{"id":10077,"date":"2002-09-04T12:35:42","date_gmt":"2002-09-04T10:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10077"},"modified":"2012-05-29T13:02:17","modified_gmt":"2012-05-29T11:02:17","slug":"10077","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/09\/10077\/","title":{"rendered":"10 Antworten gegen Atomkraft und Castortransporte"},"content":{"rendered":"<p>  Faltblatt der SAV zum <a href=\"\/media\/m\/atomkraft.pdf\">Download als PDF-Datei <\/a> oder als Text<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  1.Wieso noch protestieren? Der Ausstieg ist doch beschlossen.<\/p>\n<p>  Gegenfrage: Wann wird denn das erste Atomkraftwerk abgeschaltet und wann   das letzte? Im Juni 2000 wurde von Regierung und Stromkonzernen eine   Vereinbarung &#252;ber die Zukunft der Atomenergie unterschrieben. Die   Vereinbarung legt keinen verbindliches Datum f&#252;r das Ende der Atomkraft   in Deutschland fest. Es wird nicht einmal ein Termin f&#252;r das Abschalten   eines einzigen Reaktors festgeschrieben. Die Vereinbarung garantiert im   Gegenteil den Betrieb von AKWs f&#252;r viele Jahre. Und jeden Tag strahlen   sie weiter jeden Tag kann eines davon explodieren. In der Vereinbarung   werden keinen Restlaufzeiten festgelegt, sondern gro&#223;z&#252;gige   Reststrommengen, die auch noch flexibel zwischen den Atomkraftwerken hin   und her geschoben werden k&#246;nnen. An einer Stelle hei&#223;t es, bei der   Berechnung der Reststrommengen w&#252;rde unter anderem von einer   Regellaufzeit von 32 Jahren ausgegangen. Das &#228;lteste der 19   Atomkraftwerke, die derzeit in Betrieb sind, Obrigheim, wurde 1968   gebaut. Ausgerechnet f&#252;r dieses, &#252;ber 32 Jahre alte AKW wurde eine   &#220;bergangsfrist bis zum 31.12.2002 vereinbart &amp;#x96 dann muss es aber   nicht stillgelegt werden, sondern dann wird entschieden, wie lange   Obrigheim noch Atomstrom produzieren darf. Zuf&#228;llig liegt dieser Termin   nach der n&#228;chsten Bundestagswahl.<\/p>\n<p>2.Die Gr&#252;nen haben durch   ihre Beteiligung an der Regierung und &#252;ber die Verhandlungen mit der   Atomindustrie immerhin etwas erreicht.<\/p>\n<p>Die Atomindustrie hat kein   einziges Zugest&#228;ndnis gemacht. Sie hatte angesichts gro&#223;er   &#220;berkapazit&#228;ten bei der Stromerzeugung und des zu erwartenden   Widerstandes der AtomkraftgegnerInnen ohnehin nicht vor, in den n&#228;chsten   Jahren neue AKWs in Deutschland zu bauen. Die Atomindustrie selber hat   bei verschieden Gelegenheiten erkl&#228;rt, dass trotz dieser Vereinbarung   von einem endg&#252;ltigen Ausstieg keine Rede sein kann. Es gibt auch keinen   sogenannten Konsens. In der Vereinbarung wird von &quot;unterschiedlichen   Haltungen&quot; zur Kernenergie gesprochen. Kernkraftwerksbauer Siemens   entwickelt weiter zusammen mit der franz&#246;sischen Framatom einen neuen   Atomkraftwerkstyp, den EPR. Umgekehrt hat die Rot-Gr&#252;ne Regierung   zugesichert, dass &quot;der ungest&#246;rte Betrieb der Kernkraftwerke wie auch   deren Entsorgung gew&#228;hrleistet werden&quot;. Die Sicherheitsausr&#252;stung der   AKWs muss laut Vereinbarung nicht mehr, wie bisher, entsprechend dem   fortschreitenden Stand der Technik verbessert werden, sondern &quot;die   Bundesregierung wird keine Initiative ergreifen, um diese   Sicherheitsstandards und die diesem zu Grunde liegende   Sicherheitsphilosophie zu &#228;ndern.&quot; Die Kerntechnikforschung &quot;bleibt   frei&quot; hei&#223;t es in der Vereinbarung. Und die Rot-Gr&#252;ne Regierung steht   kurz davor, den Betrieb des neuen Forschungsreaktor &quot;M&#252;nchen II&quot; in   Garching zu genehmigen, der mit atomwaffentauglichem Uran betrieben wird.<br \/> Vor einem Jahr haben die Gr&#252;nen zusammen mit der SPD einer 300 Millionen DM   B&#252;rgschaft f&#252;r den Bau ein Atomkraftwerkes in China zugestimmt.<\/p>\n<p> 3.Sofort abschalten geht ja gar nicht<\/p>\n<p>Geht doch. Die &#220;berkapazit&#228;ten an   Kraftwerken in Deutschland sind so gro&#223;, dass selbst bei sofortigem   Abschalten aller 19 AKWs und bei Spitzenbedarf noch ein ausreichende   Reserve vorhanden w&#228;re. Wegen der &#220;berkapazit&#228;ten wollen die   Energiekonzerne selber eine Reihe von Kraftwerken stilllegen &amp;#x96 nur   keine Atomkraftwerke.<\/p>\n<p>4.Wenn wir die Atomkraftwerke schon heute   abschalten, dann wird Atomstrom aus dem Ausland nach Deutschland   geliefert. Und die Kraftwerke dort sind unsicherer als die deutschen.