{"id":10211,"date":"2002-10-28T11:32:10","date_gmt":"2002-10-28T10:32:10","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10211"},"modified":"2012-05-29T13:21:28","modified_gmt":"2012-05-29T11:21:28","slug":"10211","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/10\/10211\/","title":{"rendered":"Stoppt die Lohnr&auml;uber! Ein Streik im &Ouml;ffentlichen Dienst ist notwendig"},"content":{"rendered":"<p>&#x84;Sollte es tats&auml;chlich zu einem hohen Abschluss kommen, sind auch betriebsbedingte K&uuml;ndigungen kein Tabu mehr&#x93; &#x96; so droht einer der Verhandlungsf&uuml;hrer der Arbeitgeber, Bochums OB St&uuml;ber. Schily redet von einer &#x84;Nullrunde&#x93;. Doch die Besch&auml;ftigten haben es satt, mit ihren L&ouml;hnen f&uuml;r die Steuergeschenke an die Reichen und Superreichen und die daraus resultierenden leeren Kassen zu haften. Die Tarifverhandlungen im &Ouml;ffentlichen Dienst werden hart, ein Streik ist m&ouml;glich. Doch das Misstrauen in die ver.di-F&uuml;hrung ist &#x96; zu Recht &#x96; gro&szlig;.<\/p>\n<p>  von Ursel Beck, Stuttgart<br \/> <!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie Besch&auml;ftigten im &Ouml;ffentlichen Dienst arbeiten immer h&auml;rter und haben immer weniger Geld in der Tasche. Die Lohnerh&ouml;hungen in den letzten Jahren lagen unter der Inflationsrate. Seit der Einf&uuml;hrung des Euro gab es null Lohnerh&ouml;hung. Und wenn es nach den PolitikerInnen der etablierten Parteien einschlie&szlig;lich der PDS geht, soll es in der Tarifrunde 2002\/03 eine Nullrunde f&uuml;r die Besch&auml;ftigten geben. Bei steigenden Preisen und Abgaben hei&szlig;t das real eine Minusrunde.  <br \/>  Die Tr&auml;ger der &ouml;ffentlichen Krankenh&auml;user fordern sogar den Ausstieg aus dem Fl&auml;chentarifvertrag des &Ouml;ffentlichen Dienstes und wollen eine zehn bis 20 prozentige Absenkung der L&ouml;hne f&uuml;r die Pflegekr&auml;fte in den Krankenh&auml;usern. Der Berliner Senat will 1,75 Milliarden Mark bis zum Jahr 2006 im &ouml;ffentlichen Dienst k&uuml;rzen. Das Urlaubsgeld soll ganz gestrichen werden. Beim Weihnachtsgeld soll auf die H&auml;lfte verzichtet werden. Auf die Erh&ouml;hung der Monatsgeh&auml;lter soll k&uuml;nftig ganz verzichtet werden. <\/p>\n<p>  &#x84;Deutlich &uuml;ber drei&#x93;<\/p>\n<p>  Angesichts solcher Dreistigkeiten m&uuml;sste ver.di l&auml;ngst ihre Mitglieder mobilisieren. Aber es zeigt sich wieder einmal, dass die Gewerkschaftsf&uuml;hrung den N&ouml;ten und Sorgen der PolitikerInnen n&auml;her steht als denen ihrer Mitglieder. Die Tarifforderungen aus den Gliederungen und Bezirken wurden gleich zu Beginn der Tarifrunde auf &#x84;deutlich &uuml;ber drei Prozent&#x93; heruntergeschraubt. Damit wird im Voraus akzeptiert, dass die L&ouml;cher in den Staatskassen nicht von den Reichen und Superreichen gestopft werden sollen, sondern von der arbeitenden Bev&ouml;lkerung. <br \/>  Warum sollten Bund, L&auml;nder und Kommunen angesichts dieses Zur&uuml;ckweichens ihre harte Linie aufgeben? Und so wird es wohl dazu kommen, dass selbst zur Durchsetzung dieser minimalen Forderung ein Streik gef&uuml;hrt werden muss. Die