{"id":10012,"date":"2002-08-25T19:55:49","date_gmt":"2002-08-25T19:55:49","guid":{"rendered":".\/?p=10012"},"modified":"2002-08-25T19:55:49","modified_gmt":"2002-08-25T19:55:49","slug":"10012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/08\/10012\/","title":{"rendered":"Erkl&auml;rung f&uuml;r eine demokratische Kontrolle der Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Vorschlag f&uuml;r eine neue ATTAC-Grundsatzerkl&auml;rung<br \/> <i>Vor dem Attac-Ratschlag im Mai 02 ver?ffentlichten SAV-Mitglieder und Attac-AktivistInnen diesen Vorschlag.<\/i><!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nDie internationalen Banken und Konzerne und die von ihnen dominierten Finanzm&auml;rkte sind eine Macht, die die Politik weitgehend bestimmen kann. Immer mehr Lebensbereiche geraten unter das Diktat von Kapital, betriebswirtschaftlicher Rendite, shareholder value, Dax und Dow Jones. Im Namen einer Modernisierung, die als unab&auml;nderlicher Sachzwang pr&auml;sentiert wird, untergraben Multis und Finanzm&auml;rkte demokratische Rechte. Mit der Drohung, auf einen anderen &#8222;Standort&#8220; oder eines der Steuerparadiese und Off-shore-Bankzentren auszuweichen, versuchen internationale Finanzkonzerne und KapitalbesitzerInnen die &Ouml;ffentlichkeit zu erpressen und die Politik gew&auml;hlter Regierungen ihrer Disziplin zu unterwerfen.<br \/> Mit Devisen-Transaktionen von 1500 Milliarden Dollar pro Wochentag, wovon der gr&ouml;&szlig;te Teil auf Gesch&auml;fte mit spekulativem Charakter entf&auml;llt, ist eine neue Qualit&auml;t internationaler Wirtschaft entstanden. Doch die grenzenlose Freiheit der Kapitalfl&uuml;sse f&uuml;hrt zu einer wachsenden Instabilit&auml;t der internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die sich in immer k&uuml;rzeren Abst&auml;nden in Krisen entl&auml;dt. Durch Finanzcrashs und Wirtschaftskrisen werden &uuml;ber Nacht ganze Volkswirtschaften ruiniert, verlieren Hunderttausende ihren Arbeitsplatz und wird die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung in Armut gesto&szlig;en. Die Behauptung, die kapitalistische Globalisierung bringe Wohlstand f&uuml;r alle, hat sich nicht bewahrheitet. W&auml;hrend eine kleine Gruppe von Globalisierungsgewinnern immer reicher und m&auml;chtiger wird, wachsen weltweit soziale Unsicherheit, Ausgrenzung und Armut. Die Kluft zwischen und innerhalb von Industriel&auml;ndern und Entwicklungsl&auml;ndern wird immer gr&ouml;&szlig;er. Die L&ouml;sung brennender &ouml;kologischer Probleme wird verschleppt. Im Interesse von Unternehmen und Kapitalbesitzern wird der Abbau der sozialen Sicherungssysteme betrieben. <\/p>\n<p> Wir brauchen eine andere Politik f&uuml;r eine andere Welt!<\/p>\n<p> Doch diese Art der Globalisierung ist nicht schicksalhaft und unaufhaltbar. Als Folge der wirtschaftlichen Krise Anfang der 70er Jahre suchte das Kapital mangels profitabler Anlagem&ouml;glichkeiten im produktiven Bereich mehr und mehr sein Heil in Spekulationen oder versuchte durch massive Privatisierung &ouml;ffentliche Betriebe unter den Nagel zu rei&szlig;en und sinkende Profitraten &uuml;ber sch&auml;rfere Ausbeutung auszugleichen. Dem stellte sich die staatliche Politik des Neoliberalismus in den Dienst.<br \/> Wir setzen uns dagegen f&uuml;r eine demokratische, sozial gerechte und &ouml;kologisch vertr&auml;gliche Entwicklung unseres Planeten ein. &nbsp;<br \/> Nach dem 11. September 2001 hat eine gef&auml;hrliche Entwicklung hin zu Kriegen und dem Abbau demokratischer Rechte eingesetzt. Diese zu stoppen und r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist wichtiger Bestandteil unserer Zielsetzung.