{"id":10097,"date":"2002-09-04T14:08:53","date_gmt":"2002-09-04T14:08:53","guid":{"rendered":".\/?p=10097"},"modified":"2002-09-04T14:08:53","modified_gmt":"2002-09-04T14:08:53","slug":"10097","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/09\/10097\/","title":{"rendered":"Weg mit den Ausl&auml;ndergesetzen!"},"content":{"rendered":"<p>von Georg K&uuml;mmel (August 2002)<\/p>\n<p>  Modern und weltoffen soll das sogenannte Zuwanderungsgesetz sein &#x96; sagen SPD und Gr&uuml;ne. Auch die PDS hat daf&uuml;r gestimmt. Die CDU ist dagegen. Ist das Gesetz also tats&auml;chlich irgendwie fortschrittlich? Wieso gibt es dieses Gesetz und wem n&uuml;tzt es?<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nJahrzehntelang galt im Ausl&auml;nderrecht und in der politischen Propaganda der Grundsatz, dass Ausl&auml;nderInnen hier nur G&auml;ste sind, also eigentlich irgendwann wieder gehen sollen. Aus verschiedenen Gr&uuml;nden lie&szlig; sich aber das urspr&uuml;ngliche Konzept der nur f&uuml;r ein paar Jahre anwesenden &#x84;Gastarbeiter&#x93; in der Praxis nicht umsetzen. <br \/>  Es w&auml;re praktisch unm&ouml;glich und wirtschaftlich nicht sinnvoll, die Ausl&auml;nderInnen, die hier inzwischen auf Dauer leben, wieder zur&uuml;ck zu schicken. Das meinen die Gr&uuml;nen, wenn sie sagen, Deutschland sei ein Einwanderungsland. <br \/>  Das hei&szlig;t aber nicht, dass in den kommenden Jahren Ausl&auml;nderInnen in gro&szlig;er Zahl einwandern d&uuml;rfen. An einen Aufschwung, der zum Abbau der Massenarbeitslosigkeit und sogar Bedarf an neuen Arbeitskr&auml;ften f&uuml;hren w&uuml;rde, wie in den 60er Jahren, glaubt niemand mehr. <br \/>  Aber in einzelnen Branchen oder Betrieben kann es sehr wohl immer wieder mal einen gewissen Bedarf an Fachkr&auml;ften geben. In absoluten Zahlen sind das eher Tausende statt Hunderttausende. Vorrangiges Ziel ist dabei, die Geh&auml;lter auch im Akademikerbereich senken zu k&ouml;nnen, indem man Spezialisten aus dem Ausland als Lohndr&uuml;cker einstellt oder damit droht. Und die Konzerne sparen sich damit Kosten f&uuml;r die Ausbildung.<br \/>  International t&auml;tige Konzerne sind au&szlig;erdem darauf angewiesen, dass sie ohne gro&szlig;en b&uuml;rokratischen Aufwand Arbeitskr&auml;fte zwischen in- und ausl&auml;ndischen Niederlassungen transferieren k&ouml;nnen. Im Bedarfsfall m&uuml;ssen sie schnell und unkompliziert nicht-deutsche Kr&auml;fte einstellen k&ouml;nnen. Ein kompliziertes, unflexibles Ausl&auml;ndergesetz steht im Widerspruch zu den Bed&uuml;rfnissen der Konzerne, die von Deutschland aus global agieren.<br \/>  Das Ausl&auml;ndergesetz ist &uuml;ber die Jahre immer komplizierter geworden, auch weil es im Grundsatz an dem Anwerbestopp von 1973 festhielt, gleichzeitig aber zahlreiche Ausnahmen schaffen musste, um den Bed&uuml;rfnissen der Unternehmen entgegen zu kommen. <br \/>  Man denke auch an die Klagen von mittleren Betrieben, die zum Beispiel Schwei&szlig;er oder Elektroinstallateure aus dem ehemaligen Jugoslawien angestellt hatten und die laut geltenden Gesetzen ausreisen m&uuml;ssen. <br \/>  Die international stark verflochtene und exportabh&auml;ngige deutsche Wirtschaft hat &uuml;berdies ein Interesse, das Image Deutschlands in Sachen Ausl&auml;nderpolitik etwas aufzupolieren.