{"id":10065,"date":"2002-09-02T15:22:20","date_gmt":"2002-09-02T15:22:20","guid":{"rendered":".\/?p=10065"},"modified":"2002-09-02T15:22:20","modified_gmt":"2002-09-02T15:22:20","slug":"10065","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/09\/10065\/","title":{"rendered":"&Ouml;l, Prestige und Krieg"},"content":{"rendered":"<p><i>Ungeachtet der explosiven Folgen droht ein Krieg der USA gegen den Irak<\/i><\/p>\n<p>  Ein Krieg gegen den Irak soll die Fortsetzung des sogenannten &#x84;Krieges gegen den Terror&#x93; sein. Nach dem 11. September diente der Krieg gegen Afghanistan den US-Herrschenden, um das Bild von der &#x84;unzerst&ouml;rbaren Weltmacht Nummer 1&#x93; wiederherzustellen. Mit dem 11. September sahen die US-M&auml;chtigen auch eine Chance, um ihre Macht und ihren Einfluss weltweit weiter auszubauen.<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\n<i><br \/>  von Doreen Ullrich, Berlin<\/i><\/p>\n<p align=\"right\"><a href=\"\/modules.php?name=Content&#038;pa=showpage&#038;pid=5\"><img src=\"\/media\/images\/ssz.gif\"[ ]border=\"0\"><\/a><\/p>\n<p>  Bush junior w&uuml;rde gern beenden, was sein Vater im Golfkrieg vor einem Jahrzehnt versucht hat. Allein, dass sich Hussein zehn Jahre lang gegen den erkl&auml;rten Willen der USA an der Macht halten konnte, macht ihn f&uuml;r die USA zu einem Dorn im Auge. Auch innenpolitisch k&auml;me ein Krieg gegen den Irak Bush gelegen. Nach den Pleiten und Skandalen um Konzerne wie Enron oder Worldcom, den sinkenden Aktienm&auml;rkten und den steigenden Arbeitslosenzahlen w&auml;re dies eine willkommene Ablenkung.<br \/>  Seit Jahren leidet allerdings die irakische Bev&ouml;lkerung an den st&auml;ndigen Bombardements der USA und Britanniens und an den verh&auml;ngten Sanktionen. Etwa eine Million Irakis mussten auf Grund dessen ihr Leben lassen, darunter etwa 500.000 Kinder. Ein Angriff auf den Irak w&uuml;rde unz&auml;hlige weitere zivile Opfer fordern. <\/p>\n<p>  <b>Krieg um &Ouml;l<\/b><\/p>\n<p>  Im Nahen Osten liegen mehr als 60 Prozent aller derzeit bekannten &Ouml;l- und Erdgasreserven. Die USA sind der weltweit gr&ouml;&szlig;te Verbraucher von &Ouml;l und j&auml;hrlich wird massig Profit mit dem &#x84;schwarzen Gold&#x93; gemacht. So sind etwa 20 Prozent der Profite der 20 gr&ouml;&szlig;ten US-Konzerne aus der &Ouml;lbranche.<br \/>  Auch wenn die Industriestaaten den gr&ouml;&szlig;ten &Ouml;l- und Erdgasverbrauch haben, so verf&uuml;gen sie nur &uuml;ber einen kleinen Prozentsatz an eigenen Ressourcen. So befinden sich lediglich f&uuml;nf Prozent der Weltvorr&auml;te in den G7-Staaten. Hinzu kommt, dass davon ausgegangen wird, dass die nordamerikanischen und die Nordsee-&Ouml;lvorkommen in etwa zehn Jahren ersch&ouml;pft sind. <br \/>  Damit steigt die Abh&auml;ngigkeit amerikanischer Konzerne von fremden &Ouml;l aus dem Nahen Osten oder Zentralasien. Gleichzeitig wird der Kampf um vorhandene Reserven mit der stetigen Abnahme der Ressourcen wachsen. Da im Nahen Osten die gr&ouml;&szlig;ten der bekannten &Ouml;l- und Erdgasreserven liegen, ist es f&uuml;r die USA strategisch n&ouml;tig, ihren Einfluss in der Region weiter auszubauen. <\/p>\n<p>  <b>Neuer Golfkrieg<\/b><\/p>\n<p>  Ein Angriff auf den Irak birgt mehr Gefahren f&uuml;r die US-Imperialisten, als der Afghanistan-Krieg. Der Nahe Osten ist ein Pulverfass. Jeden Tag gibt es neue Horrormeldungen aus Israel und Pal&auml;stina. Gleichzeitig nehmen die Proteste im Iran und anderen arabischen Staaten zu, besonders von Studierenden.