{"id":10109,"date":"2002-09-06T10:24:13","date_gmt":"2002-09-06T10:24:13","guid":{"rendered":".\/?p=10109"},"modified":"2002-09-06T10:24:13","modified_gmt":"2002-09-06T10:24:13","slug":"10109","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/09\/10109\/","title":{"rendered":"Europaweiter Widerstand gegen rechte und rechtsextreme Parteien"},"content":{"rendered":"<p><i>Die Entt&auml;uschung &uuml;ber sozialdemokratisch gef&uuml;hrte Regierungen brachte neue rechtsextreme, populistische Parteien hervor<\/i><\/p>\n<p>  Die Wahlerfolge extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien in Europa beendeten das von den B&uuml;rgerlichen vielbeschworene &#x84;sozialdemokratische Jahrzehnt&#x93;, bevor es richtig begonnen hatte. Eine sozialdemokratische Regierung nach der anderen wurde abgew&auml;hlt. Einher ging das oft mit der Entstehung von neuen rechtsextremen, populistischen Parteien &#x96; eine Herausforderung f&uuml;r Jugendliche und Besch&auml;ftigte.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p align=\"right\"><a href=\"\/modules.php?name=Content&#038;pa=showpage&#038;pid=5\"><img src=\"\/media\/images\/ssz.gif\"[ ]border=\"0\"><\/a><\/p>\n<p>  <i>von Ronald Luther, Rostock<\/i><br \/>  Die Rechte profitiert europaweit davon, dass die sozialdemokratischen Regierungen in ganz Europa sozialen Kahlschlag, Privatisierungen und eine Umverteilungspolitik zu Gunsten der Kapitalistenklasse durchf&uuml;hren. Die Schw&auml;che linker Ideen hat eine doppelte Wirkung: Der rassistischen Propaganda wird wenig entgegen gesetzt, sie kann sich ausbreiten. Und die rechtsextremen, populistischen Parteien k&ouml;nnen sich als einzige Alternative zum Establischment profilieren. Viele W&auml;hlerInnen dr&uuml;cken dann ihre Wut &uuml;ber neoliberale Politik auf Kosten von ArbeiterInnen und Jugendlichen in einer Stimmabgabe f&uuml;r rechtsextreme Parteien aus. <br \/>  So regiert jetzt die FP&Ouml; von Haider in &Ouml;sterreich mit, in Italien ist die Nationale Allianz in Berlusconis Regierung beteiligt und in den Niederlanden die Liste Pim Fortuyn. In Frankreich kam Le Pen von der Front National in die Stichwahl um das Pr&auml;sidentenamt.<\/p>\n<p>  <font color=\"#cc0000\"><b>Massenproteste gegen Rechtsextreme<\/b><\/font><\/p>\n<p>  Aber &uuml;berall, wo Rechtsextremisten und Rechte in der Regierung sind, lassen sie schnell ihre soziale Maske fallen. Ein Beispiel hierf&uuml;r ist Italien, wo die rechte Regierung Berlusconi eine sogenannte &#x84;Wohlstandsreform&#x93; durchf&uuml;hrt. Diese beinhaltet Privatisierungen und K&uuml;rzungen im Gesundheitsbereich, Bildungswesen und dem &ouml;ffentlichen Dienst. Der Angriff auf das Arbeitsschutzgesetz provozierte schlie&szlig;lich die gr&ouml;&szlig;ten Arbeiterproteste seit langem in Europa. Am 23. M&auml;rz demonstrierten 3 Millionen in Rom. Und am 16. April fand in Italien ein eint&auml;giger Generalstreik mit einer Beteiligung von 13 Millionen GewerkschafterInnen, ArbeiterInnen und Jugendlichen statt. Ein &#x84;hei&szlig;er Herbst&#x93; und ein zweiter Generalstreik werden immer wahrscheinlicher.<br \/>  In Frankreich l&ouml;ste der Einzug von Le Pen in die Stichwahl zum Pr&auml;sidentenamt sofort Massenproteste aus. Noch in der Nacht nach Le Pens Erfolg gingen 150.000 Menschen auf die Stra&szlig;e, am Tag darauf streikten spontan 30.000 Sch&uuml;lerInnen und StudentInnen und am 1. Mai beteiligten sich 1,5 Millionen Menschen an Demonstrationen gegen Le Pen. Und auch der Wahlerfolg der Liste Pim Fortuyn wird letztlich Proteste nach sich ziehen. Denn auch die LPF hat vor, Privatisierungen und Sozialabbau zu versch&auml;rfen.<\/p>\n<p>  <font color=\"#cc0000\"><b>Widerstand gegen Schill w&auml;chst<\/b><\/font><\/p>\n<p>  Auch in Deutschland gibt es Wahlerfolge rechter Parteien wie der von Ronald Schill, der Partei Rechtstaatliche Offensive (PRO), die nun doch bei den Bundestagswahlen kandidiert. Seit ihrem Wahlsieg im September letzten Jahres in Hamburg f&uuml;hrte die Regierung aus CDU, Schill-Partei und FDP einen massiven Sozialabbau durch. Kaum in der Regierung versuchten Schill und der Bausenator Mettbach (Schill-Partei) ihre Lebensgef&auml;hrtinnen zu lukrativen Posten in der Regierung zu verhelfen.<br \/>  Inzwischen w&auml;chst die Wut bei vielen HamburgerInnen &uuml;ber diese Politik, die sich in nichts von der abgew&auml;hlten SPD-Regierung unterscheidet. So demonstrierten am 16. April 10.000 und am 10. Juni 70.000 Menschen gegen den Sozialkahlschlag des CDU\/FDP\/PRO-Senates.<\/p>\n<p>  <font color=\"#cc0000\"><b>Die Wahlerfolge sind eine Warnung<\/b><\/font><\/p>\n<p>  Ein Vormarsch der Rechtsextremen in Deutschland l&auml;sst sich verhindern, denn viele W&auml;hlerInnen rechtsextremer Parteien sind auch offen f&uuml;r linke Ideen. Dazu ist es aber n&ouml;tig, eine neue k&auml;mpferische linke Arbeitermassenpartei mit einem sozialistischen Programm aufzubauen, die sich kompromisslos f&uuml;r die Belange von ArbeiterInnen, Arbeitslosen und Jugendlichen einsetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><i>Die Entt&auml;uschung &uuml;ber sozialdemokratisch gef&uuml;hrte Regierungen brachte neue rechtsextreme, populistische Parteien hervor<\/i><\/p>\n<p> Die Wahlerfolge extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien in Europa beendeten das von den B&uuml;rgerlichen vielbeschworene &#x84;sozialdemokratische Jahrzehnt&#x93;, bevor es richtig begonnen hatte. Eine sozialdemokratische Regierung nach der anderen wurde abgew&auml;hlt. 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