{"id":10078,"date":"2002-09-04T12:39:48","date_gmt":"2002-09-04T10:39:48","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10078"},"modified":"2012-05-29T13:01:56","modified_gmt":"2012-05-29T11:01:56","slug":"10078","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/09\/10078\/","title":{"rendered":"Gleichberechtigung durch Kommerz?"},"content":{"rendered":"<p>  Stellungnahme der SAV zum CSD 2002<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Der landesweite Schwulen- und Lesbenverband LSVD will in diesem Jahr auf   die Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Bisexuellen im   Adoptionsrecht aufmerksam machen. Nachdem letztes Jahr die Homoeh Thema   war und es nun f&#252;r Schwule, Lesben und Bisexuelle m&#246;glich ist, sich als   Lebenspartnerschaft eintragen zu lassen, soll nun das Recht auf   Elternschaft Gleichberechtigung bringen. Doch diese Regelungen erfassen   immer nur einen Teil der Menschen und diskriminieren andere.<br \/>Ein   Schritt nach vorne ist nur die Gleichberechtigung aller Lebensformen,   egal ob sie homo-, bi- oder heterosexuell sind, egal ob man\/frau sich   eine Wohnung teilt, egal ob Kinder aufgezogen werden oder nicht, egal ob   und mit wem Sex im Spiel ist. Die Ausrichtung auf Homoehe und   Adoptionsrecht f&#252;r bestimmte Gruppen ist dagegen eine Sackgasse und   tr&#228;gt nicht zur wirklichen Gleichberechtigung bei. Oder werden   beispielsweise Menschen aus binationalen Ehen weniger diskriminiert,   weil sie verheiratet sind oder Kinder haben?<br \/>Dieser Staat ist nicht   daran interessiert die Unterteilungen der Menschen in M&#228;nner und Frauen,   Deutsche und Ausl&#228;nder, Homo-, Bi- und Heterosexuelle v&#246;llig aufzuheben,   da diese das bestehende System mit aufrecht erhalten. Mit kleinen   kosmetischen Korrekturen in Gesetzestexten wollen sich etablierte   Politiker &#252;ber die n&#228;chste Wahl retten. Unserer Meinung hat der Staat   kein Recht, Regelungen zu schaffen, wer mit wem legal und staatlich   gef&#246;rdert schlafen kann und wer, wenn er nicht ins Bild pa&#223;t, schon vom   Gesetz her diskriminiert wird.<br \/>Der diesj&#228;hrige Forderungskatalog ist   umfangreich und enth&#228;lt positive Ansatzpunkte. Aber k&#246;nnen diesen   Forderungen auf einer schwul-lesbischen Loveparade, zu dem sich der CSD   in den letzten Jahren in vielen St&#228;dten entwickelte, oder in   Hochglanzmagazinen voller Werbung tats&#228;chlich Geltung verschafft werden?<br \/>Die   Toleranz, die etablierte PolitikerInnen durch offizielle Gru&#223;worte zur   Schau stellen oder die von der Werbung durch die Entdeckung von   Homosexuellen als Zielgruppe vermittelt wird, ist scheinheilig. Sie kann   und darf nicht &#252;ber die allt&#228;gliche Diskriminierung hinwegt&#228;uschen. Auch   wenn Jacobs dieses Jahr auf der CSD-Party f&#252;r Werbezwecke Kaffee   spendiert, mit wirklicher Gleichberechtigung, Akzeptanz oder einer   angeblich neuen Normalit&#228;t hat dies nichts zu tun.<br \/>Einen   besseren Ansatz bietet der alternative CSD, wie er auch dieses Jahr zum   Beispiel in Berlin und Hamburg stattfindet. Statt Geld mit &#252;berteuertem   Sekt zu machen, werden hier weitreichendere politische Forderungen in   den Vordergrund gestellt, wie der Stopp von K&#252;rzungen im Sozialbereich,   gegen Kriegstreiberei oder f&#252;r Internationalismus. Der alternative CSD   bietet auf diese Weise Raum f&#252;r eine grundlegendere Gesellschaftskritik,   die im Zusammenhang mit diesem Thema richtig und notwendig ist.<br \/>In   einer Gesellschaft, die nur am Profitinteresse einiger weniger Reicher   ausgerichtet ist, kann es keine wirkliche Gleichberechtigung auf Dauer   geben. Nur in einer sozialistischen Gesellschaft, wo die Wirtschaft nach   den Bed&#252;rfnissen der Mehrheit der Bev&#246;lkerung geplant wird, k&#246;nnen die   tiefsitzenden Unterteilungen der Menschen &#252;berwunden werden. Daf&#252;r   k&#228;mpfen wir.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Stellungnahme der SAV zum CSD 2002\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[33],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10078"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10078"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10078\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10078"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10078"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}