{"id":10021,"date":"2002-08-28T10:42:54","date_gmt":"2002-08-28T08:42:54","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=10021"},"modified":"2012-05-29T12:49:37","modified_gmt":"2012-05-29T10:49:37","slug":"10021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/08\/10021\/","title":{"rendered":"Afghanistan &#8212; warum die russische B&#252;rokratie einmarschierte"},"content":{"rendered":"<p>  Afghanistan &#8212; warum die russische B&#252;rokratie einmarschierte (Januar 1980)<br \/>von   Ted Grant, Militant, 18. Januar 1980<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  [Dies ist ein Artikel aus einer britischen trotzkistischen Zeitung. Der   Autor des Artikels war eines der f&#252;hrenden Mitglieder des CWI. 1992   verlie&#223; er diese marxistische Bewegung, deren Mitglied die SAV ist, da   er zu der &#220;berzeugung gekommen war, dass MarxistInnen in den meisten   L&#228;ndern normalerweise Mitglieder der sozialdemokratischen Parteien bzw.   der Labour Party sein sollten.]<\/p>\n<p>In der internationalen Reaktion   auf die Ereignisse in Afghanistan kann man die grundlegenden nationalen   Gegens&#228;tze und Klassenkonflikte sehen, die in der kapitalistischen Welt   wirksam sind. F&#252;r die fortgeschrittenen ArbeiterInnen in den   ArbeiterInnen- und sozialistischen Bewegungen der Welt ist es   entscheidend, diese Dinge klar zu verstehen, um die Argumente der   kapitalistischen Politiker zu beantworten.<br \/>Bevor wir jedoch Fragen   der Diplomatie und Machtpolitik behandeln, ist es n&#246;tig, kurz die   Entwicklung der Revolution in Afghanistan zu skizzieren.<br \/>Afghanistan   ist ein gebirgiges Land, wo ein F&#252;nftel des Landes bebaut werden kann   und mit einer Bev&#246;lkerung von nur 20 Millionen in einem Gebiet, das so   gro&#223; wie Frankreich ist. Seine strategische Lage setzt es oft   ausl&#228;ndischen Invasionen aus. In der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts   blieb es ein weitgehend feudaler Staat.<br \/>Trotzdem ist dieses   abgelegene Land in feudalen Ketten und voll Aberglauben unvermeidlich   unter den Druck der modernen Welt gekommen.<br \/>Auf der Grundlage der   alten Feudalbeziehungen gab es keine M&#246;glichkeit des Fortschritts. Etwa   97 Prozent der Frauen und 90% der M&#228;nner waren AnalphabetInnen. Etwa 5%   der Grundeigent&#252;mer geh&#246;rte mehr als 50% des fruchtbaren Landes. Es gab   keine Eisenbahnen und erst in den letzten 20 Jahren hat das Land mit   russischer Hilfe ein Stra&#223;ensystem bekommen.<br \/>Geschichtlich war   Afghanistan ein Puffer zwischen Russland und dem britischen   Imperialismus. Mit dem Zusammenbruch der britischen Macht auf dem   indischen Subkontinent wurde der Einfluss des Imperialismus durch den   der Sowjetb&#252;rokratie ersetzt.<br \/>Die B&#252;rokratie unterst&#252;tzte zuerst   das monarchistische Regime und dann, als das von Daud gest&#252;rzt wurde,   dessen Regime. Bei der chronischen Sackgasse des afghanischen   Gesellschaftssystems hatte der Druck des Kapitalismus und Stalinismus an   seinen Grenzen unausweichlich eine ungeheure Wirkung auf das Land.<br \/>Im   April 1978 f&#252;hrten die Bedingungen von Massenelend und der Korruption   des Daud-Regimes zu einem proletarisch-bonapartistischen Putsch.   Proletarischer Bonapartismus ist ein System, in dem Gro&#223;grundbesitz und   Kapitalismus abgeschafft sind, aber in dem die Macht nicht in die H&#228;nde   des Volkes &#252;bergegangen ist, sondern von einer Einparteien-Milit&#228;r- und   Polizeidiktatur ausge&#252;bt wird.<\/p>\n<p>Putsch vom April 1978 st&#252;rzte   Daud<\/p>\n<p>Dem Putsch ging Dauds Versuch der Unterdr&#252;ckung aller   Opposition voraus. Sein gest&#252;rztes Regime war ein feudal-b&#252;rokratisches   Einparteienregime gewesen. Die kleine Arbeiterklasse des Landes hatte   keine Gewerkschaften.<br \/>Wenn die Revolution die gesunde Form einer   Bewegung der Massen selbst angenommen h&#228;tte, w&#228;re das Ergebnis sehr von   dem verschieden gewesen, was tats&#228;chlich in Afghanistan passierte. Der   Putsch vom April 1978 beruhte auf einer Bewegung der Armee-Elite und der   Intellektuellen und der f&#252;hrenden Schichten der Freiberufler aus der   Mittelschicht in den St&#228;dten.