<br \/> Dazu ist allerdings gesellschaftliche Bewegung von unten notwendig. Um erfolgreich zu sein, muss dieser Druck national und international organisiert sein, beispielsweise in enger Zusammenarbeit mit den ATTAC-Bewegungen in vielen L&auml;ndern und mit anderen Organisationen und Bewegungen, vor allem auch den Gewerkschaften. Nur dann ist eine Politik im Interessen der Mehrheit der Menschen gegen die Interessen der Wirtschaft m&ouml;glich. Eine Bewegung f&uuml;r die demokratische Kontrolle der Wirtschaft muss vielf&auml;ltige Aktionsformen nutzen, von der Aufkl&auml;rungsarbeit f&uuml;r &Ouml;ffentlichkeit und Medien &uuml;ber gezielte Kampagnen bis zu breiten Massenmobilisierungen f&uuml;r wirksamen Protest und Widerstand.<\/p>\n<p> Deshalb fordern wir:<\/p>\n<p> die Einf&uuml;hrung einer drastischen Steuer auf internationale Finanztransaktionen<br \/> drastische Erh&ouml;hung der Steuern auf Kapitaleink&uuml;nfte und gro&szlig;e Verm&ouml;gen<br \/> eine Einkommenssteuer mit starker Progression auf hohe Einkommen<br \/> Schlie&szlig;ung der Steuerparadiese und Off-shore-Bankzentren<br \/> Die &Ouml;ffnung der Gesch&auml;ftsb&uuml;cher und Abschaffung von Bank- und Steuergeheimnis<br \/> Nein zu jeglicher Form von Sozial-, Bildungs- und Arbeitsplatzabbau<br \/> F&uuml;r eine Mindestabsicherung (in Deutschland 1.050 Euro monatlich), die sicher stellt, dass weltweit kein Mensch mehr in Armut leben muss<br \/> F&uuml;r deutliche Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich (in Deutschland die 30-Stunden-Woche als ersten Schritt zu weiterer Arbeitszeitverk&uuml;rzung mit dem Ziel der Verteilung der gesellschaftlich sinnvollen und notwendigen Arbeit auf alle)<br \/> Keine Privatisierung der sozialen Sicherungssysteme<br \/> Ein &ouml;ffentliches Investitionsprogramm in den Bereichen Umweltschutz, Bus und Bahn, Wohnen, Kinderg&auml;rten, Bildung und Ausbildung, Gesundheitswesen und Altenpflege<br \/> Stopp aller Privatisierungen und R&uuml;ckf&uuml;hrung privatisierter Bereiche in &ouml;ffentliches Eigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung<br \/> &Uuml;berf&uuml;hrung in Gemeineigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung von solchen Betrieben, die Massenentlassungen oder Betriebsschlie&szlig;ungen planen, Entsch&auml;digung nur bei erwiesener Bed&uuml;rftigkeit<br \/> Sofortige und komplette Schuldenstreichung f&uuml;r die &auml;rmsten L&auml;nder<br \/> Schluss mit der Zinszahlung an Banken aus &ouml;ffentlichen Haushalten auch in der Bundesrepublik<br \/> F&uuml;r die Aufl&ouml;sung der kapitalistischen Institutionen WTO, IWF und Weltbank<br \/> Nein zu Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr und zur Militarisierung der Au&szlig;enpolitik<br \/> Nein zum Abbau demokratischer Rechte und f&uuml;r die R&uuml;cknahme der sogenannten &#8222;Anti-Terror-Gesetze&#8220;<\/p>\n<p> ErstunterzeichnerInnen des Vorschlags: <br \/> Gaetan Kayitare, Aachen; Sascha Stanicic, Berlin; Sylla Kahl, Lucy Redler, Sue Powell, J&ouml;rn Kroppach, Hamburg; Lorenz Blume, Kassel; Angela Bankert, Claus Ludwig, K&ouml;ln;; Tinette Schnatterer, David Matrai, Stephan Kimmerle, Stuttgart (alle Mitglieder bei SAV und ATTAC)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorschlag f&uuml;r eine neue ATTAC-Grundsatzerkl&auml;rung<br \/>\n<i>Vor dem Attac-Ratschlag im Mai 02 ver?ffentlichten SAV-Mitglieder und Attac-AktivistInnen diesen Vorschlag.<\/i><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[134],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10012"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10012"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10012\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10012"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10012"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10012"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}