{"id":10282,"date":"2002-12-26T00:00:00","date_gmt":"2002-12-26T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=10282"},"modified":"2002-12-26T00:00:00","modified_gmt":"2002-12-26T00:00:00","slug":"10282","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/12\/10282\/","title":{"rendered":"Krieg f&uuml;r &Ouml;l-Profite"},"content":{"rendered":"<p><i>Die Herrschenden sind sich nicht einig, die Zeichen stehen trotzdem auf Krieg<\/i><\/p>\n<p>  In den letzten Wochen bereitet sich die US-Regierung intensiv auf einen Angriff auf den Irak vor, mit Truppenman&ouml;vern in der Region bei denen ein Angriff simuliert wird, mit Kriegspropaganda und mit Besuchen bei Regierungschefs auf der ganzen Welt, die mit ins Boot geholt werden sollen. Diese Vorbereitungen laufen, obwohl die Waffeninspekteure bisher noch gar nichts gefunden haben und zeigen damit noch einmal die Scheinheiligkeit der UN-Resolution.<br \/>  <i><br \/>  von Tinette Schnatterer, Stuttgart<\/i><!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie US-Regierung arbeitet gezielt auf einen Krieg hin, sie muss aber auch arbeiten, um einen Krieg m&ouml;glich zu machen.<br \/>  Hinter den Angriffspl&auml;nen stecken knallharte Profitinteressen der US-Herrschenden. Nach wie vor ist &Ouml;l der wichtigsten Energietr&auml;ger weltweit und im Irak gibt es das zweitgr&ouml;&szlig;te &Ouml;lvorkommen.<br \/>  Die Bedeutung dieses &Ouml;lvorkommens ist in der letzten Zeit noch einmal gestiegen, weil die klassischen Lieferanten der USA immer unzuverl&auml;ssiger werden: in Saudi-Arabien ist eine Macht&uuml;bernahme US-feindlicher islamischer Fundamentalisten nicht mehr ausgeschlossen und in Venezuela regiert mit Chavez ein Linkspopulist, auf den sich die US-Regierung nicht verlassen kann.<br \/>  Mittelfristig sehen die US-Konzerne deshalb keinen anderen Ausweg, um ihre Profite zu retten, als sich m&ouml;glichst direkten Zugang zu irakischem &Ouml;l zu sichern, und dabei steht Hussein im Weg.<br \/>  Mit einem Krieg wollen die USA aber auch ihren uneingeschr&auml;nkten Machtanspruch in der Region und weltweit formulieren. Sie wollen deutlich machen, dass sich ein Regime gegen ihren Willen nicht halten kann. Und es ist ihr Ziel, den imperialistischen Konkurrenten zu verdeutlichen, dass sie die unumschr&auml;nkte Nummer eins sind.<br \/>  Der Teil der US-Regierung, der auf einen schnellen Angriff dr&auml;ngt, hat vor allem im Kopf, dass die Bedingungen jetzt durch den 11. September und die Angst der Bev&ouml;lkerung vor Terroranschl&auml;gen noch g&uuml;nstig sind.<br \/>  Mit Georg W. Bush haben die reaktion&auml;rsten Teile der US-Herrschenden, die &Ouml;l-Konzerne, die christlich-fundamentalisten Kreise ihren Vertreter an der Macht.<br \/>  Ein anderer Teil der Herrschenden, vertreten von Figuren wie Powell, sieht eher die Schwierigkeiten und Folgen, die ein solcher Krieg mit sich bringen wird, sowohl milit&auml;risch als auch politisch.<\/p>\n<p>  <b>Anti-Kriegs-Bewegung<br \/>  <\/b><br \/>  In Europa und den USA hat sich bereits eine gro&szlig;e Anti-Kriegs-Bewegung formiert, zum Beispiel haben 200.000 Menschen in Washington, 400.000 in London und eine Million in Florenz gegen den drohenden Krieg demonstriert. In vielen L&auml;ndern laufen Vorbereitungen f&uuml;r Demos und Sch&uuml;ler- beziehungsweise Studentenstreiks am Tag X. Die Mobilisierung gegen die NATO-Tagung in M&uuml;nchen am 7. und 8. Februar l&auml;uft, internationale Proteste werden am 15 Februar statt finden, unter anderem eine Gro&szlig;demo in Berlin.