<br \/>Sie organisierten den Putsch   zun&#228;chst als Vorbeugema&#223;nahme gegen vorbereitete Versuche zur   Vernichtung von ihnen und ihren Familien. Sie handelten zur   Selbsterhaltung, aber auch mit der Idee, Afghanistan in die moderne Welt   zu bringen.<br \/>Nach der Macht&#252;bernahme schafften sie die Hypotheken und   andere Schulden der B&#228;uerInnen ab, die v&#246;llig von den Wucherern   beherrscht wurden, und f&#252;hrten eine Bodenreform durch. Gleichzeitig   k&#252;ndigten sie die Verstaatlichung von &quot;allem, bei dem sich die   Verstaatlichung lohnt&quot; an.<br \/>Aber anders als die &#228;thiopische Elite   schickten sie nicht Tausende von Studierenden von einem Ende des Landes   ins n&#228;chste, in alle T&#228;ler und Berge in ganz Afghanistan, um die   Reformen zu erkl&#228;ren. Folglich war es den Massen der Bauernschaft nicht   klar, was der Nutzen der Aprilrevolution f&#252;r sie sein w&#252;rde.<br \/>Eine   Revolution im klassischen Sinne beginnt mit den Massen unten und umfasst   die Mehrheit der Bev&#246;lkerung. Aber in diesem Falle begann die Revolution   an der Spitze und die in den St&#228;dten wohnenden Intellektuellen waren von   der auf dem Land und in den Bergen wohnenden &#252;berwiegenden Mehrheit der   Bev&#246;lkerung isoliert.<br \/>Unter anderen angestifteten Reformen war   die Abschaffung des &quot;Brautpreises&quot;, des Verkaufs von Frauen an den   k&#252;nftigen Ehemann zum Nutzen der Familie, gew&#246;hnlich des m&#228;nnlichen   Familienoberhaupts. Das Programm zur Abschaffung des Analphabetismus   umfasste obendrein sowohl Frauen als auch M&#228;nner. Das lehnte der   r&#252;ckst&#228;ndige und reaktion&#228;re Teil der Bev&#246;lkerung heftig ab.<br \/>Moslemische   Reaktion&#228;re, Mullahs, Monarchisten, Gro&#223;grundbesitzer und verschiedenes   Gesindel nutzte das und den Aberglauben der Bauernschaft und   Stammesangeh&#246;rigen aus den Bergen und begann sich innerhalb von zwei   Jahren f&#252;r einen Guerillakrieg gegen das Regime in Kabul zu organisieren.<br \/>Seit   undenklichen Zeiten hatte die Regierung in Kabul nur einen schwachen   Zugriff auf die Bergst&#228;mme. Und dies galt auch f&#252;r die neue   revolution&#228;re Regierung unter Tariki. Die Rebellion war ein bunt   gemischter Aufruhr von Hundert oder Tausend uneinigen Stammesangeh&#246;rigen   und Gruppen in verschiedenen T&#228;lern und Bergen. Viele waren Banditen und   Verbrecher, die &quot;pl&#252;ndern wollten&quot;.<br \/>Da den Rebellen   Einheit v&#246;llig fehlte, h&#228;tten sie auch unter den besten Bedingungen   Schwierigkeiten gehabt, einen landesweiten Krieg gegen das Regime in   Kabul zu f&#252;hren. Aber dieser uneinige P&#246;bel, von dem Hunderte und   Tausende Zuflucht in pakistanischen Fl&#252;chtlingslagern suchten, wurde   heimlich mit Geld aus Saudi-Arabien und mit Waffen aus Pakistan und in   gewissem Umfang aus China unterst&#252;tzt.<\/p>\n<p>Neues Regime f&#252;hrt   soziale &#196;nderungen durch<\/p>\n<p>Das proletarisch-bonapartistische   Regime in China scheint immer auf das falsche Pferd zu setzen, so blind   ist es vor Hass auf die Ausdehnung des Einflusses des proletarischen   Bonapartismus Russlands. Zweifellos lieferten die Vereinigten Staaten   durch die CIA auch Geld und Waffen an die Rebellen.<br \/>Gem&#228;&#223; der   Entscheidung von Afghanistans Revolutionsrat vom August 1978 beschlossen   sie die &quot;Verteilung des Landes im Eigentum der Feudalherren an die   Bauern&quot;, das etwa 80% des bebaubaren Bodens des Lande ausmachte. Am 12.   Juli beschlo&#223; der Rat die Streichung von Schulden und Hypotheken der   Bauern und verringerte die Privilegien der Offiziere in den   Streitkr&#228;ften.<br \/>Babrak Karmal, damals stellvertretender   Ministerpr&#228;sident &#8212; jetzt Pr&#228;sident &#8212; sagte dem libyschen   Ministerpr&#228;sidenten am 10. Mai, dass die Revolution wie die libysche   Revolution vom September 1969 auch &quot;aus den zwei Prinzipien des Islam&quot;   stamme: &quot;Es gab auch nie eine Partei, die sich kommunistisch nannte, in   Afghanistan &#8230; Wir machen kein Geheimnis aus unserer Verpflichtung   gegen&#252;ber unterdr&#252;ckten V&#246;lkern. Die Entwicklung der letzten Woche   befreite Afghanistan von der Aristokratie &#8230; Es wird ein Programm der   Bodenreform geben; Preise werden gesenkt werden; L&#246;hne werden steigen,   und es wird auch das Programm der Verstaatlichung von allem geben, was   sich zu verstaatlichen lohnt.