{"id":10175,"date":"2002-09-24T20:12:31","date_gmt":"2002-09-24T20:12:31","guid":{"rendered":".\/?p=10175"},"modified":"2002-09-24T20:12:31","modified_gmt":"2002-09-24T20:12:31","slug":"10175","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/09\/10175\/","title":{"rendered":"PDS-Debakel ? neue Arbeiterpartei aufbauen!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"\/modules.php?name=Content&#038;pa=showpage&#038;pid=5\"><img src=\"\/media\/images\/ssz.gif\"[ ]border=\"0\"align=\"right\"><\/a> <i>Standpunkt der Solidarit&auml;t &#8211; Sozialistische Zeitung, Oktober 02<\/i><\/p>\n<p> F&uuml;r die PDS waren die Bundestagswahlen ein Desaster. Sie verlor knapp 600.000 Stimmen und konnte nur zwei Direktmandate gewinnen. Bei den zeitgleich stattfindenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern b&uuml;&szlig;te die PDS &uuml;ber 100.000 Stimmen ein.<br \/> Wurde damit sozialistischer Politik eine Abfuhr erteilt? Handelt es sich um eine Niederlage f&uuml;r die Linke? Das Gegenteil ist der Fall, auch wenn viele Linke von dem Ergebnis entt&auml;uscht sein werden. Die PDS hat eine Abfuhr f&uuml;r R&uuml;ckgratlosigkeit, Anpassertum, Regierungsbeteiligung, Sozialabbau, Privilegien und au&szlig;erparlamentarische Passivit&auml;t erhalten. 300.000 ehemalige PDS-W&auml;hlerInnen sind nicht zur Wahl gegangen, andere haben lieber das sozialdemokratische Original gew&auml;hlt. <!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<font color=\"#cc0000\"><b>Ost-Deutschland<\/b><\/font><\/p>\n<p> Die PDS hat die Wahlen im Osten verloren und hier vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und in Ost-Berlin. Hier konnten sich die W&auml;hlerInnen davon &uuml;berzeugen, dass sich die PDS als Regierungspartei nicht von den etablierten Parteien unterscheidet. Acht Jahre Toleranz der SPD-Regierung in Sachsen-Anhalt, vier Jahre SPD-PDS-Koalition in Mecklenburg-Vorpommern und ein Jahr ?rot-roter? Senat in Berlin haben keinen Politikwechsel, sondern Sozialk&uuml;rzungen und Privatisierungen mit PDS-Beteiligung bedeutet. Vor allem in Berlin hat sich die PDS dadurch hervorgetan die sch&auml;rfsten sozialen Einschnitte in der Geschichte der Stadt mitzutragen. <br \/> Das sieht die PDS-Spitze nat&uuml;rlich ganz anders. Deshalb kann sie das Debakel auch nicht erkl&auml;ren und mag es auf Gregor Gysis R&uuml;cktritt als Berliner Wirtschaftssenator schieben. Gysis R&uuml;cktritt war nur Ausdruck dieses Verfalls der PDS zu einer pro-kapitalistischen Sozialabbau-Partei. Seine Flugmeilen-Aff&auml;re machte vielen Menschen klar, dass die PDS sich eben nicht qualitativ von den etablierten Parteien unterscheidet und dass die PDS-SpitzenpolitikerInnen genauso selbstverst&auml;ndlich Privilegien annehmen und von der Basis abgehoben sind, wie PolitikerInnen der anderen Parteien. <\/p>\n<p> <font color=\"#cc0000\"><b>Sozialistische Politik<\/b><\/font><\/p>\n<p> Die PDS hat nicht aufgrund von sozialistischer Politik die Wahlen verloren, sondern gerade weil sie keine sozialistische Politik betrieben hat. Das belegt auch die Tatsache, dass der Gr&uuml;ne Christian Str&ouml;bele mit einem klaren linken Profil den Wahlkreis Kreuzberg\/Friedrichshain in Berlin gewonnen hat. Sein Motto ?Str&ouml;bele w&auml;hlen hei&szlig;t Fischer qu&auml;len? und sein Bekenntnis er sei ?sozial und Sozialist? haben offensichtlich mobilisiert und nicht abgeschreckt. <br \/> Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Westausdehnung der PDS nun endg&uuml;ltig gescheitert ist. Sie ist nur noch eine regionale, ostdeutsche Regierungspartei. In zwei von sechs ostdeutschen Bundesl&auml;ndern ist sie an der Regierung beteiligt. Das wird ihre Politik in den n&auml;chsten Jahren dominieren. <br \/> Ein Mittel antikapitalistische Politik in ganz Deutschland zu st&auml;rken ist die PDS nach ihrem Rauswurf aus dem Bundestag noch weniger. Die antikapitalistischen und sozialistischen PDS-Mitglieder und -Unterst&uuml;tzerInnen m&uuml;ssen sich die Frage stellen, ob es nicht an der Zeit ist ein neues Projekt, eine neue Arbeiterpartei, gemeinsam mit GewerkschafterInnen, anderen SozialistInnen und AktivistInnen der Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung zu starten. Die SAV macht sich schon seit Jahren f&uuml;r den Aufbau einer neuen Arbeiterpartei stark. Dies ist die notwendige Konsequenz aus der vollst&auml;ndigen Verb&uuml;rgerlichung der SPD und der Dominanz des rechten Fl&uuml;gels in der PDS. <br \/> Wir rufen alle Linken und GewerkschaftsaktivistInnen dazu auf, eine Debatte um die Bildung einer solchen Partei zu beginnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"\/modules.php?name=Content&#038;pa=showpage&#038;pid=5\"><img src=\"\/media\/images\/ssz.gif\"[ ]border=\"0\"align=\"right\"><\/a><br \/>\n<i>Standpunkt der Solidarit&auml;t &#8211; Sozialistische Zeitung, Oktober 02<\/i><\/p>\n<p>F&uuml;r die PDS waren die Bundestagswahlen ein Desaster. Sie verlor knapp<br \/>\n600.000 Stimmen und konnte nur zwei Direktmandate gewinnen. Bei den zeitgleich<br \/>\nstattfindenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern b&uuml;&szlig;te<br \/>\ndie PDS &uuml;ber 100.000 Stimmen ein.<br \/>\nWurde damit sozialistischer Politik eine Abfuhr erteilt? Handelt es sich<br \/>\num eine Niederlage f&uuml;r die Linke? 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