<br \/>  Einige der arabischen Staaten haben ihre milit&auml;rische Unterst&uuml;tzung den USA bereits versagt, weil sie Angst vor Massenprotesten im eigenen Land haben. Die Regime im Nahen Osten sind reaktion&auml;r und viele davon unpopul&auml;r. Sie f&uuml;rchten um ihre eigene Zukunft. Selbst Saudi-Arabien, sonst Partner der USA, hat Bush versagt, Milit&auml;rbasen zu nutzen. Wenn die Herrschenden Saudi-Arabiens die USA in irgendeiner Weise unterst&uuml;tzen, ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses islamisch-fundamentalistische und pro-US-amerikanische Regime wegen des Fehlens einer linken Alternative mittels einer Bewegung der Massen durch ein islamisch-fundamentalistisches aber US-feindliches Regime ersetzt w&uuml;rde.<\/p>\n<p>  <b>Schr&ouml;ders &#x84;deutscher Weg&#x93;<\/b><\/p>\n<p>  Schr&ouml;der m&ouml;chte nach der &#x84;uneingeschr&auml;nkten Solidarit&auml;t&#x93; im Krieg gegen Afghanistan nun einen eigenen &#x84;deutschen Weg&#x93; gehen und lehnt einen Krieg ab. Doch Schr&ouml;ders Aussagen sind wohl eher Wahlkampf, sonst k&ouml;nnte er sofort die deutschen Soldaten aus Kuwait abziehen. <br \/>  Doch die deutschen Herrschenden verfolgen durchaus einen &#x84;deutschen Weg&#x93;: Im Gegensatz zu den US-Konzernen, w&uuml;rden sie lieber mit Bagdad Gesch&auml;fte machen, als die Gefahr der Destabilisierung der ganzen Region einzugehen. Doch bei einem tats&auml;chlichen Angriff der USA auf den Irak, mischen sich f&uuml;r sie die Karten neu und dann ist eine deutsche Beteiligung &#x96; auch mit Schr&ouml;der &#x96; nicht ausgeschlossen.<br \/>  Anti-Kriegs-Bewegung<br \/>  Unsere Aufgabe ist es, alles zu tun, um einen Krieg der USA beziehungsweise jeden Einsatz anderer imperialistischer Truppen, wie der deutschen, zu verhindern oder sofort abzubrechen. Dazu muss eine starke Anti-Kriegs-Bewegung aufgebaut werden. Nur durch Massenproteste kann das irakische Volk gegen den imperialistischen Krieg verteidigt werden. <br \/>  Das ist keine Verteidigung des Regimes von Saddam Hussein. SozialistInnen im Irak w&uuml;rden sich gegen jede Form der Unterdr&uuml;ckung wehren, das hei&szlig;t sich gegen den US-Imperialismus und f&uuml;r den Sturz der Diktatur von Saddam Hussein einsetzen. Daf&uuml;r m&uuml;ssten die ArbeiterInnen und verarmten Massen mobilisiert werden und unabh&auml;ngige Arbeiterorganisationen aufgebaut werden. <br \/>  Die bestm&ouml;gliche Unterst&uuml;tzung daf&uuml;r ist eine starke, internationale Anti-Kriegs-Bewegung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><i>Ungeachtet der explosiven Folgen droht ein Krieg der USA gegen den Irak<\/i><\/p>\n<p> Ein Krieg gegen den Irak soll die Fortsetzung des sogenannten &#x84;Krieges gegen den Terror&#x93; sein. Nach dem 11. September diente der Krieg gegen Afghanistan den US-Herrschenden, um das Bild von der &#x84;unzerst&ouml;rbaren Weltmacht Nummer 1&#x93; wiederherzustellen. Mit dem 11. September sahen die US-M&auml;chtigen auch eine Chance, um ihre Macht und ihren Einfluss weltweit weiter auszubauen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[64],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10065"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10065"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10065\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}