<br \/>  Einwanderungsgesetz<br \/>  Die Debatte um die Abschaffung des Asylrechts wurde 1991\/92 noch nach dem Motto &#x84;Ausl&auml;nderInnen rein oder raus&#x93; gef&uuml;hrt. SPD und Gr&uuml;ne brachten die Idee eines Einwanderungsgesetzes auf. Damit konnte die Diskussion auf die Frage umgelenkt werden: Welche Ausl&auml;nderInnen d&uuml;rfen rein und welche m&uuml;ssen drau&szlig;en bleiben. Das neue Gesetz ist die Antwort auf diese Frage, allerdings ausschlie&szlig;lich aus Sicht der privaten Wirtschaft. <br \/>  Grundlegend hei&szlig;t die Antwort: In der Regel m&uuml;ssen Ausl&auml;nderInnen drau&szlig;en bleiben. &#x84;Das Gesetz wird die Zahl der Zuwanderer deutlich verringern&#x93; (Zeitungsanzeige der Bundesregierung).<br \/>  Wie vor hundert Jahren dient die Zuwanderung ausdr&uuml;cklich und ausschlie&szlig;lich wirtschaftlichen Interessen. KeinE Ausl&auml;nderIn darf nach Deutschland kommen und eine Arbeit aufnehmen, ohne die vorherige Zustimmung der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit. <br \/>  Wie vor 100 Jahren kann den ArbeiterInnen vorgeschrieben werden, was und wo sie arbeiten d&uuml;rfen: &#x84;Die Zustimmung kann die Dauer und die berufliche T&auml;tigkeit festlegen sowie die Besch&auml;ftigung auf bestimmte Betriebe und Bezirke beschr&auml;nken.&#x93; (Paragraph 39 Zuwanderungsgesetz). Dieses &#x84;moderne&#x93; Gesetz ist so modern wie der Schnurrbart von Kaiser Wilhelm.<br \/>  Neu ist, dass bestimmte Personen von Anfang an einen unbefristetes Aufenthaltsrecht bekommen k&ouml;nnen. Das sind sogenannte Hochqualifizierte und Personen, die nach einem Punktesystem ausgew&auml;hlt werden. Wie viele das sein sollen, wird nicht gesagt, aber sicher nicht mehr als ein paar zehntausend pro Jahr. So gibt man sich weltoffen und kann nebenbei Geld f&uuml;r die Ausbildung von AkademikerInnen und in der Forschung sparen.<br \/>  Offiziell wird auch die demografische Entwicklung als Begr&uuml;ndung f&uuml;r das neue Gesetz angef&uuml;hrt. Deutschland br&auml;uchte Zuwanderung, weil die Bev&ouml;lkerung im Durchschnitt &auml;lter wird und zahlenm&auml;&szlig;ig abnimmt. Das wird jetzt erz&auml;hlt, weil man irgendwie die Rolle r&uuml;ckw&auml;rts von der &#x84;Das Boot ist voll&#x93;-Propaganda schaffen muss. <br \/>  Tatsache ist, dass die Wirtschaft Fachkr&auml;fte nicht nur als Lohndr&uuml;cker ins Land holen will, sondern auch noch die gesellschaftlichen Kosten f&uuml;r deren schulische und berufliche Ausbildung sparen m&ouml;chte. In einer Stellungnahme von BDA und DIHK (Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde und Deutscher Industrie und Handelskammertag) zum Gesetzentwurf hei&szlig;t es: &#x84;Von besonderer Bedeutung ist aus Sicht der Wirtschaft die &Ouml;ffnung des Arbeitsmarktes f&uuml;r bedarfsorientierte, gesteuerte Zuwanderung. &#8230; Die Arbeitgeber haben deshalb seit langem die Abkehr von dem in Deutschland fast drei&szlig;ig Jahre lang geltenden Anwerbestopp gefordert.<br \/>  Bei der Zuwanderung &uuml;ber das Punktesystem handelt es sich nicht nur um eine Zuwanderungsform aus rein demographischen Gr&uuml;nden. Vielmehr werden hier die Bedarfe des Arbeitsmarktes in ganz besonders ausgepr&auml;gter Weise ber&uuml;cksichtigt. Das Punktesystem reagiert dabei nicht auf bereits entstandene Arbeitskr&auml;ftel&uuml;cken, sondern soll absehbare Defizite von vornherein ausgleichen. Die im Hinblick auf eine dauerhafte Integration erforderliche Bestenauslese stellt in besonderer Weise die nationalen und &ouml;konomischen Interessen in den Vordergrund.