{"id":10112,"date":"2002-09-06T10:43:29","date_gmt":"2002-09-06T08:43:29","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10112"},"modified":"2012-05-29T13:06:47","modified_gmt":"2012-05-29T11:06:47","slug":"10112","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/09\/10112\/","title":{"rendered":"Gefahr ethnischer S&auml;uberungen in Israel<br>"},"content":{"rendered":"<p><i>Krieg und Wirtschaftskrise pr&auml;gen Israel, Unterdr&uuml;ckung und Auswegslosigkeit terrorisieren die Pal&auml;stinenserInnen<\/i><\/p>\n<p> Conny Damen sprach mit Gal, Mitglied von ?mavaak sozialisti?, der Schwesterorganisation der SAV in Israel, &uuml;ber die Situation im Nahen Osten.<br \/><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p align=\"right\"><a href=\"\/modules.php?name=Content&#038;pa=showpage&#038;pid=5\"><img src=\"\/media\/images\/ssz.gif\"[ ]border=\"0\"><\/a><\/p>\n<p> <i> US-Pr&auml;sident Bush hat in seiner Rede im Wei&szlig;en Haus im Juni offen die israelische Regierung unterst&uuml;tzt und nochmals die Absetzung Arafats gefordert. Was will er damit erreichen?<\/i><\/p>\n<p> Mit dem Oslo-Abkommen sollte die Pal&auml;stinenserbeh&ouml;rde unter Arafat zu einem Polizeistaat aufgebaut werden, wie er auch in anderen arabischen L&auml;ndern existiert. Dieser sollte im Auftrag des Imperialismus die Unterdr&uuml;ckung der Pal&auml;stinenserInnen indirekt fortsetzen ? als Ersatz f&uuml;r die israelische Armee. <br \/> Die Pal&auml;stinenserInnen haben die zweite Intifada begonnen, weil sie genug hatten von dieser doppelten Unterdr&uuml;ckung durch die Palestinenserbeh&ouml;rde und den israelischen Staat. Sie sind entfremdet von ihrer Regierung: ihr Lebensstandard ist seit dem Oslo-Abkommen st&auml;ndig gesunken. Die Funktion&auml;rInnen der Pal&auml;stinenserbeh&ouml;rde verschleudern &ouml;ffentliche Gelder und stecken Geld aus dem Westen in ihre eigenen Taschen. 13 verschiedene Polizeieinheiten haben jeden Widerstand niedergehalten.<br \/> Arafat kann sich nicht gegen diese Massen wenden und musste mit dem Aufstand mitgehen. In den Augen des Imperialismus erf&uuml;llt er seine Rolle f&uuml;r Stabilit&auml;t zu sorgen, nicht besonders gut. Die USA wollen ihn nun gegen jemanden austauschen, der besser mit ihnen und Israel kollaboriert.<\/p>\n<p> <i>Wie s&auml;he die Zukunft der PalestinenserInnen dann aus?<\/i><\/p>\n<p> Wenn jemand an Arafats Stelle eingesetzt w&uuml;rde, k&ouml;nnte das wie eine zweite Version des Oslo- Vertrages aussehen, die wahrscheinlich erstmal akzeptiert w&uuml;rde, weil die PalestinenserInnen nach zwei Jahren Intifada ersch&ouml;pft sind.<br \/> Aber nach einer Weile werden sie sich auch wieder erholen und der Aufstand wird weitergehen, da der Imperialismus keine wirkliche Stabilit&auml;t bringen kann. Der Oslo-Trick hat einmal kurz funktioniert, aber einen zweiter Versuch l&auml;sst sich den PalestinenserInnen nicht so leicht verkaufen. <br \/> <i><br \/> Welche Auswirkungen h&auml;tte ein Angriff der USA auf den Irak?<\/i><\/p>\n<p> Sollte die USA den Irak angreifen werden Hamas, Dschihad und andere eine weitere Anschlagswelle gegen die israelische Bev&ouml;lkerung starten, was sogar zu einer ethnischen S&auml;uberung in Israel f&uuml;hren k&ouml;nnte ? mit Unterst&uuml;tzung der USA und der israelischen &Ouml;ffentlichkeit: 40 Prozent der Israelis sind momentan f&uuml;r eine Vertreibung der Pal&auml;stinenserInnen aus ihrem Land. Das w&uuml;rde die ganze Region in Aufruhr bringen, die instabilen arabischen Regimes k&ouml;nnten in einen Krieg gegen Israel rutschen, um die Massen zufrieden zu stellen. Sharon kalkuliert diese Dinge nicht mit ein. <br \/> <i><br \/> Wie ist die Stimmung in Israel?<\/i><\/p>\n<p> Wegen der Wirtschaftskrise in Israel nimmt die Verzweiflung unter den israelischen Massen zu und auch die Attentate &uuml;berlagern das nicht mehr wirklich.<br \/> Die Auslandsinvestitionen sind eingebrochen, die High- Tech- Branche ist am Ende, die Inflation enorm gestiegen. Es werden schon Parallelen zu Argentinien gezogen. Wenn es mal ein paar Tage ohne Anschl&auml;ge gibt, steht der Klassenkampf sofort wieder auf der Tagesordnung.<br \/> Die israelische Regierung ist popul&auml;r aus nationaler Sicht, aber nicht, was die &ouml;konomischen Fragen angeht. 75 Prozent lehnen Scharons Wirtschaftspolitik ab. Seine Regierung ist aber vorerst nicht in Gefahr, da die Leute vor allem den Krieg f&uuml;r die Misere verantwortlich machen. Au&szlig;erdem sehen sie keine andere Alternative, da die Arbeitspartei dieselbe Politik gemacht hat wie der Likud.<\/p>\n<p> <i>An welchen Bewegungen beteiligt sich mavaak sozialisti gerade?<br \/> <\/i><br \/> Wir arbeiten in einer Bewegung von Obdachlosen, die in einem Camp in Lechovot bei Tel Aviv leben. Bei einem ersten Aktiventreffen ist unser Vorschlag angenommen worden, diese Bewegung auch mit anderen K&auml;mpfen zu kombinieren. Zum Beispiel haben die BahnarbeiterInnen schon einen einst&uuml;ndigen Solidarit&auml;tsstreik angek&uuml;ndigt. Dieser Kampf kann eine gro&szlig;e Wirkung auf die Menschen haben und sie ermutigen, auch selbst f&uuml;r ihre Rechte aktiv zu werden. <br \/> Der Gewerkschaftsf&uuml;hrer Peretz hat im Fernsehen zugegeben, dass er Druck von der Basis bekommt, Streiks und sogar einen Generalstreik zu organisieren, aber er hat auch offen gesagt, dass er seine Rolle darin sieht, diese K&auml;mpfe in geordnete Bahnen zu lenken, um die Herrschenden nicht zu gef&auml;hrden. Wir sehen unsere Rolle darin, diese Bewegungen zusammenzubringen und auch die Initiative in den Gewerkschaften f&uuml;r einen Generalstreik mit voranzubringen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><i>Krieg und Wirtschaftskrise pr&auml;gen Israel, Unterdr&uuml;ckung und<br \/>\nAuswegslosigkeit terrorisieren die Pal&auml;stinenserInnen<\/i><\/p>\n<p>Conny Damen sprach mit Gal, Mitglied von ?mavaak sozialisti?, der Schwesterorganisation<br \/>\nder SAV in Israel, &uuml;ber die Situation im Nahen Osten.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[37],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10112"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10112"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10112\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}