&quot;<br \/>Unter den Reformma&#223;nahmen wurde   Bodenbesitz auf sechs Hektar pro Familie begrenzt (oder mehr im Falle   schlechter Bodenqualit&#228;t). Das Land, das &#252;ber diese Grenzen hinausging,   wurde unter den armen Bauern verteilt. Die Regierung ermutigte das   Privateigentum an kleinen und mittleren Unternehmen sowohl in der   Landwirtschaft als auch Industrie. Aber armen B&#228;uerInnen, denen   geeignete landwirtschaftliche Ger&#228;te fehlten, wurde geraten,   Genossenschaften zu bilden.<br \/>Als direkte Folge der Weise, auf die das   proletarisch-bonapartistische Regime eingerichtet worden war, gewann es   nicht sofort die Unterst&#252;tzung der Stammesangeh&#246;rigen und B&#228;uerInnen.<br \/>Die   gro&#223;en und mittleren Grundeigent&#252;mer nutzten die R&#252;ckst&#228;ndigkeit der   Stammesangeh&#246;rigen, um sie gegen das &quot;gottlose&quot;, &quot;kommunistische&quot; Regime   in Kabul aufzuhetzen. Dieser Aufstand wiederum erzeugte Instabilit&#228;t an   der Spitze des Regimes. Pr&#228;sident Tariki schickte Babrak Karmal als   Botschafter in der Tschechoslowakei praktisch ins Exil.<br \/>Die   &quot;kommunistische&quot; Partei, die sich Volksdemokratische Partei nannte, war   eine Fusion aus zwei Kommunistischen Parteien, der Khalk- und   Parcham-Partei.<br \/>Die Parcham-Partei hatte sich unter Babrak Karmal   1967 von der Khalk abgespalten und f&#252;hrte sp&#228;ter Moskaus Politik der   Unterst&#252;tzung von Pr&#228;sident Daud durch, als er 1973 die Macht &#252;bernahm.   Das lehnte Tariki und Amin ab. So sehr unterst&#252;tzte die russische   B&#252;rokratie damals die sozialistische Umgestaltung Afghanistans!<br \/>Sp&#228;ter   vereinigten sich die zwei Fraktionen und Tariki begann unter dem Druck   Moskaus Amins harte Linie gegen die reaktion&#228;ren Mullahs abzulehnen.<\/p>\n<p>Moskau   geht gegen Amin vor<\/p>\n<p>Nach dem Treffen mit Breschnew in Moskau   kehrte Tariki nach Kabul zur&#252;ck mit der Absicht, Amin zu entfernen. Amin   man&#246;vrierte Moskau jedoch aus, indem er Tariki ermorden lie&#223;.<br \/>Aber   Amin hing immer noch von Moskau ab, das immer mehr durch die harte   Politik zur Beendigung des Guerillakrieges in den Bergen beunruhigt war.   Sein Regime hatte nur in den gro&#223;en St&#228;dten feste Kontrolle.<br \/>Die   brachten Amin dahin, nach den Bedingungen des gemeinsamen   Freundschaftsvertrages die russischen Truppen zu rufen. Sie brachten den   verbannten Karmal mit ihren Panzern zur&#252;ck; Karmal wurde Pr&#228;sident und   Amin hingerichtet.<br \/>Aber das Eingreifen ersch&#252;tterte die afghanische   Armee, deren Moral durch wiederholte S&#228;uberungen untergraben worden war.<br \/>Die   Russen wollten &#8212; und wollen &#8212; ein Regime, das mit den Mullahs einen   Kompromiss macht, um sich eine feste Grundlage zu verschaffen. Die   russische B&#252;rokratie griff direkt ein, weil sie den Sturz eines Regimes,   das auf der Beseitigung von Kapitalismus und Gro&#223;grundbesitz beruhte,   und den Sieg der feudal-kapitalistischen Konterrevolution zum ersten Mal   in der Nachkriegsgeschichte nicht dulden konnte, besonders nicht in   einem an die Sowjetunion grenzenden Staat.<br \/>Die Kreml-B&#252;rokraten   f&#252;rchten dass eine reaktion&#228;re G&#228;rung in Afghanistan &#252;berschwappen und   sich auf die moslemische Bev&#246;lkerung in den benachbarten Regionen   Russlands auswirken wird. MoslemInnen machen etwa ein Viertel der   Bev&#246;lkerung der Sowjetunion aus.<br \/>So sah sich die russische   B&#252;rokratie nicht nur wegen Afghanistans strategischer Lage, sondern auch   aus Gr&#252;nden ihrer eigenen Macht und Prestiges gezwungen, einzugreifen.   So eine Intervention hat nichts mit der Politik des Bolschewismus in der   Vergangenheit gemeinsam.<br \/>Die Intervention Russlands ist wiederum eine   wichtige internationale Frage geworden.<br \/>Presse, Radio und Fernsehen   der Welt sind voller entr&#252;steter Verurteilungen russischer Aggression.   