&#x93;<br \/>  Zum ersten Mal werden geschlechtsspezifische und nichtstaatliche Verfolgung als Asylgrund anerkannt. Das ist ein Fortschritt &#x96; aber wieviele werden davon erfasst? Was nutzt ein Recht, das unerreichbar bleibt? Was nutzt dieses Recht zum Beispiel den Frauen, die in einem B&uuml;rgerkriegsland Opfer systematischer Vergewaltigung wurden? Die Chance, dass sie es bis nach Deutschland schaffen ist seit der Beschneidung des Asylrechts gering. Noch geringer ist ihre Chance, als Asylberechtigte anerkannt zu werden. Von allen Fl&uuml;chtlingen (M&auml;nner und Frauen) &uuml;ber die im Jahre 2000 entschieden wurde, wurden nur 3.128 als asylberechtigt anerkannt (3 Prozent). Auch unter Rot-Gr&uuml;n sitzen traumatisierte Frauen in Abschiebekn&auml;sten und werden selbst in L&auml;nder wie Nigeria abgeschoben.<\/p>\n<p>  Warum ist die CDU dagegen?<\/p>\n<p>  Die Unternehmerverb&auml;nde begr&uuml;&szlig;en das Gesetz also, kein Wunder, sie haben es ja selber initiiert. Aber warum ist die Unternehmerpartei CDU dagegen?<br \/>  Die CDU ist dagegen, weil sie als Oppositionspartei opponieren muss und weil sie Opfer ihrer eigenen Propaganda ist. Jahrzehntelang hat sie betont: Ausl&auml;nderInnen sind nur G&auml;ste, und G&auml;ste sind immer G&auml;ste auf Zeit. Jetzt braucht sie etwas Zeit, um ihre Propaganda den ver&auml;nderten Verh&auml;ltnissen und den ver&auml;nderten Bed&uuml;rfnissen der privaten Wirtschaft anzupassen. Aber wenn sie die Wahlen gewinnt, wird sie ein paar zweitrangige Ver&auml;nderungen an dem Gesetz vornehmen und es ansonsten so lassen, wie es ist.<br \/>  Auch die CDU f&auml;ngt an, &ouml;ffentlich anzuerkennen, dass der Gro&szlig;teil der ImmigrantInnen auf Dauer hier leben wird. Die CDU in Nordrhein-Westfalen fordert neuerdings Integrationskurse f&uuml;r praktisch alle ImmigrantInnen. Bundesinnenminister Schily forderte in einem Zeitungsinterview, die Ausl&auml;nderInnen m&uuml;ssten sich &#x84;assimilieren&#x93;. Assimilieren hei&szlig;t w&ouml;rtlich sich angleichen, anpassen. Wer hier bleiben will, muss also &#x84;deutsch&#x93; werden. Man sieht, die etablierten Parteien sind sich trotz Streit nach au&szlig;en im Grundsatz einig.<br \/>  Einerseits wird mit dem neuen Gesetz die Tatsache anerkannt, dass Ausl&auml;nderInnen auf Dauer hier leben werden, andererseits bleibt es beim Grundsatz, dass die Erlaubnis hier zu leben, grunds&auml;tzlich an die Erwerbst&auml;tigkeit gebunden ist. Damit macht man allen Nicht-Deutschen klar: ihr bleibt Menschen zweiter Klasse. Das dient der Spaltung und soll einsch&uuml;chtern. <\/p>\n<p>  Europa voller Rassisten?<\/p>\n<p>  In vielen europ&auml;ischen L&auml;ndern konnten rechtsextreme Parteien in den letzten Jahren Wahlerfolge verbuchen. In &Ouml;sterreich regiert die FP&Ouml; mit, in Italien die Nationale Allianz, in den Niederlanden die Liste Pim Fortuyn (LPF). In Frankreich kam Le Pen in die Stichwahl um das Pr&auml;sidentenamt.<br \/>  Politiker der etablierten Parteien in ganz Europa schlagen sch&auml;rfere T&ouml;ne gegen Ausl&auml;nderInnen an und verabschieden h&auml;rtere Ausl&auml;ndergesetze. <br \/>  Sie begr&uuml;nden das auch damit, dass sie der ge&auml;nderten Stimmung in der Bev&ouml;lkerung Rechnung tragen m&uuml;ssten. Man d&uuml;rfe das Thema nicht den &auml;u&szlig;ersten Rechten &uuml;berlassen, sagen sie und rechtfertigen damit ihre &auml;u&szlig;erst rechte Politik. <br \/>  Die Frage lautet, ob die Menschen angesichts zunehmender Probleme wie Armut und Arbeitslosigkeit quasi automatisch nach rechts gehen. Anders formuliert: ob rassistische