{"id":10207,"date":"2002-10-28T10:59:16","date_gmt":"2002-10-28T09:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10207"},"modified":"2012-05-29T13:15:22","modified_gmt":"2012-05-29T11:15:22","slug":"10207","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/10\/10207\/","title":{"rendered":"&middot;T&middot;&middot;&middot;iefpunkt"},"content":{"rendered":"<p>Die Deutsche Telekom ist hoch verschuldet, zahlen soll die arbeitende Bev&ouml;lkerung<\/p>\n<p>  In den 90er Jahre prahlten eine Reihe von Wirtschaftsexperten, dass die &#x84;neuen Medien&#x94; das &#x84;Jobwunder&#x94; der Zukunft werden w&uuml;rden. Diese Phrasen dienten den Herrschenden weltweit als Rechtfertigung, den Telekommunikationssektor zu zerschlagen und zu privatisieren, um f&uuml;r Konzerne und einige wenige Manager Profite zu sichern. Die Folgen sieht man jetzt: Firmenpleiten, Lohnk&uuml;rzungen, Arbeitsplatzabbau und Preissteigerungen f&uuml;r NutzerInnen.<\/p>\n<p>  von Nico Weinmann, Kassel<br \/> <!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n1994 wurde die &#x84;Deutsche Bundespost&#x94; in die &#x84;Deutsche Post&#x94;, die &#x84;Postbank&#x94; und in den Fernmeldebereich &#x84;Deutsche Telekom&#x94;, aufgeteilt. Der ganze Bereich wurde f&uuml;r Wettbewerb, Konkurrenz und Profit ge&ouml;ffnet. Die Telekom ging drei Mal 1996, 1999 und 2000 an die B&ouml;rse. Circa drei Millionen Menschen folgten dem Rat der Werbung und schlugen bei der &#x84;sicheren Geldanlage&#x94; zu. Der Ausgabepreis lag beim ersten B&ouml;rsengang am 18. November 1996 bei 14,57 Euro. Bis zum 6. M&auml;rz 2000 schnellte er auf 103,50 Euro nach oben. Doch mit der Krise im ganzen Sektor wurde aus der &#x84;sicheren Geldanlage&#x94; der sichere Geldverlust. Der Kurs der Aktie viel auf acht Euro und der Konzern verlor 270 Milliarden Euro an B&ouml;rsenwert. Die Schulden der Telekom stiegen auf 70 Milliarden Euro Mitte des Jahres.<\/p>\n<p>  Globale Krise der Branche<\/p>\n<p>  Die Deutsche Telekom ist kein Einzelfall. Der Telekommunikationssektor, der einstige &#x84;Wunderknabe&#x94; des Kapitalismus, wurde in den letzten Monaten zu seinem &#x84;Sorgenkind&#x94;. Allein im Sommer 2002 jagte weltweit ein Konkurs den anderen. Nach US-Analysen stehen 24 der 29 b&ouml;rsennotierten US-Telekom Unternehmen kurz vor der Pleite. Die gr&ouml;&szlig;ten Verlierer sind allerdings weltweit die ArbeiterInnen. Seit Mitte 2000 wurden global 500.000 Besch&auml;ftigte im Telekommunikationsbereich entlassen und eine weitere Million soll noch ihren Job verlieren.<\/p>\n<p>  Folgen der Privatisierung <\/p>\n<p>  Auch in Deutschland wurden seit der Privatisierung im Jahre 1994 mehr als 100.000 Besch&auml;ftigte entlassen. Jetzt wurde die weitere Vernichtung von 46.000 Stellen bei der Telekom angek&uuml;ndigt. Gleichzeitig verdoppelten sich die Vorstandsbez&uuml;ge im Jahr 2001 beinahe auf 17,4 Millionen Euro.<br \/>  Um diese Missst&auml;nde zu vertuschen wird oft behauptet, dass Telefonieren durch die Privatisierung und Liberalisierung des Marktes billiger wurde. Doch allein dieses Jahr droht nun die zweite Erh&ouml;hung der Grundgeb&uuml;hren durch die Telekom, was die NutzerInnen insgesamt 500 Millionen Euro kosten soll. Die Liberalisierung insgesamt hat vor allem v&ouml;llige Undurchsichtigkeit bei den Preisen gebracht: Keiner wei&szlig; mehr, was es mit welcher Vor-Vorwahl kostet, keiner wei&szlig;, welcher Handy-Tarif denn nun wirklich der g&uuml;nstigste ist und wie lange das gilt.<br \/>  Privatisierung bedeutet, dass n&ouml;tige Arbeiten doppelt und dreifach von konkurrierenden Firmen gemacht werden. Dass technischer Fortschritt vor dem anderen versteckt oder mit Lizenzen und Patenten gesch&uuml;tzt wird. Dass private Besitzer zus&auml;tzlich noch Profit einstecken. Wirtschaftlicher ist das h&ouml;chstens insofern, als es Profite f&uuml;r einige wenige Reiche bringt. Und auch das gelingt nur, wenn daf&uuml;r bei L&ouml;hnen gespart und bei den NutzerInnen abkassiert wird. Steigerung der Profite auf Kosten der L&ouml;hne, der Jobs und der NutzerInnen ist auch die &#x84;L&ouml;sung&#x93; der Krise, auf die die Banken und Konzerne jetzt im Telekommunikationsbereich setzen.<br \/>  Damit muss Schluss sein. In Frankreich erw&auml;gt die Regierung eine R&uuml;ckverstaatlichung der France Telecom. Auch in Deutschland w&auml;re das angebracht. Allerdings nicht um die Verluste zu vergesellschaften und neue private Profite zu erm&ouml;glichen, sondern um diesen Bereich unter die demokratische Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung zu stellen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Telekom ist hoch verschuldet, zahlen soll die arbeitende Bev&ouml;lkerung<\/p>\n<p> In den 90er Jahre prahlten eine Reihe von Wirtschaftsexperten, dass die &#x84;neuen Medien&#x94; das &#x84;Jobwunder&#x94; der Zukunft werden w&uuml;rden. Diese Phrasen dienten den Herrschenden weltweit als Rechtfertigung, den Telekommunikationssektor zu zerschlagen und zu privatisieren, um f&uuml;r Konzerne und einige wenige Manager Profite zu sichern. 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