Diese Propagandakampagne gegen das Eingreifen in die Angelegenheiten   anderer Leute ist v&#246;llig heuchlerisch.<br \/>Wenn man sich die j&#252;ngste   Periode anschaut, ganz zu schweigen von den Vorkriegs- und   Nachkriegsverbrechen des Imperialismus und besonders der Intervention   der Vereinigten Staaten in Vietnam und gegen andere Bewegungen zum Sturz   der Herrschaft von Kapitalismus und Gro&#223;grundbesitz, ist es klar, wie   heuchlerisch all die Entr&#252;stung ist, besonders die der herrschenden   Klasse Amerikas.<br \/>Gegen die Intervention Frankreichs in Zaire, im   Tschad und in anderen afrikanischen L&#228;ndern gab es nicht einmal   Vorbehalte. Belgien wurde f&#252;r den Einfall seiner Fallschirmj&#228;ger in   Zaire auch nicht ger&#252;gt. Gegen sie gab es keine Drohungen mit Abbruch   der Handelsbeziehungen.<br \/>In der j&#252;ngsten Zeit wurden s&#252;dafrikanische   Truppen auf direkte Veranlassung des amerikanischen Imperialismus in   Angola verwendet.<br \/>Gegenw&#228;rtig bleiben s&#252;dafrikanische Truppen in   Rhodesien [Simbabwe], um notfalls gegen die Guerillas der Patriotischen   Front verwendet zu werden. Aber es gab keine Protest, keine Forderung,   dass &quot;Friedenstruppen&quot; des Commonwealth auf dem Abzug des   s&#252;dafrikanischen Personals bestehen.<br \/>Die blutbefleckten   imperialistischen M&#228;chte mit ihren krassen Doppelstandards sind die   letzten, die an die V&#246;lker der Welt auf &quot;moralischer&quot; Grundlage   appellieren k&#246;nnen.<br \/>Die Ma&#223;nahmen, die vom amerikanischen   Imperialismus ergriffen wurden, sind Klassenma&#223;nahmen. Der Abbruch des   Handels, die Weigerung, Getreide zu verschicken und so weiter, bedeuten   Zwangsma&#223;nahmen gegen das russische Volk und werden wenig Wirkung auf   die b&#252;rokratischen Herrscher in Russland haben.<\/p>\n<p>B&#252;rokratische   Karikatur auf den Internationalismus<\/p>\n<p>Der amerikanische   Imperialismus hat diese geh&#228;ssigen Ma&#223;nahmen nicht wegen sondern trotz   der totalit&#228;ren B&#252;rokratie ergriffen. Sie versuchen, Russland wegen dem   Klassencharakter der Sowjetunion zu treffen, wo Gro&#223;grundbesitz und   Kapitalismus beseitigt wurden.<br \/>Vor diesem Hintergrund haben wir die   merkw&#252;rdige Position der Kommunistischen Parteien. Auf der einen Seite   versuchen sie sich von der russischen B&#252;rokratie wegen dem totalit&#228;ren   Charakter des Regimes zu distanzieren. Auf der anderen Seite behaupten   sie weiterhin, dieses Regime sei &quot;sozialistisch&quot;. Die italienischen und   spanischen Kommunistischen Parteien haben die russische Intervention in   Afghanistan verurteilt, w&#228;hrend die franz&#246;sische Kommunistische Partei   eine doppeldeutige Haltung eingenommen hat.<br \/>Statt den Prozess aus dem   Blickwinkel des Klassenkampfs international und den Klassenbeziehungen   innerhalb der Nationen zu sehen, haben die Kommunistische Partei und die   Tribunisten [innerhalb der britische Labour Party] eine Position   abstrakter &quot;Prinzipien&quot; eingenommen. &quot;Keine Aggression zwischen   V&#246;lkern&quot;; Unterst&#252;tzung f&#252;r die Vereinten Nationen und so weiter.<br \/>Sie   haben die russische Intervention verurteilt, ohne sie irgendwie zu   erkl&#228;ren. Ihre Haltung ist, dass so eine Intervention nicht nett ist!   Sie nehmen eine fromme, sentimentale, Mittelschicht-Sicht ein: ein   &quot;sozialistisches&quot; Land sollte sich nicht so auff&#252;hren.<br \/>In   Wirklichkeit ist dies die andere Seite des &quot;Sozialismus in einem Land&quot;.   In ihren fr&#252;hen Jahren argumentierte die russische B&#252;rokratie gegen   Trotzki, wenn er sagte, dass die Rote Armee f&#252;r die Zwecke der   internationalen sozialistischen Revolution verwendet werden k&#246;nnte. Aber   jetzt haben wir die krasse b&#252;rokratische Verwendung der Roten Armee ohne   die Unterst&#252;tzung der ArbeiterInnen und ohne dass klar die Unterst&#252;tzung   einer Bewegung hin zu einer sozialistischen Revolution in den Augen der   Weltarbeiterklasse stattf&#228;nde.<br \/>Die russischen Stalinisten sind   gegen&#252;ber den Meinungen der Weltarbeiterklasse gleichg&#252;ltig. Die   Kapitalisten sind das auch, aber sie versuchen, die ArbeiterInnen   reinzulegen.