{"id":10251,"date":"2002-12-09T15:50:37","date_gmt":"2002-12-09T15:50:37","guid":{"rendered":".\/?p=10251"},"modified":"2002-12-09T15:50:37","modified_gmt":"2002-12-09T15:50:37","slug":"10251","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/12\/10251\/","title":{"rendered":"Wahlen in &Ouml;sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Sch&uuml;ssel-Schock: weiterer Rechtsruck in &Ouml;sterreich<br \/>  Gemeinsam gegen kommende Angriffe aktiv werden<br \/>  Erfolg der SLP zeigt Alternative auf<\/p>\n<p>  Stellungnahme der SLP, 28. November 2002<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>Der Wahlsieg der Sch&uuml;ssel-&Ouml;VP entt&auml;uscht und schockiert viele Menschen;  vor allem jene, die gegen Blau-Schwarz aktiv waren. SP&Ouml; und Gr&uuml;ne haben sich  als unf&auml;hig erwiesen, eine echte Alternative anzubieten. Der Absturz der FP&Ouml; bedeutet weder ein Ende neoliberaler Politik noch des Rechtspopulismus. Die soziale Krise in &Ouml;sterreich wird mit &uuml;ber 320.000 Arbeitslosen im Winter einen neuen H&ouml;hepunkt erreichen. <\/p>\n<p>Angriffe auf den Lebensstandard der arbeitenden (und arbeitslosen) Bev&ouml;lkerung werden fortgesetzt und unter dem Eindruck der Rezession verst&auml;rkt werden. Sozialabbau, Privatisierungen und Abbau demokratischer Rechte werden die kommende Regierung kennzeichnen. <\/p>\n<p>SP&Ouml; und Gr&uuml;ne waren unf&auml;hig, nach fast drei Jahren Blau-Schwarz die &#8222;Wende von der Wende&#8220; zu vollziehen. Das &uuml;berrascht uns nicht, sondern best&auml;tigt  unsere Einsch&auml;tzung, dass die SP&Ouml; keine ArbeiterInnenpartei mehr ist. Vor  allem unter Ber&uuml;cksichtigung des enormen finanziellen Aufwands der Gusenbauer-Image-Kamapgne  war die Antwort der ArbeiterInnenklasse darauf mager. Die &#8222;drei Priorit&auml;ten&#8220;  der SP&Ouml; verdeutlichten, dass die SP&Ouml; in keinster Weise das Ende des Sozialabbaus  anstrebt. Die Ansage von Ex-SP&Ouml;-Minister, Unternehmer und Multimillion&auml;r Androsch (es werden &#8222;schmerzliche Ma&szlig;nahmen&#8220; nach der Wahl n&ouml;tig sein) hat den neoliberalen Kurs und b&uuml;rgerlichen Charakter der SP&Ouml; offen gelegt. Van der Bellens Rechtskurs (M&ouml;glichkeit einer Koalition mit der &Ouml;VP, durchaus f&uuml;r Studiengeb&uuml;hren) hat v&ouml;llig zurecht viele Menschen davon abgehalten, Gr&uuml;n zu w&auml;hlen. <\/p>\n<p>Ein Wahlsieg f&uuml;r SP&Ouml; und Gr&uuml;n h&auml;tte ebenfalls kein Ende neoliberaler Politik bedeutet. Aus Sicht von ArbeitnehmerInnen, Arbeitslosen und Jugendlichen k&ouml;nnen nur Bewegungen ebendieser, gewerkschaftlicher Widerstand und der Aufbau einer unabh&auml;ngigen neuen politischen Kraft eine echte Alternative entwickeln. Der Wahlslogan der SLP war &#8222;W&auml;hlen alleine reicht nicht f&uuml;r den Aufbau einer sozialistischen Alternative!