<\/p>\n<p> Es gibt kein Naturgesetz nachdem Atomstrom aus Deutschland durch Atomstrom aus   dem Ausland ersetzt werden m&#252;sste. Wenn die Atomindustrie gezwungen   werden kann, die AKWs abzuschalten, dann kann sie auch gezwungen werden   keinen Atomstrom zu importieren. Vor gar nicht allzu langer Zeit hie&#223; es   auch noch deutsches Rindfleisch sei sicher. Wir wollen lieber nicht   warten bis es in einem &quot;sicheren&quot; deutschen Kernkraftwerk zu einem   schlimmen St&#246;rfall kommt oder gar eines explodiert.<\/p>\n<p>5.Es   n&#252;tzt doch nicht viel, wenn wir einen Alleingang machen und andere   Staaten noch Kernkraftwerke laufen lassen.<\/p>\n<p>In den L&#228;ndern, in   denen ebenfalls AKWs laufen, gibt es auch eine Bewegung dagegen. Wenn in   Deutschland die AKWs abgeschaltet w&#252;rden, dann w&#252;rde das die Position   der Atomkraftgegner in anderen L&#228;ndern enorm st&#228;rken. Eine Stilllegung   der AKWs in diesen L&#228;ndern k&#246;nnten dann viel leichter erreicht werden   als heute.<\/p>\n<p>6.Die Castoren aus Frankreich m&#252;ssen zur&#252;ck   transportiert werden. Das ist vertraglich vereinbart und wir k&#246;nnen   nicht unseren Atomm&#252;ll bei den Franzosen vor der T&#252;r stehen lassen.<\/p>\n<p> Grunds&#228;tzlich &#252;bernehmen wir nicht die Verantwortung f&#252;r Vertr&#228;ge, die gegen   unseren Willen von der Atommafia und deren politischen Handlangern   geschlossen worden sind. Die Rot-Gr&#252;ne Regierung hat mit Frankreich aber   nicht nur den Transport von Atomm&#252;ll nach Deutschland vereinbart sondern   daran gekoppelt den Transport von neuem Atomm&#252;ll aus Deutschland nach   Frankreich. Es geht also bestimmt nicht darum, die Franzosen von   deutschem Atomm&#252;ll zu befreien. Es geht darum, den Betrieb deutscher   Kernkraftwerke sicher zustellen. Denn in Frankreich werden aus den   abgebrannten Brennst&#228;ben neue produziert &#8211; f&#252;r die deutschen   Kernkraftwerke.<\/p>\n<p>7.Der Atomm&#252;ll den die Castoren transportieren   sollen ist nun mal bereits in der Welt und muss jetzt irgendwo hin.<\/p>\n<p> Die Proteste richten sich nicht dagegen, dass es bereits Atomm&#252;ll gibt,   sondern dagegen, dass t&#228;glich neuer produziert wird. Die Position kann   deshalb nur sein, erst alle AKWs abschalten, dann eine breite   gesellschaftliche Diskussion &#252;ber den sichersten Weg den unsicheren   Atomm&#252;ll zu lagern.<\/p>\n<p>8.Wenn wir die Atomkraftwerke sofort   abschalten entsteht noch mehr klimasch&#228;dliches Kohlendioxid.<\/p>\n<p>  Es gibt viele Wege, die Kohlendioxid-Emissionen drastisch zu senken,   insbesondere durch Energie sparen und Einsatz erneuerbarer Energien.   Wenn es den Gr&#252;nen mit der Senkung des Kohlendioxid-Aussto&#223;es ernst   w&#228;re, dann m&#252;sste sie zum Beispiel die Privatisierung der Bahn und die   damit verbundenen Streckenstilllegungen stoppen.<\/p>\n<p>9.Man darf nur   friedlich gegen Castoren und Atomkraft protestieren<\/p>\n<p>Wenn die   Regierung sich friedlich verhalten und auf den Einsatz von Polizei   verzichten w&#252;rde, dann lie&#223;e sich der Castortransport bestimmt allein   mit friedlichen Blockaden stoppen.<\/p>\n<p>10.Man kann eben nicht mehr   gegen die Macht der Energiekonzerne machen.<\/p>\n<p>Millionen sind   st&#228;rker als Million&#228;re und Manager. Sie m&#252;ssen nur organisiert und gegen   die Atomkraft mobilisiert werden. Deshalb sollte sich jeder an den   Protesten beteiligen. Auf die Gewerkschaftsf&#252;hrungen muss Druck ausge&#252;bt   werden, den Kampf gegen Atomkraft und f&#252;r den Erhalt und Ausbau von   Arbeitspl&#228;tzen bei umweltfreundlichen Energien aufzunehmen. Die Macht   der Atomindustrie muss gebrochen werden. Die Energiekonzerne m&#252;ssen in   Gemeineigentum &#252;berf&#252;hrt und demokratisch kontrolliert und verwaltet   werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Faltblatt der SAV zum <a href=\"\/media\/m\/atomkraft.pdf\">Download als PDF-Datei <\/a><br \/>\noder als Text\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[115,114],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10077"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10077"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10077\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10077"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10077"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10077"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}