<br \/>Marxistinnen k&#246;nnen die bewusste Unterst&#252;tzung der   ArbeiterInnen der Welt nur gewinnen, wenn sie ihnen immer die Wahrheit   sagen. So verhielt sich der russische Staat unter Lenin und Trotzki. Sie   st&#252;tzen sich auf Propaganda und Aktionen, die das Bewusstseinsniveau der   Arbeiterklasse international heben w&#252;rden. Sie standen f&#252;r die wirkliche   Selbstbestimmung der V&#246;lker.<br \/>Alles, was zur Hebung des   Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse diente, war gerechtfertigt;   alles, was die gegenteilige Wirkung hatte, musste verurteilt werden. Das   ist der Ma&#223;stab, der verwendet werden muss: alles, was den   Internationalismus und die Macht der Arbeiterklasse hebt, muss von den   fortgeschrittenen ArbeiterInnen unterst&#252;tzt werden; alles, was das   Klassenbewusstsein senkt und nationale Spaltungen verst&#228;rkt, muss   verurteilt werden.<br \/>Der Klassenkampf muss nicht auf den engen Niveau   der Grenzen aufh&#246;ren. In Frankreich hatten wir 1968 die instinktive   Solidarit&#228;t der internationalen Arbeiterklasse mit den franz&#246;sischen   ArbeiterInnen. Die deutschen, italienischen, niederl&#228;ndischen,   belgischen und anderen ArbeiterInnen an den franz&#246;sischen Grenzen   weigerten sich, gegen&#252;ber ihren franz&#246;sischen Br&#252;dern und Schwestern   Streikbruch zu begehen. Sie waren bereit, dem Klassenkampf in Frankreich   zu halfen. Transport-, Flughafen-, EisenbahnarbeiterInnen, jeder Teil   der Arbeiterklasse war instinktiv bereit, Solidarit&#228;t zu geben. Darauf   sollte die internationale Arbeiterbewegung beruhen.<br \/>Auf der anderen   Seite erkl&#228;rte Trotzki in der Periode vor Hitlers Aufstieg, dass die   Rote Armee mobilisiert und sogar zur Unterst&#252;tzung verwendet werden   sollte, wenn die Arbeiterklasse in Deutschland darum bat, um Hitlers   Macht&#252;bernahme zu verhindern. Aber das setzte eine richtige Politik in   Deutschland selbst voraus.<br \/>Wenn die Kommunistische Partei den   Sozialdemokraten eine Einheitsfront angeboten h&#228;tte, w&#228;re Hitler daran   gehindert worden, an die Macht zu kommen. Es w&#228;re wahrscheinlich nicht   notwendig gewesen, die Rote Armee zu verwenden. Trotzdem h&#228;tte die Rote   Armee mobilisiert werden k&#246;nnen, um den deutschen ArbeiterInnen   angesichts einer m&#246;glichen Intervention des britischen und franz&#246;sischen   Kapitalismus zu helfen. Sie h&#228;tte dann verwendet werden k&#246;nnen, um die   sozialistische Revolution in Deutschland selbst zu erg&#228;nzen, nicht sie   zu ersetzen.<br \/>Wenn diese Politik verfolgt worden w&#228;re, w&#228;re der   Weltarbeiterklasse der Albtraum und die Leiden unter dem totalit&#228;ren   Hitlerregime und das Blutbad des Zweiten Weltkriegs erspart worden, in   dem viele starben.<br \/>Die Probleme des Klassenkampfs werden nicht durch   nettes, &quot;moralisches&quot; Verhalten auf Seiten der M&#228;chte gel&#246;st. Sie sind   Klassenfragen und soziale Fragen.<\/p>\n<p>Klasseninteressen entscheiden   die Politik<\/p>\n<p>Was die Politik und die Haltung von Sozialistinnen   bestimmen sollte, sind die Klasseninteressen der Arbeiterklasse im   Gegensatz zu denen der Kapitalisten. Was die Politik der   kapitalistischen Nationen bestimmt, ist Profit, Macht, Privilegien,   Prestige und die Abgrenzung von Einflusssph&#228;ren der neokolonialen   Herrschaft &#252;ber die Welt, besonders die unterentwickelten L&#228;nder.<br \/>Das   ist die nackte Ideologie des Imperialismus. Sie versuchen, das mit allen   Arten von Ausfl&#252;chten und Moralisieren zu verkleiden, aber in   Wirklichkeit bestimmt das die Politik des kapitalistischen Britanniens,   Amerikas, Frankreichs, Japans, Deutschlands und der anderen.<br \/>Auf der   anderen Seite werden die Politiken der russischen, chinesischen und   anderen proletarisch-bonapartistischen Regime nicht durch die Interessen   der Weltarbeiterklasse, nicht durch ihren &quot;Sozialismus&quot;, sondern durch   das Einkommen, Macht, Prestige und Privilegien der b&#252;rokratischen Kaste   bestimmt, die die Macht in der Sowjetunion [und China etc.] an sich   gerissen hat.