&#8220; <\/p>\n<p>Licht am Ende des schwarzen Tunnels K&auml;mpfe der ArbeiterInnenklasse (Angriffe auf Pensionen und &Ouml;ffentlichen Dienst, Privatisierungen) und von Jugendlichen (Bildungssystem, Antirassismus, Anti-Krieg) werden die &ouml;sterreichische Politik in den kommenden Jahren zunehmend pr&auml;gen. Es bleibt zu sehen, wie lange die Frustration und Resignation anl&auml;sslich Sch&uuml;ssels Triumph solche K&auml;mpfe und Bewegungen hindern wird. Die Gewerkschaftsf&uuml;hrung wird dies unmittelbar als Ausrede verwenden, keine Kampfmassnahmen gegen Angriffe zu organisieren. Die beste Antwort auf dieses Wahlergebnis ist, sich auf kommende soziale und politische Auseinandersetzungen vorzubereiten und gemeinsam mit der SLP aktiv zu werden. <\/p>\n<p>Mit einem Wahlkampfbudget von ca. 1.500,- Euro erzielte die Sozialistische  LinksPartei (SLP) in Wien 3.817 Stimmen (0,48%; vorl&auml;ufig). Angesichts der  minimalen Medienpr&auml;senz ist dies ein klarer Hinweis auf die wachsende Attraktivit&auml;t  einer sozialistischen und k&auml;mpferischen Alternative. ArbeitnehmerInnen und  Arbeitslose werden verst&auml;rkt ihre gemeinsamen Interessen verteidigen m&uuml;ssen.  Wir rufen alle unsere Unterst&uuml;tzerInnen auf, jetzt aktiv zu werden und sich  der SLP anzuschlie&szlig;en. <\/p>\n<p><b>Im Folgenden eine erste ausf&uuml;hrlichere Stellungnahme:<\/b> <\/p>\n<p><b>Rechter Wahlsieg <\/b> <\/p>\n<p>1) Die schwarz-blaue Koalition ist fr&uuml;hzeitig an ihren inneren Widerspr&uuml;chen,  insbesondere an den Widerspr&uuml;chen innerhalb der FP&Ouml;, gescheitert. Auch wenn  der dramatische Einbruch der FP&Ouml; auf rund 10 % erfreulich ist, entt&auml;uscht  das Ergebnis des &Ouml;VP-Siegs viele. Schwarz und Blau liegen in Summe knapp unter dem Ergebnis von 1999, und die &Ouml;VP ist mit einem Gewinn von rund 15 % erstmals seit 1966 st&auml;rkste Partei.  <\/p>\n<p>2) Aufgrund der Instabilit&auml;t und der Position der FP&Ouml; gegen die EU-Osterweiterung  w&uuml;nscht der gr&ouml;&szlig;te Teil der &ouml;sterreichischen Bourgeoisie (in Form der Industriellenvereinigung  und Wirtschaftskammer) keine neuerliche Koalition mit der FP&Ouml;. Sowohl eine  gro&szlig;e Koalition als auch &Ouml;VP-Gr&uuml;n sind m&ouml;gliche Resultate des kommenden Verhandlungspokers.  Jede dieser Varianten wird eine Politik gegen ArbeitnehmerInnen und Jugendlichen  betreiben. Dies gilt umso mehr unter dem Eindruck der wachsenden weltwirtschaftlichen  Probleme.  <\/p>\n<p>3) Die &Ouml;VP, die um die Wahl von 1999 bereits Aufl&ouml;sungserscheinungen zeigte, hat sich in den letzten drei Jahren wieder stabilisieren k&ouml;nnen. Europaweit sind b&uuml;rgerliche Parteien in den letzten Jahren in die Krise geschlittert,  einige davon in die Bedeutungslosigkeit. Die &Ouml;VP stellt eine Ausnahme zu diesem Trend dar, die auf die v&ouml;llige Alternativlosigkeit zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Der Wahlerfolg der &Ouml;VP spiegelt auch eine Ablehnung von Rosa-Gr&uuml;n wider. Weniger entlang der Hetze von &Ouml;VP\/FP&Ouml;-Seite (&#8222;Drogenfreigabe&#8220;), als aufgrund der Erfahrungen mit der deutschen Regierung und ihrem Wortbruch, wollten wohl viele eine zu starke SP&Ouml; verhindern, um Rosa-Gr&uuml;n zu verunm&ouml;glichen.  <\/p>\n<p>4) Weder SP&Ouml; noch Gr&uuml;ne haben sich in den letzten drei Jahren als wirkliche Alternative pr&auml;sentieren k&ouml;nnen. Die SP&Ouml; hat es bis zuletzt nicht geschafft, als wirkliche Opposition zu agieren und st&auml;ndig versucht, sich als staatstragend zu pr&auml;sentieren. Der Versuch, sich im Wahlkampf oberfl&auml;chlich als &#8222;soziales Gewissen&#8220; zu pr&auml;sentieren und damit ArbeiterInnen-Stimmen zur&uuml;ckzugewinnen,  hat nicht funktioniert. Angesichts der katastrophalen Politik von Blau-Schwarz  und des intensiven Wahlkampfes der SP&Ouml; ist der schwache Zugewinn von 3,75  % und der Verlust von Platz 1 eine Niederlage f&uuml;r die SP&Ouml;. Die Analyse der  SLP, dass die SP&Ouml; heute eine b&uuml;rgerliche Partei ist und dies auch insbesondere  von den bewusstesten Teilen der ArbeiterInnenklasse so gesehen wird, hat sich best&auml;tigt. Das Vertrauen in die SP&Ouml; war offensichtlich nicht mehr vorhanden,  die &#8222;soziale Rhetorik&#8220; von Gusenbauer hat nicht gegriffen, ehemalige W&auml;hlerInnen  konnten nur beschr&auml;nkt zur&uuml;ckgewonnen werden. In Wien konnte die SP&Ouml; nicht  einmal das Ergebnis der Gemeinderatswahl 2001 erreichen. Innerhalb der SP&Ouml;  wird das Ergebnis zu Konflikten f&uuml;hren. Da aber kein relevanter linker Fl&uuml;gel  vorhanden ist, sind linke Abspaltungen nicht zu erwarten. Wahrscheinlicher  ist, dass sich ein Teil der Mitglieder\/AktivistInnen, die noch einmal mobilisiert  wurden, zur&uuml;ckzieht bzw. aus der SP&Ouml; austritt.  <\/p>\n<p>5) Die Gr&uuml;nen haben sich bei diesen Wahlen starke Zugewinne erwartet und wurden wieder entt&auml;uscht. Ursache daf&uuml;r sind der Trend zu starken Parteien  und die eigene Positionierung zwischen SP&Ouml; und &Ouml;VP durch Van der Bellen. Aus dem Wunsch nach Sicherheit und Stabilit&auml;t (insbesondere nach den Konflikten  rund um die FP&Ouml; im Herbst dieses Jahres) stimmen W&auml;hlerInnen wenn sich die  antretenden Parteien nicht wesentlich unterscheiden f&uuml;r die st&auml;rkere Partei.  Die Gr&uuml;nen haben sich im Wahlkampf nicht als linke Alternative pr&auml;sentiert.  Wer eine staatstragende Partei wollte, hat gleich SP&Ouml; (oder auch &Ouml;VP) gew&auml;hlt.  Wer eine k&auml;mpferische Alternative wollte, hat seine\/ihre Stimme weiter links  abgegeben. Auch die Erfahrungen mit der SPD-Gr&uuml;n-Koalition in Deutschland  und ihr Wortbruch unmittelbar nach der Wahl haben berechtigte Zweifel an Rosa-Gr&uuml;n gef&ouml;rdert.  <\/p>\n<p>6) Die Illusionen in eine SP&Ouml;-Gr&uuml;n-Regierung finden\/fanden sich v.a. innerhalb der Parteien selber sowie unter einer Schicht des Bildungsb&uuml;rgertums und gewisser (Ex-)-Linken. Innerhalb der ArbeiterInnenklasse gab es weniger Illusionen, als vielmehr das Problem, dass offensichtlich &uuml;berhaupt keine Alternative gesehen wurde. Da sich eine rosa-gr&uuml;ne Regierung rechnerisch nicht ausgeht und damit nicht ausgetestet werden kann, werden in manchen Schichten gewisse Illusionen weiter bestehen.  <\/p>\n<p>7) Einhergehend mit einem m&ouml;glichen Obmannwechsel ist eine Neuauflage der Gro&szlig;en Koalition unter einem Kanzler Sch&uuml;ssel die wahrscheinlichste Variante.  Das &ouml;sterreichische Kapital favorisiert eine Gro&szlig;e Koalition, da dies die  stabilste Regierung ist, die zur Osterweiterung ebenso wie zum Sozialabbau  steht. Die Erfahrungen von 1999\/00 zeigen jedoch, dass eine genaue Vorhersage  nicht m&ouml;glich ist.  <\/p>\n<p>8) Eine Schwarz-Gr&uuml;n-Regierung ist rechnerisch m&ouml;glich und w&uuml;rde VdBellen durchaus entsprechen. Schon in den letzten Monaten hat er sich immer wieder an die &Ouml;VP angebiedert. Innerhalb der Gr&uuml;nen w&uuml;rde ein solcher Schritt aber insbesondere in der Wiener Landesorganisation auf scharfen Widerstand sto&szlig;en.  <\/p>\n<p>9) Eine Neuauflage von Blau-Schwarz ist rechnerisch zwar m&ouml;glich, aber von Seiten der FP&Ouml; eher auszuschlie&szlig;en. Innerhalb der FP&Ouml; werden die Konflikte in Form eines gegenseitigen Schuldzuweisens f&uuml;r das Wahldesaster andauern. Das K&auml;rntner Ergebnis wird von beiden Seiten interpretiert werden.  <\/p>\n<ul>\n<li>Als Beweis daf&uuml;r, dass auch Haider die Partei nicht retten kann, da es auch in K&auml;rnten starke Einbr&uuml;che gab. <\/li>\n<li>Als Beweis daf&uuml;r, dass nur Haider die Partei retten kann, weil K&auml;rnten das besten L&auml;nderergebnis hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vor den Wahlen hat Haider bereits eine m&ouml;gliche Neugr&uuml;ndung der FP&Ouml; angek&uuml;ndigt.  Nach diesem Ergebnis (Verlust von 768.662 W&auml;hlerInnen) ist dies eine wahrscheinliche  und aus Sicht der FP&Ouml; sinnvolle Variante. M&ouml;glich ist aber auch eine Abspaltung  eines (vermeintlich) liberalen Fl&uuml;gels (der ein &auml;hnliches Schicksal wie das  LiF nehmen w&uuml;rde), nachdem die FP&Ouml; als &#8222;ges&auml;ubert&#8220; weiterbesteht. Aufgrund  der enormen Kaderschw&auml;che der FP&Ouml;, die zu einer Vielzahl von Karrieristen  in der rasch wachsenden Partei f&uuml;hrte, werden wird nun als Folge eines k&uuml;nftigen  Geld- und Postenmangels ein Schrumpfen auf die alten rechtsextremen Kader  sehen. Wie immer die &#8222;FP&Ouml; neu&#8220; auch aussehen mag sie wird einen aggressiv  rechtsextremen und nationalistischen Kurs fahren. Zentrale Themen werden ImmigrantInnen, Sicherheit sowie mit einer Versch&auml;rfung der wirtschaftlichen Situation ein nationalistischer Anti-EU-Kurs sein. Ein vor&uuml;bergehender Zusammenbruch der FP&Ouml; l&ouml;st das Problem des Rechtsextremismus nicht. Dazu ist der Aufbau einer neuen starken ArbeiterInnenpartei n&ouml;tig. <\/p>\n<p><b>Fortgesetzter Sozialabbau<\/b>  <\/p>\n<p>10) Die neue Regierung wird ihre Arbeit vor dem Hintergrund einer sich versch&auml;rfenden wirtschaftlichen und sozialen Situation beginnen. Die j&uuml;ngsten Prognosen der OECD rechnen f&uuml;r die EU mit einem schwachen Wachstum von 1 %. Die Arbeitslosigkeit erreicht in diesem Winter mit rund 320.000 einen neuen H&ouml;hepunkt.  <\/p>\n<p>11) Obwohl in vielen europ&auml;ischen L&auml;ndern &uuml;ber die Einhaltung bzw. den Bruch des Stabilit&auml;tspaktes und m&ouml;gliche staatliche Impulse zur Ankurbelung  der Wirtschaft diskutiert wird, steht dies in &Ouml;sterreich vorl&auml;ufig nicht auf der Tagesordnung. Ein k&uuml;nftiges Konjunkur-Belebungsprogramm der neuen Regierung wird entlang alter neoliberaler Ma&szlig;nahmen laufen. Als zentraler Bestandteil zur Ankurbelung der Wirtschaft kann eine Senkung der &#8222;Lohnnebenkosten&#8220; propagiert werden. Vielleicht erkauft die SP&Ouml; ihre Regierungsbeteiligung durch einige kleinere Zugest&auml;ndnisse (Abschaffung der Ambulanzgeb&uuml;hr etc.) &#8211; aber im wesentlich wird der Um- (= Abbau) des Sozialstaates weitergehen. Zentrale Angriffspunkte werden Pensionen, der &Ouml;ffentliche Dienst (Stellenabbau sowie Ausgliederungen und Privatisierungen auch vor