<br \/>  Die Feuerwehr in Britannien oder die Hafenarbeiter in den USA haben bereits deutlich gemacht, dass Besch&auml;ftigte nicht bereit sind, wegen den Kriegsvorbereitungen eigene Proteste zur&uuml;ckzustecken, sondern vielmehr die Chance besteht, dass diese Proteste mit der Anti-Kriegs-Bewegung zusammenkommen.<\/p>\n<p>  <b>UNO<\/b><\/p>\n<p>  Vor allem die Stimmung in der Bev&ouml;lkerung in den USA, die einen US-Alleingang gegen den Irak ablehnt, zwang Bush, zu versuchen, die UNO mit ins Boot zu holen. Die UNO ist kein Friedensinstrument, sondern ein Zusammenschluss der Herrschenden der Welt.<br \/>  Der Versuch, die UNO ins Boot zu holen, war deshalb vor allem das Ringen mit den imperialistischen Konkurrenten. Diese Konkurrenten haben kein Interesse daran, dass ihre zweitrangige Stellung durch einen US-Sieg im Irak noch offensichtlicher wird. Sie haben wenig zu gewinnen und sehen die Gefahren deutlicher. So kam der Widerspruch im Sicherheitsrat, dem entscheidenden Gremium der UNO, auch vor allem von Frankreich und Russland.<br \/>  Die UNO-Resolution zeigt aber die &ouml;konomische, politische und milit&auml;rische Macht der USA: Sie ist so formuliert, dass sich ein Kriegsgrund schon finden l&auml;sst.<\/p>\n<p>  <b>Krieg<\/b><\/p>\n<p>  Die Spannungen innerhalb der Herrschenden in den USA, die Stimmung in der Bev&ouml;lkerung in den USA und die Konflikte zwischen den imperialistischen L&auml;ndern, sowie die internationale Anti-Kriegs-Bewegung k&ouml;nnten dazu f&uuml;hren, dass Bush seinen Krieg verschieben muss oder erst einmal gar nicht f&uuml;hren kann. Das w&auml;re ein enormer Gesichtsverlust f&uuml;r ihn. Das wahrscheinlichste ist jedoch nach wie vor, dass Bush den Irak angreifen wird.<br \/>  Milit&auml;risch ist die USA dem Irak haushoch &uuml;berlegen und wird den Krieg gewinnen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass es mit dem US-Angriff im R&uuml;cken zu einer Palastrevolte kommt, bei der sich Mitglieder der herrschenden Clique als US-getreue Alternative anbieten. Trotzdem ist klar, dass ein Krieg f&uuml;r die USA kein Sonntagsspaziergang wird, und vor allem eine Eroberung Bagdads einen H&auml;userkampf und hohe Verlusten auch auf Seiten der US-Amerikaner bedeuten kann.<br \/>  Das wiederum wird die Antikriegsbewegung in den USA und weltweit anheizen. Es wird im Nahen Osten enorme Ersch&uuml;tterungen verursachen: W&auml;hrend eines Krieges und danach werden sich neue Schichten von Jugendlichen und ArbeiterInnen radikalisieren. Das kann sich zun&auml;chst, wegen des Fehlens linker Kr&auml;fte, auch in einem Anwachsen islamisch-fundamentalistischer Kr&auml;fte ausdr&uuml;cken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><i>Die Herrschenden sind sich nicht einig, die Zeichen stehen trotzdem auf Krieg<\/i><\/p>\n<p> In den letzten Wochen bereitet sich die US-Regierung intensiv auf einen Angriff auf den Irak vor, mit Truppenman&ouml;vern in der Region bei denen ein Angriff simuliert wird, mit Kriegspropaganda und mit Besuchen bei Regierungschefs auf der ganzen Welt, die mit ins Boot geholt werden sollen. 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