<br \/>Trotzdem unterst&#252;tzen die kapitalistischen M&#228;chte wegen   der verschiedenen sozialen Basis dieser Regime jedes faulende,   aufkl&#228;rungsfeindliche und reaktion&#228;re halbfeudale Gro&#223;grundbesitzer- und   Kapitalistenregime, wie in Vietnam. Die russischen F&#252;hrer andererseits   unterst&#252;tzen die Revolution in r&#252;ckst&#228;ndigen L&#228;ndern, wenn sie in der   verzerrten Form des proletarischen Bonapartismus stattfindet und   unterst&#252;tzen solche Bewegungen nur, wenn sie denken, dass sie ihren   eigenen Interessen diesen.<br \/>Wahrscheinlich wurde Moskau durch den   Aufstand der Armee, einer Mittelschichtelite und der Kommunistischen   Partei in Afghanistan &#252;berrascht. Sobald er aber stattgefunden hatte,   versuchten sie ihn zu nutzen und unterst&#252;tzten ihn. Aber es ist nicht   sicher, dass sie wussten, dass im April 1978 ein Staatsstreich   stattfinden w&#252;rde.<br \/>Aber sie k&#246;nnen sich zwar auf verzerrte   Revolutionen in r&#252;ckst&#228;ndigen L&#228;ndern st&#252;tzen, sie k&#246;nnen sich diesen   Luxus aber nicht leisten, soweit die fortgeschrittenen L&#228;nder betroffen   sind. Sie lehnen ein sozialistische Umgestaltung in fortgeschrittenen   L&#228;ndern ab, da dies ihre Herrschaft in Russland bedrohen w&#252;rde. Die   Entwicklung eines demokratisch-sozialistischen Regimes in einem gr&#246;&#223;eren   fortgeschrittenen Land der Welt w&#252;rde die Grundlagen der b&#252;rokratischen   Missherrschaft in Russland, China und den anderen stalinistischen   Staaten sofort bedrohen.<br \/>Aber in den r&#252;ckst&#228;ndigen L&#228;ndern, wo die   Abschaffung von Feudalismus und Kapitalismus zur Errichtung einer   b&#252;rokratischen Elite nach dem Modell des stalinistischen Russlands und   Chinas gef&#252;hrt hat, unterst&#252;tzen sie es.<br \/>Trotzdem er&#246;ffnet   die Beendigung von Feudalismus und Kapitalismus in einem Land wie   Afghanistan den Weg, die archaische Gesellschaft ins 20. Jahrhundert zu   bringen und ist daher eine fortschrittliche Entwicklung. Wenn wir die   russische Intervention einfach isoliert betrachten w&#252;rden, h&#228;tten wir   diesen Schritt kritisch unterst&#252;tzen sollen. Aber wegen der reaktion&#228;ren   Wirkung, die sie auf das Bewusstsein der Weltarbeiterklasse hat, die   tausendmal wichtiger als die Entwicklungen in einem kleinen Land wie   Afghanistan sind, m&#252;ssen MarxistInnen die russische Intervention   ablehnen.<br \/>Unter den gegenw&#228;rtigen Bedingungen ist die alles   &#252;berschattende Gefahr die Entfremdung der ArbeiterInnen Japans,   Westeuropas, der USA und anderen fortgeschrittener L&#228;nder von den Ideen   des Sozialismus und der sozialistischen Revolution.<br \/>Dies zeigt sich   an der von den Tribunisten eingenommenen Haltung. Leider st&#252;tzen sie   sich wie die Kommunistische Partei nicht auf die wirkliche Bewegung des   Klassenkampfs und der tats&#228;chlichen Beziehungen zwischen Gro&#223;m&#228;chten,   sondern verlassen sich auf abstrakte, &quot;moralische&quot; Verurteilungen.<br \/>F&#252;r   sie sind Grenzen, die w&#228;hrend der letzten zweihundert Jahre errichtet   wurden, unantastbar. Im Falle Afghanistans sind sie daher zufrieden mit   Grenzen, die Nationalit&#228;ten halbieren und sie zwischen Pakistan,   Afghanistan und anderen Nachbarstaaten aufteilen w&#252;rden.<br \/>Sie   appellieren an die Vereinten Nationen als ein Mittel zur L&#246;sung ihrer   Probleme. Aber die v&#246;llige Ohnmacht der Vereinten Nationen wie des   fr&#252;heren V&#246;lkerbundes wurde durch ihr Versagen, seit 1945 einen einzigen   Krieg zu verhindern, zur Gen&#252;ge bewiesen, und solche Konflikte haben   seit 1950 25 Millionen Tote gefordert.<br \/>Die Ohnmacht der Vereinten   Nationen zeigt sich auch in ihrer Unf&#228;higkeit, den monstr&#246;sen   R&#252;stungswettlauf anzuhalten. Mindestens 250 Milliarden Pfund werden   jetzt j&#228;hrlich f&#252;r R&#252;stung verschwendet, Geld, das leicht die Welt   umgestalten w&#252;rde, wenn es auf konstruktive Weise eingesetzt w&#252;rde.