet. Wenn Bundeskanzler Schr\u00f6der oder der franz\u00f6sische Staatspr\u00e4sident Chirac kritischere T\u00f6ne anschlagen, dann kommt damit nur eine vom US-Imperialismus abweichende Interessenlage des deutschen oder franz\u00f6sischen Kapitals zum Ausdruck. Auch das ist eine Folge des Konkurrenzkampfes im Kapitalismus. Da jedoch f\u00fcr alle kapitalistischen Kr\u00e4fte die \u00f6konomischen Interessen einer kleinen Minderheit mehr z\u00e4hlen als die Bed\u00fcrfnisse der gro\u00dfen Mehrheit, werden sie bereit sein, diese Interessen auch in Zukunft mit allen Mitteln \u2013 bis hin zur Kriegsbeteiligung \u2013 zu verfolgen.<br \/> Die Vereinten Nationen sind kein B\u00fcndnis von Friedensengeln, sondern der Zusammenschluss kapitalistischer Staaten. Sollte die UNO einen Krieg gegen den Irak absegnen, dann w\u00e4re das kein Argument f\u00fcr Krieg, sondern gegen die UNO.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Massenmobilisierung, Streiks<\/span><\/p>\n<p>Die Anti-Kriegs-Bewegung kann bereits erste Erfolge verbuchen. Die Tatsache, dass immer mehr Regierungen gezwungen sind, gegen\u00fcber Bush, Cheney und Co. \u00f6ffentlich auf Distanz zu gehen, ist auch eine Folge des Drucks, der von unten erzeugt wurde. Um den Krieg stoppen zu k\u00f6nnen, muss die Anti-Kriegs-Bewegung aber noch mehr Menschen erfassen.<br \/> Voraussetzung daf\u00fcr ist der Aufbau von Anti-Kriegs-Komitees an Schulen und Unis, in Stadtteilen und Betrieben. Damit die Proteste mehr als Sand im Getriebe sind, muss das \u00f6ffentliche Leben und die Industrie durch Streikma\u00dfnahmen lahmgelegt werden.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Sozialabbau bek\u00e4mpfen<\/span><\/p>\n<p>Kriegspolitik und Sozialk\u00fcrzungen haben die selben Ursachen. Kriege sind die Fortsetzung des Konkurrenzkampfes, der in der heutigen Wirtschaftskrise versch\u00e4rft L\u00f6hne und Arbeitspl\u00e4tze bedroht, mit anderen Mitteln. Wenn die Anti-Kriegs-Bewegung erfolgreich sein will, dann muss sie diesen Zusammenhang aufzeigen.<br \/> Dieser Krieg kann gestoppt werden \u2013 wenn ArbeiterInnen, Arbeitslose und Jugendliche massenhaft Milit\u00e4reinrichtungen und Nachschubwege blockieren und bestreiken und die Profitinteressen der \u00d6l- und R\u00fcstungslobby der USA bek\u00e4mpfen. Sollen Kriege dauerhaft \u00fcberwunden werden, dann muss das Profitsystem \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold;\">Kapitalismus bedeutet Krieg<\/span><\/p>\n<p>Solange nicht der Bedarf von Mensch und Natur, sondern nur das schnelle Geld des einzelnen Unternehmers z\u00e4hlt, solange ein m\u00f6rderischer Wettstreit zwischen Konzernen und Nationalstaaten tobt, solange werden Krisen und Kriege ausbrechen. Damit wird es erst vorbei sein, wenn Banken und Gro\u00dfkonzerne in Gemeineigentum \u00fcberf\u00fchrt sind und von der arbeitenden Bev\u00f6lkerung demokratisch kontrolliert und verwaltet werden.<br \/> Der ehemalige US-Au\u00dfenminister Henry Kissinger sagte einmal: \u201eErd\u00f6l ist zu wichtig, als dass man es den Arabern \u00fcberlassen k\u00f6nnte.\u201c Unser Leben ist zu kostbar, als dass man es den Kapitalisten \u00fcberlassen d\u00fcrfte! Erst in einer Welt frei von Kapitalinteressen und Konkurrenz werden Kriege, Armut und Arbeitslosigkeit endg\u00fcltig der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Darum muss der Kampf gegen Krieg und Sozialkahlschlag mit dem Kampf f\u00fcr eine andere, sozialistische Gesellschaft verbunden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eH\u00f6ren wir auf, der Welt Bl\u00f6dsinn zu erz\u00e4hlen\u201c, schreibt der New York Times-Kolumnist Thomas Friedman. \u201eJa, es geht ums \u00d6l \u2013 das Verhalten von Bushs Team ist anders nicht zu erkl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[63],"tags":[146],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10325"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10325"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10325\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}