{"id":10293,"date":"2003-01-08T09:00:00","date_gmt":"2003-01-08T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10293"},"modified":"2012-06-04T11:39:32","modified_gmt":"2012-06-04T09:39:32","slug":"10293","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2003\/01\/10293\/","title":{"rendered":"Absolutes Blech"},"content":{"rendered":"<p><em>Zwangspfand auf Einwegverpackungen \u2013 ein Grund zur Freude f\u00fcr die Umwelt?<\/em><\/p>\n<p>Schon unter der Kohl-Regierung trat 1991 eine Verpackungsverordnung in Kraft, wonach automatisch ein Pfand auf Dosen und Einwegflaschen aufgeschlagen werden sollte, wenn die Mehrwegquote unter 72 Prozent fallen w\u00fcrde. \u201eDas sie inzwischen diesen Wert unterschritten hat, ist auch nach Ansicht der Handelsverb\u00e4nde unstreitig\u201c, schrieb die Financial Times Deutschland &#8211; wohlgemerkt am 3. Mai 2001! <br \/> <em>von Gerd Schuster, K\u00f6ln<\/em><!--more--><br \/> \u00a0<br \/> Die Einwegverpackung ist eine der nachhaltigsten Belege f\u00fcr nicht-nachhaltige Entwicklungen in der kapitalistisch-profitorientierten Industrie: Sechs Milliarden Wei\u00dfblechdosen wurden seit 1991 j\u00e4hrlich weiterhin verkauft. Die Mehrwegquote fiel bis auf einen heutigen Wert von 50 Prozent. Erst jetzt wird reagiert \u2013 nach \u00fcber zehn Jahren!<br \/> Wir VerbraucherInnen stehen bei jedem Getr\u00e4nkeeinkauf nun vor einer totalen Idiotie: Ab dem ersten diesen Jahres m\u00fcssen f\u00fcr Einwegflaschen aus Glas oder Plastik 25 TeuroCent Pfand zubezahlt werden. 50 TeuroCent werden bei Getr\u00e4nkeverpackungen \u00fcber 1,5 Liter f\u00e4llig. <br \/> Milch oder Saft bleiben davon ausgenommen, \u201eweil\u201c sie ohne Kohlens\u00e4ure sind. Und wenn in einer Cola noch eine weitere Fl\u00fcssigkeit wie etwa Whiskey steckt oder ein Bier wiederum beispielsweise mit einer Cola versetzt ist, dann sind diese Getr\u00e4nke ebenfalls nicht von der Pfandpflicht betroffen. <br \/> Au\u00dferdem fand der Einzelhandel nicht zu einem einheitlichen R\u00fccknahmesystem. Und das nach \u00fcber zehn Jahren! <br \/> Ach, und dass blo\u00df niemand auf die Idee k\u00e4me, leere Pfandverpackungen ohne dazugeh\u00f6rigen Kassenbon zu einem x-beliebigen Laden zur\u00fcckzubringen&#8230; Nur die Autobahntankstelle gibt Pfand zur\u00fcck, an der die Verpackung auch gekauft wurde.<\/p>\n<p><strong>Be-Pfandung von M\u00fcll statt Vermeidung<\/strong><\/p>\n<p>Das \u201ePflichtpfand f\u00fcr Getr\u00e4nke-Dosen und Plastikflaschen\u201c, wie es offiziell hei\u00dft, ist \u00fcberdies keine Vermeidung, sondern eine Bepfandung von M\u00fcll. Es wird schlie\u00dflich auch mit einem Pfand-Emblem am Etikett aus Einweg kein Mehrweg. Ob die Flasche respektive Dose nun nach oder vor einem Pfandgesch\u00e4ft in die M\u00fcllverbrennung oder auf die Halde gekippt wird, ist der Umwelt ziemlich schnurz!<br \/> Der b\u00fcrokratische und f\u00fcr die VerbraucherInnen teure Umweg \u00fcber ein Pfandsystem h\u00e4tte uns erspart werden k\u00f6nnen: Schon 1991 und noch fr\u00fcher h\u00e4tte ein Verbot der Herstellung von M\u00fcllverpackungen einen Dosenberg von mindestens 66 Milliarden Getr\u00e4nkedosen verhindert. <br \/> Doch die Kapitalgesellschaften des Einzelhandels (unter ihnen riesige Ketten wie REWE, Plus, ALDI) und globale Nahrungsmittel- oder Getr\u00e4nkeproduzenten wollen absahnen. F\u00fcr sie ist Einweg der kurze Weg zum Profit \u2013 ohne langwierige Wertstoffkreisl\u00e4ufe aufbauen und bezahlen zu m\u00fcssen. Die Folgekosten der Umweltzerst\u00f6rung tr\u00e4gt in der Profitlogik die Allgemeinheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwangspfand auf Einwegverpackungen &#x96; ein Grund zur Freude f&uuml;r die Umwelt?<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[119],"tags":[146],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10293"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10293"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10293\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10293"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}