<br \/>Aber   nat&#252;rlich sind diese Gegens&#228;tze die Widerspiegelung der dialektischen   Widerspr&#252;che zwischen den kapitalistischen Staaten und vor allem den   Hauptwiderspr&#252;chen unserer Zeit, denen zwischen den stalinistischen   Staaten auf der einen Seite und dem Kapitalismus auf der anderen Seite.<br \/>Die   russische Intervention in Afghanistan muss trotz ihrer fortschrittlichen   Gesichtspunkte verurteilt werden, weil sie die Meinung der   Weltarbeiterklasse mit F&#252;&#223;en tritt. Robespierre erkl&#228;rte schon vor   langer Zeit, dass &quot;Missionare mit Bajonetten&quot; nie beliebt sind.<br \/>Aber   die Forderung durch die imperialistischen M&#228;chte nach einem Abzug der   russischen Truppen auf Afghanistan, die von der Kommunistischen Partei   und der Tribune-Gruppe unterst&#252;tzt werden, ist utopisch. Russland hat   nat&#252;rlich gegen diese Forderung im UN-Sicherheitsrat sein Veto eingelegt.<br \/>Die   Forderung nach dem amerikanischen Abzug aus Vietnam hatte nur Erfolg,   wegen dem Druck des amerikanischen Volkes und der US-Soldaten, die von   dem schmutzigen Krieg abgesto&#223;en waren. Aber der reaktion&#228;re   Klassencharakter der Opposition in Afghanistan bedeutet, dass sie es   nicht schaffen wird, die russischen Truppen zu vertreiben.<br \/>Wenn die   Revolution in Afghanistan einen klassischen Charakter nach dem Vorbild   der Oktoberrevolution 1917 in Russland h&#228;tte, dann w&#252;rde die russische   B&#252;rokratie keineswegs intervenieren, sondern h&#228;tte jetzt Probleme, ihre   Macht auch nur in Russland selbst aufrechtzuerhalten.<br \/>Die Vereinten   Nationen sind nur ein Forum f&#252;r die Zurschaustellung von Argumenten   durch die M&#228;chte und die L&#246;sung zweitrangiger Fragen. Keine Hauptfrage   kann gel&#246;st werden, besonders wegen des eingebauten Vetos, so dass die   Superm&#228;chte gegen jede Resolution ein Veto einlegen k&#246;nnen, die im   Sicherheitsrat vorgelegt wird, so dass dieses Gremium in jeder Frage   gel&#228;hmt ist, die ihre entscheidenden Interessen ber&#252;hrt.<br \/>So   kann die L&#246;sung der nationalen Gegens&#228;tze, die Probleme der Waffen, die   L&#246;sung der Probleme des Krieges nur durch den Sturz von Kapitalismus und   Stalinismus erreicht werden und durch die Einrichtung einer   demokratisch-sozialistischen F&#246;deration der Vereinigten Staaten Europas   und der Welt.<br \/>Dies ist die einzige endg&#252;ltige L&#246;sung f&#252;r die   Weltprobleme und die Weltdiplomatie.<br \/>Die sogenannten &quot;praktischen&quot;   Politiker, die versuchen, Resolutionen der moralischen Verurteilung von   der Realit&#228;t wegzulotsen, sind utopisch. Sie haben das Wunschdenken und   die Hoffnung, dass der Tiger des Kapitalismus und der Tiger der   B&#252;rokratie Vegetarier werden und gemeinsam Gras fressen. Abe leider   liegen die L&#246;wen nicht bei den L&#228;mmern &#8212; sondern verspeisen sie.<br \/>Die   Gegens&#228;tze und Widerspr&#252;che, die im Verlauf der letzten 50 Jahre   aufgebaut wurden, k&#246;nnen nur durch die demokratische Kontrolle der   Arbeiterklasse &#252;berwunden werden, nicht nur im nationalen, sondern auch   im internationalen Ma&#223;stab.<\/p>\n<p>Die Sanktionen werden f&#252;r den   Imperialismus nach hinten losgehen<\/p>\n<p>Aber wegen der   fortschrittlichen Schritte f&#252;r die Beseitigung von Gro&#223;grundbesitz und   Afghanistans entstehendem Kapitalismus werden die Kapitalisten nicht   erreichen, worauf sie hoffen. Zweifellos werden Amerika, Pakistan und   China den Rebellen Geld und Waffen liefern, aber es wird kein   afghanisches &quot;Vietnam&quot; f&#252;r Russland geben, auf das der amerikanische   Imperialismus hofft.<br \/>Das afghanische Regime wird zwischen den   verschiedenen Nationalit&#228;ten Afghanistans man&#246;vrieren und sich auf die   armen und mittleren B&#228;uerInnen st&#252;tzen und auf den russischen Bajonetten   basieren und zweifellos die Rebellen zerschlagen und einen festen   proletarisch-bonapartistischen Staat nach sowjetischem Vorbild errichten.<br \/>Im   Vietnam st&#252;tzte sich der amerikanische Imperialismus auf die korrupten   Gro&#223;grundbesitzer, das Milit&#228;r und die Kapitalisten, w&#228;hrend die   Mehrheit der Bev&#246;lkerung in Vietnam ihn ablehnte. In Afghanistan wird   das neue Regime sich trotz der nationalen Frage festigen k&#246;nnen, wenn   dem Volk die Wahrheit d&#228;mmert, wenn die armen B&#228;uerInnen und die   Angeh&#246;rigen der Minderheiten finden, dass sie aus den sozialen   &#196;nderungen Nutzen ziehen.