dem Hintergrund von GATS) sowie eine Privatisierung des Sozialbereiches (Auslagerung immer gr&ouml;&szlig;erer Bereiche von einer staatlichen zu einer privaten Vorsorge) sein. <\/p>\n<p><b>Gemeinsam Widerstand organisieren<\/b>  <\/p>\n<p>12) Nach dem Antritt von Blau-schwarz 2000 erlebte &Ouml;sterreich eine riesige Protestbewegung. Dass diese letztlich nicht erfolgreich war, lag an ihrer &#8222;zivilgesellschaftlichen&#8220; Ausrichtung. Die zentrale Schw&auml;che der Widerstandsbewegung war das Fehlen der Gewerkschaften sowie, dass die Aktivierung von Zehntausenden Menschen nicht zum Aufbau einer neuen unabh&auml;ngigen Organisation f&uuml;r ArbeiterInnen und Jugendlichen gef&uuml;hrt hat. W&auml;re eine solche in den letzten zwei Jahren aufgebaut worden, w&auml;re bei dieser Wahl eine sozialistische Alternative zur Wahl gestanden, die unter anderem gewisse Aussichten auf einen Einzug ins Parlament gehabt h&auml;tte. Innerhalb der letzten zwei Jahre hat es einen Radikalisierungsprozess in den Gewerkschaften gegeben. Die Abspaltung der UBG (und ihr Streik in Vorarlberg) sowie die Streiks im Bildungswesen und bei den Postbussen bedeuten eine Trendwende. Bei einer k&uuml;nftigen Regierungsbeteiligung der SP&Ouml; werden Teile der &Ouml;GB-B&uuml;rokratie auf ein Wiederaufleben der Sozialpartnerschaft hoffen. Diese Erwartungen werden rasch entt&auml;uscht werden. Der Unmut gegen den kommenden Sozialabbau wird sich in- und au&szlig;erhalb des &Ouml;GB widerspiegeln und zu einer weiteren Zunahme von Klassenk&auml;mpfen (ausgehend von dem niedrigen &ouml;sterreichischen Niveau) f&uuml;hren. Jedoch h&auml;ngt dies auch vom Verlauf der Entt&auml;uschung &uuml;ber Sch&uuml;ssels Wahlerfolg zusammen.  <\/p>\n<p>13) Um einer k&uuml;nftigen Regierung die Rute ins Fenster zu stellen, hat die SLP bereits auf dem GPA-Bundesforum im November einen Antrag eingebracht,  in dem die Gewerkschaften aufgerufen werden, jeder k&uuml;nftigen Regierung mit  einer k&auml;mpferischen Gewerkschaftspolitik entgegen zu treten. Dieser Antrag  wurde von der Gewerkschaftsf&uuml;hrung abgelehnt. <\/p>\n<p><b>Erfolg f&uuml;r die SLP<\/b>  <\/p>\n<p>14) Erstmals ist bei diesen Nationalratswahlen die SLP (im Wahlkreis Wien als Liste 6) angetreten. Bereits das Aufbringen der f&uuml;r ein Antreten n&ouml;tigen 500 Unterst&uuml;tzungserkl&auml;rungen war ein Erfolg. Das Ergebnis von 3817 Stimmen (+ Wahlkartenstimmen) stellt einen enormen Erfolg dar. Es ist ein Hinweis f&uuml;r das Vakuum und den Wunsch nach einer echten Alternative in der ArbeiterInnenklasse. Auch wenn die SLP keine neue breite ArbeiterInnen-Partei ist, und diese auch k&uuml;nftig erst im Zuge einer Intensivierung von Klassenk&auml;mpfe entstehen kann, so hat die Tatsache, dass die SLP auch in Teilen von Wien, in denen sie weniger bekannt ist, gute Ergebnisse erzielt hat, diesen Wunsch ausgedr&uuml;ckt. Auch dass ein Teil der SLP-Stimmen ehemalige KP&Ouml;-W&auml;hlerInnen sein m&uuml;ssen, bekr&auml;ftigt diesen Wunsch nach &#8222;etwas Neuem&#8220;. Dass bei dieser Wahl insgesamt rund 85 % &#8222;gegen das andere Lager&#8220; und nicht f&uuml;r das Programm einer Partei gestimmt haben, dr&uuml;ckt die Entfremdung vom etablierten Parteiensystem aus. Dass die &#8222;Demokraten&#8220;, obwohl ungleich bekannter durch das Anti-Abfangj&auml;ger-Volksbegehren,  die hohe Medienpr&auml;senz und weit gr&ouml;&szlig;ere Geldmittel, nur die H&auml;lfte der Stimmen  der SLP erhalten haben, zeigt, dass es nicht nur im irgendeine Pseudo-Opposition  geht, sondern dass der Wunsch nach einer echten Alternative f&uuml;r ArbeitnehmerInnen,  Arbeitslose und Jugendliche w&auml;chst.  <\/p>\n<p>15) Die SLP hat trotz ihrer &auml;u&szlig;erst beschr&auml;nkten Finanzmittel (rund 1.500 Euro Wahlkampfbudget) sowie ihrer minimalen Medienpr&auml;senz mit 0,48 % einen Achtungserfolg eingefahren. Die Forderungen nach R&uuml;cknahme aller K&uuml;rzungen und der Verteidigung des Rechtes auf Schwangerschaftsabbruch sowie die klare Antikriegshaltung waren zentral im SLP-Wahlkampf. Die SLP hat sich nicht auf &#8222;Stimmenfang&#8220; konzentriert. Im Wahlkampf haben Themen wie Jugendliche  und ImmigrantInnen sowie Aktivit&auml;ten au&szlig;erhalb Wiens einen wichtigen Platz  eingenommen. Unter Jugendlichen war das Ergebnis der SLP noch besser, wie  die Testwahlen an 9 Wiener Schulen (SLP 1,44%) bzw. an der Glasergasse in  Wien 9 (SLP 3,45 %) zeigen.  <\/p>\n<p>16) Die SLP konnte vor allem in Au&szlig;en- und ArbeiterInnenbezirken die prozentuell besten Ergebnisse erzielen (15., 10., 20., 21. Bezirk). In Margareten, wo wir bei den Gemeinderatswahlen 2001 bereits kandidiert haben, konnten wir unser Ergebnis mehr als verdoppeln. Diese Stimmen sind zu einem Gutteil Ausdruck eines wachsenden Wunschs nach einer neuen und echten Alternative zur herrschenden neoliberalen Politik. Einen Anteil am hohen Stimmenergebnis hat sicherlich auch der Name, mit dem sowohl eine &#8222;radikale Opposition&#8220; als auch etwas &#8222;Neues&#8220; verbunden wird. V&ouml;llig zu recht, wie wir meinen. Es gilt nun, gemeinsam mit diesen Menschen den Widerstand gegen Sozialabbau und Rassismus zu organisieren.  <\/p>\n<p>17) Das gute Abschneiden der SLP ist auch das Ergebnis von vielen Jahren konsequenter politischer Arbeit in den Gewerkschaften, vor Schulen, auf der Strasse. Die SLP hat sich in den letzten Jahren, nicht zuletzt aufgrund der konsequenten Arbeit in der Widerstandsbewegung, der Bewegungen gegen Bildungsabbau sowie durch die Verteidigungskampagne f&uuml;r die Mairo\/Lucina-Klinik Bekanntheit und Anerkennung aufgebaut.  <\/p>\n<p>18) F&uuml;r die SLP stellt dieser Wahlkampf eine Chance und einen Auftrag dar. Angesichts des drohenden weiteren Sozialabbaus wird es f&uuml;r eine wachsende  Anzahl von Jugendlichen und ArbeitnehmerInnen n&ouml;tig erscheinen, sich zu wehren.  Wir m&ouml;chten auch Sie &uuml;berzeugen, mit uns gemeinsam den SLP-Wahlslogan in die Praxis umzusetzen. In diesem Sinne: Jetzt erst recht f&uuml;r den Aufbau einer  sozialistischen Alternative! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sch&uuml;ssel-Schock: weiterer Rechtsruck in &Ouml;sterreich<br \/>\n Gemeinsam gegen kommende Angriffe aktiv werden<br \/>\n Erfolg der SLP zeigt Alternative auf<\/p>\n<p> Stellungnahme der SLP, 28. November 2002<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10251"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10251"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10251\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}