Stammtischparolen die Politik bestimmen oder ob rassistischen Politik die entsprechenden Stammtischparolen hervorbringt. <br \/>  Tatsache ist, dass auch in Deutschland in den letzten Jahren rassistische Vorurteile stark zugenommen haben. <br \/>  Eine wachsende Zahl von Menschen meint, dass zu viele Fl&uuml;chtlinge nach Deutschland kommen und es hier zu viele Ausl&auml;nderInnen gibt. Sie glauben zum Beispiel, wenn die Kommunen weniger Geld f&uuml;r die Unterbringung von Fl&uuml;chtlingen ausgeben w&uuml;rden, dann w&uuml;rde nicht so sehr an der Sanierung von Schulen oder bei den Sozialausgaben gespart und hegen deshalb auch gewisse Sympathien f&uuml;r h&auml;rtere Politik gegen&uuml;ber Fl&uuml;chtlingen.<br \/>  Aber diese Einstellung ist nicht vom Himmel gefallen und auch nicht unumkehrbar.<br \/>  Vorurteile sind Urteile ohne vorherige Information. Wir alle bekommen aber nur h&ouml;chst einseitige Informationen. Wenn in den Abendnachrichten &uuml;ber Fl&uuml;chtlinge und ImmigrantInnen berichtet wird, kommen zwar oft Politiker wie Schily und Beckstein mit ihren reaktion&auml;ren Ansichten zu Wort, aber nicht die Fl&uuml;chtlinge selber. <br \/>  Schon die Bezeichnung Ausl&auml;nderInnen ist irref&uuml;hrend. Die damit gemeinten Menschen leben ja nicht im Ausland, sondern hier. MigrantInnen werden per Gesetz wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Das f&uuml;hrt dazu, dass viele die Ungleichbehandlung als normal empfinden. Besonders wenn fast niemand auf diesen allt&auml;glichen Skandal aufmerksam macht. Selbst die PDS hat im Bundesrat dem sogenannten Zuwanderungsgesetz zugestimmt &#x96; ein Skandal ersten Ranges, der den staatlichen Rassismus auch noch von links legitimieren soll. <br \/>  Die ganze Diskussion um &#x84;n&uuml;tzliche Ausl&auml;nder&#x93; f&uuml;hrt im Umkehrschluss dazu, dass MigrantInnen, die keine Arbeit haben, zu nutzlosen Subjekten gestempelt werden, die angeblich den Wohlstand der Deutschen gef&auml;hrden. Das Gesetz und die Begr&uuml;ndung daf&uuml;r wird rassistische Vorurteile sch&uuml;ren. Das wird sich sp&auml;testens dann dramatisch bemerkbar machen, wenn die Arbeitslosenzahlen in Deutschland neue Rekordh&ouml;hen erreichen.<br \/>  Um das zu verhindern, ist eine starke linke Oppositionspartei n&ouml;tig, die auf der Stra&szlig;e, in Diskussionen und in Flugbl&auml;ttern immer und immer wieder die Propaganda der etablierten Parteien widerlegt. Zum Beispiel kann man erkl&auml;ren, dass es tats&auml;chlich einen Zusammenhang zwischen Ausl&auml;nderpolitik und Sozialabbau gibt. Eine h&auml;rtere Politik gegen&uuml;ber Fl&uuml;chtlingen und ImmigrantInnen bedeutet aber nicht weniger, sondern mehr Sozialabbau f&uuml;r alle. <br \/>  Die d&auml;nische Regierung hat unter anderem beschlossen, dass Asylbewerber in den ersten sieben Jahren ihres Aufenthalts in D&auml;nemark keine volle Sozialhilfe bekommen. Im Fall einer Anerkennung haben sie keinen Anspruch mehr auf Wohnraum. Zudem erhalten Kriegsdienstverweigerer kein Asyl mehr, auch wird die Gew&auml;hrung einer Aufenthaltsgenehmigung aus humanit&auml;ren Gr&uuml;nden abgeschafft. Voraussetzung f&uuml;r eine Aufenthaltsgenehmigung ist k&uuml;nftig ein Sprachtest. Dabei muss der Bewerber nachweisen, dass er so gut d&auml;nisch spricht wie ein Sch&uuml;ler der neunten Klasse. Gleichzeitig wird eine K&uuml;rzungspolitik umgesetzt, die alle D&auml;nen und MigrantInnen trifft &#x96; wie &uuml;berall nat&uuml;rlich mit Ausnahme der Reichen.