Begeisterung, f&uuml;r eine Forderung zu streiken, die noch nicht einmal die steigenden Lebenshaltungskosten ausgleicht, wird sich in Grenzen halten. <br \/>  Grenzenlos dagegen ist die Wut in den Betrieben auf die Politik von Lohnraub, Privatisierung und steigendem Arbeitsstress. Und mehr denn je gibt es Misstrauen in die eigene Gewerkschaftsf&uuml;hrung. Nach den Erfahrungen der letzten Jahren kann jetzt schon vorhergesagt werden, dass die Gewerkschaftsf&uuml;hrung ohne Druck von unten die &#x84;Ziellinie&#x93; noch weiter nach unten verschiebt. Druck der Basis ist gefordert. <br \/>  Das Netzwerk f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di und die Arbeitsgruppe Tarifpolitik der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken wollen eine Rolle dabei spielen, diesen Druck zu organisieren. Das oppositionelle ver.di-Netzwerk hat bereits bei der Sitzung der Gro&szlig;en Tarifkommission Flugbl&auml;tter an die TeilnehmerInnen verteilt und eine offensive Tarifrunde eingefordert. <\/p>\n<p>  Ursel Beck ist gewerkschaftspolitische Sprecherin der SAV<\/p>\n<p>  Unser Programm zur Tarifrunde<br \/>  -Erh&ouml;hung der monatlichen L&ouml;hne, Geh&auml;lter und Bez&uuml;ge um 250 Euro f&uuml;r alle.<br \/>  -30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. <br \/>  -Herabsetzung des Rentenalters bei voller Rente auf 58 Jahre.<br \/>  -Sofortige tarifliche Gleichstellung der Ost-KollegInnen durch volle Anhebung auf West-Niveau.<br \/>  -Kampf gegen Ausgr&uuml;ndungen, Privatisierung und Tarifflucht.<br \/>  -Verteidigung des BAT. Weg mit den 100-Punkte-Vorschl&auml;gen der ver.di-F&uuml;hrung.<br \/>  -Weg mit Budgetgrenzen bei Krankenh&auml;user und allen anderen budgetierten &ouml;ffentlichen Einrichtungen. Volle Refinanzierung von Tariferh&ouml;hungen.<br \/>  -Keinerlei Gewerkschaftsbeteiligung an einer Neuauflage des &#x84;B&uuml;ndnis f&uuml;r Arbeit und Wettbewerbsf&auml;higkeit&#x93;.<br \/>  -Demokratische Diskussion und Entscheidung &uuml;ber Kampfma&szlig;nahmen.    <br \/>  -Voller Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft. Vollstreik statt Nadelstichtaktik<br \/>  -Nein zu Schlichtungsverhandlungen.<br \/>  -Begrenzung der Laufzeit auf 12 Monate.<br \/>  -Kein Tarifabschluss ohne mehrheitliche Zustimmung per Urabstimmung.<br \/>  -Jederzeitige Rechenschaftspflicht, W&auml;hl- und Abw&auml;hlbarkeit f&uuml;r alle Funktion&auml;rInnen.<br \/>  -KeinE Gewerkschaftsfunktion&auml;rIn darf mehr verdienen als den durchschnittlichen Lohn der in der Gewerkschaft organisierten Mitglieder.<\/p>\n<p>  Um diese Forderungen durchzusetzen ist ein organisiertes Eingreifen der Gewerkschaftslinken in die Tarifrunde und der Aufbau einer innergewerkschaftlichen Opposition als politische und personelle Alternative zur heutigen, v&ouml;llig abgehobenen Gewerkschaftsspitze n&ouml;tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#x84;Sollte es tats&auml;chlich zu einem hohen Abschluss kommen, sind auch betriebsbedingte K&uuml;ndigungen kein Tabu mehr&#x93; &#x96; so droht einer der Verhandlungsf&uuml;hrer der Arbeitgeber, Bochums OB St&uuml;ber. 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