<br \/>Der US-Imperialismus wurde von   barf&#252;&#223;igen, zerlumpten B&#228;uerInnen in Vietnam besiegt, obwohl er die   gr&#246;&#223;te Milit&#228;r- und Industriemacht der Welt ist, wegen der Klassenfrage,   wegen der nationalen und sozialen Unterdr&#252;ckung und weil es klar war,   dass Amerika ein fremder Unterdr&#252;cker war. In Afghanistan werden aber   die meisten russischen Truppen abgezogen werden, sobald die   Konterrevolution besiegt ist.<br \/>Die b&#246;swilligen W&#252;nsche der   Imperialisten nach einem langen und verheerenden Krieg sind aus sozialen   Gr&#252;nden unangebracht. Das bonapartistische Regime und die Russen werden   einen Weg finden, mit den Mullahs einen Kompromiss zu schlie&#223;en.<br \/>Der   amerikanische Imperialismus unterst&#252;tzt alles, was auf der Welt   reaktion&#228;r ist. Jetzt verst&#228;rken sie die Unterst&#252;tzung f&#252;r General Zia   in Pakistan. Solche Ma&#223;nahmen werden f&#252;r die USA unausweichlich nach   hinten losgehen.<br \/>Die amerikanischen Handelssanktionen k&#246;nnen dazu   f&#252;hren dass sich die Russen entscheiden, die Belutschen und Pathanen in   Pakistan zu unterst&#252;tzen. Das k&#246;nnte den Zerfall Pakistans beschleunigen   und vielleicht einen alten Wunsch der zaristischen Diplomatie erf&#252;llen,   einen Hafen mit warmem Wasser.<br \/>Hinter den Kulissen wird die russische   Diplomatie die Amerikaner warnen, die Zur&#252;ckhaltung von Getreide,   Technologie und Krediten nicht zu verl&#228;ngern. Sie w&#252;rden warnen, dass   sie dann nichts mehr zu verlieren haben und gleich auch in Pakistan   intervenieren k&#246;nnen, besonders da Zia mit Ermutigung und Unterst&#252;tzung   der USA und Chinas den Rebellen in Afghanistan hilft.<br \/>Aber bevor die   Dinge so weit gehen ist es wahrscheinlich, dass es in nicht zu ferner   Zukunft einen Kompromiss zwischen den Vereinigten Staaten und der   B&#252;rokratie geben wird.<br \/>Die chinesische B&#252;rokratie hat den   russischen Einmarsch in Afghanistan verurteilt, obwohl sie in Tibet nach   genau den selben Prinzipien verfuhren, als sie das Land eroberten und   eine konterrevolution&#228;re Revolte zerschlugen.<br \/>Es ist   beachtenswert, das die chinesische &#220;bernahme Tibets nichts von der   gegenw&#228;rtigen Verurteilung und Ablehnung durch die Kapitalisten erlebte,   weil die Ereignisse in diesem entfernten Gebiet Asiens sie kaum ber&#252;hren.<br \/>Chinas   Intervention f&#252;hrte jedoch zu einem Krieg zwischen Indien und China. Es   gab auch keine Strafma&#223;nahmen gegen Indien, als seine Armee in   Bangladesch intervenierte, um dem Kampf des Volks von Bangladesch gegen   die Unterdr&#252;ckung durch Pakistan zu helfen.<br \/>Aktive ArbeiterInnen   in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung m&#252;ssen eine Haltung auf der   Grundlage der marxistischen Klassenanalyse einnehmen. Das ist der   einzige Weg, die Heuchelei und hysterische Propaganda der   Kapitalistenklasse und ihrer korrupten Medien zu durchdringen.<\/p>\n<p>Klare   marxistische Analyse ist entscheidend<\/p>\n<p>Marxistische Analyse gibt   uns ein Verst&#228;ndnis der nationalen und internationalen Probleme. Sie ist   eine Waffe bei der Umgestaltung der Gesellschaft im Interesse der   Arbeiterklasse.<br \/>Nur durch die Analyse der Klasseninteressen, die   internationalen Zusammenst&#246;&#223;en und Widerspr&#252;chen zugrunde liegen, ist es   m&#246;glich, die moderne Welt zu verstehen und die Arbeiterklasse auf die   notwendige Umgestaltung der Gesellschaft vorzubereiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Afghanistan &#8212; warum die russische B&#252;rokratie einmarschierte (Januar 1980)<br \/>von<br \/>\n      Ted Grant, Militant, 18. Januar 1980\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[60,38,90],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10021"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10021"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10021\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}