<br \/>  Die niederl&auml;ndische Regierung plant &auml;hnlich harte Ma&szlig;nahmen gegen Fl&uuml;chtlinge. Wer sich bei der Einreise nicht ausweisen kann, soll keinen Asylantrag mehr stellen d&uuml;rfen. Das trifft sch&auml;tzungsweise 80 Prozent der Fl&uuml;chtlinge die derzeit in die Niederlande kommen. Auch die niederl&auml;ndische Regierung plant parallel dazu Sozialabbau.<br \/>  Das Arbeitslosensystem soll reformiert und Stellen im &ouml;ffentlichen Dienst abgebaut werden. Im Staatshaushalt sollen mehr als 6,5 Milliarden Euro eingespart werden.<\/p>\n<p>  Sozialabbau und Rassismus &#x96; Hand in Hand<\/p>\n<p>  In Deutschland gehen seit &uuml;ber zehn Jahren Versch&auml;rfung der Ausl&auml;ndergesetze und Beschneidung des Asylrechts einher mit Sozialabbau f&uuml;r alle &#x96; egal ob Deutsche oder Nicht-Deutsche. Das ist kein Zufall, sondern Absicht. Rassistische Politik, Hetze gegen ImmigrantInnen und gesetzliche Diskriminierung von Nicht-Deutschen soll ja gerade Sozialabbau und Arbeitsplatzvernichtung auf breiter Front m&ouml;glich machen. Statt sich &uuml;ber die Regierung zu emp&ouml;ren, sollen die Leute sich &uuml;ber &#x84;kriminelle Ausl&auml;nder&#x93; aufregen. Statt das kapitalistische Profitsystem f&uuml;r die Vernichtung von Arbeitspl&auml;tzen verantwortlich zu machen, sollen die Menschen denken, die Ausl&auml;nderInnen seien schuld. Deutsche und Nicht-Deutsche sollen gegeneinander gestellt werden, um einen gemeinsamen Kampf f&uuml;r ihre gemeinsamen Interessen zu verhindern.<br \/>  Genauso oft wie Regierung, Unternehmervertreter und Medien rassistische Meinungen verbreiten, genau so oft m&uuml;sste die Gewerkschaftsf&uuml;hrung und die Linke &ouml;ffentlich dagegen argumentieren. Das geschieht derzeit in keinem einzigen Land in Europa. <br \/>  Die Gewerkschaftsf&uuml;hrer sind nach rechts ger&uuml;ckt, und es gibt derzeit in keinem Land eine starke Arbeiterpartei, die rassistische Politik zur&uuml;ckweist, eine Alternative zur kapitalistischen Murkswirtschaft aufzeigt und einen entschlossenen Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit organisiert. Das ist der Grund daf&uuml;r, dass rassistische Vorurteile zugenommen und extrem rechte Parteien mit ihrer Mischung aus ausl&auml;nderfeindlichen Parolen und sozialer Demagogie Wahlerfolge erzielen konnten. <br \/>  Rassismus geh&ouml;rt zum Kapitalismus wie Arbeitslosigkeit und Armut. Der Kampf gegen diese &Uuml;bel kann letztendlich nur erfolgreich sein, wenn er verbunden wird mit dem Kampf f&uuml;r eine grundlegend andere Gesellschaft, f&uuml;r eine sozialistische Demokratie. Wenn in jedem Land der Welt alle Menschen sinnvolle Arbeit, angemessenes Einkommen und die gleichen Rechte haben, dann kann es weder Rassismus noch rassistische Vorurteile geben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der alte Leitspruch der Arbeiterbewegung aktueller denn je: Hoch die internationale Solidarit&auml;t!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg K&uuml;mmel (August 2002)<\/p>\n<p> Modern und weltoffen soll das sogenannte Zuwanderungsgesetz sein &#x96; sagen SPD und Gr&uuml;ne. Auch die PDS hat daf&uuml;r gestimmt. Die CDU ist dagegen. Ist das Gesetz also tats&auml;chlich irgendwie fortschrittlich? Wieso gibt es dieses Gesetz und wem n&uuml;tzt es?<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10097"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10097\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}