{"id":10240,"date":"2002-11-25T00:00:00","date_gmt":"2002-11-25T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=10240"},"modified":"2002-11-25T00:00:00","modified_gmt":"2002-11-25T00:00:00","slug":"10240","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/11\/10240\/","title":{"rendered":"Die Kassen sind leer &#x96; und alle haben&#x92;s gewusst &#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Die CDU, deutscher Rekordmeister im W&auml;hler-Veralbern &#x96; Stichwort  &#x84;bl&uuml;hende Landschaften&#x93; &#x96; m&ouml;chte Schr&ouml;der und Co vor einen Untersuchungsausschuss zerren, um den &#x84;Wahlbetrug&#x93; feststellen zu lassen. Merkel behauptet, die totale Ebbe in den Kassen des Staates und der Sozialversicherungen h&auml;tte vor der Wahl bekannt sein m&uuml;ssen. Das war sie wohl auch: bei Bund, L&auml;ndern, Gemeinden und Sozialversicherungen.<\/p>\n<p>  von Claus Ludwig, K&ouml;ln<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nAlle, die uns weismachen wollen, sie wollten &#x84;Reformen&#x93; und einen &#x84;Umbau des Sozialstaates um diesen zu retten&#x93;, sind Wahlbetr&uuml;ger. Es geht bei den geplanten Ma&szlig;nahmen &#x96; von der Hartz-Kommission bis zur Privatisierung der Renten &#x96; nicht die Reformierung sondern um die Zerschlagung der sozialen Errungenschaften.<br \/>  Sowohl SPD und Gr&uuml;ne als auch CDU und FDP vertreten die Interessen der Kapitalbesitzer. Sie wollen das Tempo des Sozialabbaus versch&auml;rfen, die L&ouml;hne dr&uuml;cken, die Profite retten.<br \/>  Die Regierungen Schr&ouml;der und Kohl haben durch Steuergeschenke an die Unternehmer die &ouml;ffentlichen Kassen in die Pleite getrieben. Massenarbeitslosigkeit und niedrige L&ouml;hne versch&auml;rfen die Misere. Die Angriffe erscheinen jetzt als Sachzw&auml;nge. Die Zertr&uuml;mmerung der sozialen Errungenschaften ist aber durchaus gewollt. Es w&auml;re Schr&ouml;der und Kumpanen allerdings lieber, wenn dies besser abged&auml;mpft, versteckt und gestreckt werden k&ouml;nnte. Doch jetzt sind SPD und Gr&uuml;ne Gefangene des kapitalistischen Systems und ihrer eigenen Politik.<br \/>  Die Weltwirtschaft befindet sich immer noch in der Krise. Jetzt hat Schr&ouml;der keine andere Chance, als hilflos einzugestehen, dass man an den weltweiten Konjunktur-Entwicklungen nichts &auml;ndern k&ouml;nne. Recht hat der Mann &#x96; zumindest so lange man eine Politik f&uuml;r die Rettung der Profite macht.<\/p>\n<p>  Panikma&szlig;nahmen<\/p>\n<p>  Kurzfristig grabscht Eichel um sich, nimmt, was er kriegen kann. Neuverschuldung, h&ouml;here Steuern und Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, sogar die Aktion&auml;rInnen und HausbesitzerInnen &#x96; wohl kaum die gro&szlig;en Tiere, aber die etwas zu Geld Gekommenen in der Mitte &#x96; sollen ausnahmsweise zur Kasse gebeten werden. Am Ende wird das alles nichts n&uuml;tzen. Die Kassen bleiben leer, Steuern und Abgaben f&uuml;r ArbeitnehmerInnen werden steigen. Dies wird die n&auml;chste Runde von K&uuml;rzungen einl&auml;uten. Am Ende ist das Ziel sowohl von Rot-Gr&uuml;n als auch der schwarz-gelben das Gleiche: Zerschlagung all dessen, was in der Nachkriegszeit erk&auml;mpft wurde. Weg mit dem Arbeitslosengeld, nieder mit Anspr&uuml;chen auf Renten und Gesundheitsleistungen, Schluss mit kostenloser Bildung. Hin zu einem System, in dem alles bezahlt werden muss, in dem jedeR alle Risiken selbst abdecken muss.