{"id":10205,"date":"2002-10-28T10:55:31","date_gmt":"2002-10-28T09:55:31","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10205"},"modified":"2012-05-29T13:15:50","modified_gmt":"2012-05-29T11:15:50","slug":"10205","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/10\/10205\/","title":{"rendered":"Kein Blut f&uuml;r &Ouml;l: Anti-Kriegs-Bewegung aufbauen &#x96; jetzt!"},"content":{"rendered":"<p>Die Hardliner aus Washington sind bereit, f&uuml;r die Interessen der US-amerikanischen Banken und Konzerne &uuml;ber Leichen zu gehen. Selten wurden die Interessen der US-Wirtschaft so deutlich wie bei dem geplanten Angriffskrieg gegen den Irak.<\/p>\n<p>  von Rita Werner, K&ouml;ln<br \/> <!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie US-Herrschenden nehmen den Mord an irakischen Menschen in Kauf, um ihre geostrategischen und &ouml;konomischen Interessen durchzusetzen. Zuerst soll das Saddam-Regime gest&uuml;rzt werden, dann die staatliche &Ouml;lf&ouml;rderung zerschlagen und den gro&szlig;en amerikanischen &Ouml;lkonzernen unterworfen werden.<br \/>  Saddam Hussein ist seit geraumer Zeit ein Stachel im Fleisch der US-amerikanischen Herrschenden, verweigert er doch unverfroren der USA die Gefolgschaft. Dabei war der Diktator vor dem ersten Golfkrieg 1991 noch ein gerne gesehener Gast in Washington. Der heutige US-Verteidigungsminister Rumsfeld hofierte ihn als &#x84;good guy&#x93; (guter Junge), w&auml;hrend Saddam linke Oppositionelle ermorden lie&szlig; und Giftgas gegen iranische Soldaten und gegen die kurdische Zivilbev&ouml;lkerung einsetzte. Erst als Saddams regionale Machtinteressen mit denen der US-Herrschenden kollidierten, &auml;nderte sich deren Haltung gegen&uuml;ber dem Irak.<\/p>\n<p>  Massenvernichtungswaffen<\/p>\n<p>  Das zeigt auch, wie verlogen die Argumentation ist, gegen Saddams Regime m&uuml;sse vorgegangen werden, da es &uuml;ber Massenvernichtungswaffen verf&uuml;ge. Saddam ist eine Gefahr, vor allem f&uuml;r die irakische Bev&ouml;lkerung. Doch solche Gefahren werden regelm&auml;&szlig;ig von den US-Herrschenden aufgebaut: Die Taliban waren ihr Kind, gro&szlig; gezogen gegen die Sowjetunion. Saddam wurde von ihnen gegen den Iran aufgep&auml;ppelt. Die Nord-Allianz &#x96; jetzt in Afghanistan eingesetzt von den USA &#x96; bringt alles andere als Frieden und Menschenrechte. Immer neue Monster werden geschaffen mit dem Argument, damit die alten Monster zu bek&auml;mpfen. Der Sturz Saddams und aller reaktion&auml;ren Regime &#x96; auch der US-freundlichen &#x96; kann nur durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung erreicht werden.<\/p>\n<p>  Kein Vertrauen in Rot-Gr&uuml;n<\/p>\n<p>  Die europ&auml;ischen, aber speziell auch die deutschen Banken und Konzerne f&uuml;rchten, bei der Aufteilung der Kriegsbeute durch den US-Imperialismus im Abseits zu stehen, w&auml;hrend ihr gro&szlig;er Konkurrent, die USA ihre geostrategische Macht ausbaut. Deshalb redete Schr&ouml;der auch vom &#8222;deutschen Weg&#8220;.<br \/>  Doch auf Schr&ouml;ders Wahlkampf-Haltung k&ouml;nnen wir uns nicht verlassen: Kommt es zum Krieg, dann werden die Unternehmer nachrechnen und eine Beteiligung beim Krieg oder den Kriegskosten k&ouml;nnte f&uuml;r sie das kleinere &Uuml;bel sein gegen&uuml;ber der Vorstellung, das irakische &Ouml;l ganz den US- und eventuell britischen Konzernen &uuml;berlassen zu m&uuml;ssen. Sp&auml;testens dann kommt die Schr&ouml;der-Fischer-Regierung unter Druck. Dass sie sich nicht dauerhaft gegen die Interessen der Unternehmer stellt, hat sie in den letzten Jahren gezeigt.<br \/>  Schon jetzt ist aber deutlich, dass die Anti-Kriegs-Haltung nicht ernst gemeint ist. Sonst k&ouml;nnten US-amerikanische Basen in Deutschland gesperrt und die deutschen Soldaten aus aller Welt, zum Beispiel aus Kuweit, abgezogen werden.<\/p>\n<p>  Widerstand formiert sich<\/p>\n<p>  400.000 demonstrierten in London gegen den Krieg und auch in denUSA waren 30.000 in Washington auf der Stra&szlig;e. Eine internationale Anti-Kriegs-Bewegung formiert sich. Es geht jetzt darum, vor Ort Demonstrationen, Mahnwachen und Stra&szlig;enblockaden anzuleiern. Sch&uuml;ler- und Studierendenstreiks k&ouml;nnen einen wichtigen Beitrag leisten und die Idee von Streiks auch der Besch&auml;ftigten gegen den Krieg verbreiten.<br \/>  Widerstand ist auch angesagt, wenn wir f&uuml;r den aufgebl&auml;hten R&uuml;stungshaushalt bezahlen sollen, zum Beispiel beim Sparpaket oder der Tarifrunde im &Ouml;ffentlichen Dienst. Immer wieder wird versucht, die arbeitende Bev&ouml;lkerung auch noch f&uuml;r die Kosten der Kriege aufkommen zu lassen. Schon zu Beginn des sogenannten &#x84;Krieges gegen den Terror&#x93; wurde in Deutschland daf&uuml;r die Tabaksteuer erh&ouml;ht.<br \/>  Eine besondere Rolle f&auml;llt deshalb den Gewerkschaften zu: In Ihren Reihen sind Millionen ArbeitnehmerInnen organisiert, die nicht hinnehmen wollen, dass aus Profitgier der Reichen die Armen sterben und bezahlen sollen. Die Gewerkschaften haben die Kraft, Massenaktionen vorzubereiten und durchzuf&uuml;hren, um den Krieg zu verhindern und damit die Pflicht, Streiks und Blockadeaktionen gegen Milit&auml;reinrichtungen zu organisieren.<\/p>\n<p>  Wir fordern:<br \/>  &#8211; Nein zum Krieg &#x96; egal ob mit oder ohne UN-Mandat! Kein Blut f&uuml;r &Ouml;l!<br \/>  &#8211; USA\/NATO raus aus dem Nahen Osten<br \/>  &#8211; Aufhebung der Sanktionen gegen das irakische Volk<br \/>  &#8211; Schluss mit der Diktatur der Banken und Konzerne &#x96; Nein zu Kriegen f&uuml;r die Profite der Reichen<br \/>  &#8211; Keine Hilfe f&uuml;r Bushs Krieg: Luftraum sperren, US-Milit&auml;rbasen schlie&szlig;en, R&uuml;ckzug aller deutschen Truppen aus Kuwait<br \/>  &#8211; Nein zu Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr<br \/>  &#8211; F&uuml;r den Sturz des Saddam-Regimes und aller anderen Diktaturen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hardliner aus Washington sind bereit, f&uuml;r die Interessen der US-amerikanischen Banken und Konzerne &uuml;ber Leichen zu gehen. 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