<br \/>  Aber auch dann wird es nicht funktionieren. Die Marktwirtschaft in Deutschland und weltweit krankt nicht daran, dass &#x84;kein Geld&#x93; da ist. Im Gegenteil, jede Sekunde werden auf den Aktien- und Devisenm&auml;rkten Summen gehandelt, die wir uns gar nicht vorstellen k&ouml;nnen. Das Problem des Kapitalismus ist, dass es sich nicht lohnt, all die sch&ouml;nen Dinge herzustellen, die man herstellen k&ouml;nnte &#x96; weil der Gewinn zu klein ist, weil es keine Absatzm&auml;rkte gibt, weil die Konkurrenz zu gro&szlig; ist. Die Befreiung der Reichen von Steuern und das Niederdr&uuml;cken der ArbeitnehmerInnen schafft nur kurzfristig Erleichterung, vor allem, wenn es in jedem Land passiert. Dann geht der Kladderatsch wieder von vorne los.<\/p>\n<p>  Mehr als der &uuml;bliche Wahlbetrug<\/p>\n<p>  Die hektischen Ma&szlig;nahmen der zweiten Schr&ouml;der-Fischer-Regierung sind tats&auml;chlich mehr als der &uuml;bliche Wahlbetrug. Sie markieren einen Bruch mit der Politik der &#x84;ruhigen Hand&#x93;, des kontrollierten und sch&ouml;n verpackten Sozialabbaus. Sie markieren eine neue Stufe des Niedergangs der &ouml;ffentlichen Finanzen. Kommende K&uuml;rzungen werden brutal und offen sein, es werden jetzt sehr schnell staatliche Leistungen auseinandergenommen werden. &Ouml;ffentliches Tafelsilber d&uuml;rfte noch schneller verscherbelt, das hei&szlig;t privatisiert werden.<br \/>  Schr&ouml;der ist der erste Kanzler der Bundesrepublik, der in einer Periode massiver Zerfallserscheinungen regiert. Die soziale Krise wird die n&auml;chsten Jahre bestimmen. Politische Instabilit&auml;t ist die Folge. Diese Regierung wird nicht &#x84;gestalten&#x93;, sondern sich von Notlage zu Notlage hangeln &#x96; im Auftrag der Gro&szlig;konzerne. Anders als mit Lug und Trug l&auml;sst sich das kaum bewerkstelligen. <br \/>  Au&szlig;er manchmal mit frecher, entwaffnender Offenheit. &#x84;&#8230; ich erh&ouml;h euch die Steuern, gew&auml;hlt ist gew&auml;hlt, ihr k&ouml;nnt mich jetzt nicht mehr feuern, das ist ja das Geile an der Demokratie&#x93; &#x96; singt zumindest der Schr&ouml;der-Stimmenimitator Elmar Brandt. Und manchmal denkt man: ist das nicht wirklich der Schr&ouml;der, der sich da &uuml;ber uns lustig macht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die CDU, deutscher Rekordmeister im W&auml;hler-Veralbern &#x96; Stichwort  &#x84;bl&uuml;hende Landschaften&#x93; &#x96; m&ouml;chte Schr&ouml;der und Co vor einen Untersuchungsausschuss zerren, um den &#x84;Wahlbetrug&#x93; feststellen zu lassen. Merkel behauptet, die totale Ebbe in den Kassen des Staates und der Sozialversicherungen h&auml;tte vor der Wahl bekannt sein m&uuml;ssen. Das war sie wohl auch: bei Bund, L&auml;ndern, Gemeinden und Sozialversicherungen.<\/p>\n<p> von Claus Ludwig, K&ouml;ln<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78],"tags":[144],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10240"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10240"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10240\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10240"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10240"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10240"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}