{"id":10006,"date":"2002-08-25T18:50:26","date_gmt":"2002-08-25T18:50:26","guid":{"rendered":".\/?p=10006"},"modified":"2002-08-25T18:50:26","modified_gmt":"2002-08-25T18:50:26","slug":"10006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2002\/08\/10006\/","title":{"rendered":"Programm der SAV zur Bundestagswahl 2002"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nNein zur Politik f&uuml;r Banken &#038; Konzerne &#8211; Widerstand gegen Stoiber und Schr&ouml;der! Wer Stoiber verhindern will, muss Schr&ouml;ders Politik bek&auml;mpfen<\/p>\n<p>  Nach 16 Jahren Kohl lebten 1998 in Deutschland, in einem der reichsten L&auml;nder der Welt, mehr als f&uuml;nf Millionen Menschen in Armut. Mehr als vier Millionen waren arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig wurden 85 Milliard&auml;re und 131.000 Million&auml;re gez&auml;hlt.<\/p>\n<p>  Die von Kohl versprochenen &#8222;bl&uuml;henden Landschaften&#8220; in Ostdeutschland nach der Einf&uuml;hrung der Marktwirtschaft entpuppten sich als bl&uuml;hender Unsinn. Mit staatlichen Subventionen haben die gro&szlig;en westdeutschen Banken und Konzerne Fabriken, Land und Immobilien aufgekauft. Aufgebaut haben sie nichts, sondern nur die ostdeutsche Wirtschaft ausgeschlachtet und plattgemacht.<\/p>\n<p>  Die Regierung aus CDU\/CSU und FDP hat im Auftrag der Konzernherren, Bankenvorst&auml;nde und reichen Nichtstuer eine beispiellose Umverteilung der Einkommen und Verm&ouml;gen auf Kosten der ArbeiterInnen, Arbeitslosen, Jugendlichen und RentnerInnen organisiert. W&auml;hrend sich die Nettogewinne der Unternehmer in der Kohl-&Auml;ra verdoppelten, stagnierten die Nettol&ouml;hne im gleichen Zeitraum (metall 3\/02).<\/p>\n<p>  Daf&uuml;r wurde die Kohl-Regierung 1998 von der Mehrheit der arbeitenden Bev&ouml;lkerung an der Wahlurne abgestraft. Aber was haben vier Jahre Rot-Gr&uuml;n gebracht? Kohls Abwahl war mit dem Wunsch nach einem radikalen Politikwechsel &#8211; weg von Neoliberalismus und Sozialk&uuml;rzungen &#8211; verbunden. Doch auf den Regierungswechsel folgte kein Politikwechsel. Schr&ouml;der und Fischer haben da weitergemacht, wo Kohl und Kinkel aufgeh&ouml;rt hatten.<\/p>\n<p>  Armut und Arbeitslosigkeit wurden nicht angegangen. Unter SPD und Gr&uuml;nen verf&uuml;gen allein die 100 reichsten Deutschen &uuml;ber ein Verm&ouml;gen von 250 Milliarden Euro, das entspricht dem j&auml;hrlichen Bundeshaushalt (Stuttgarter Zeitung vom 2.3.02). Die von Kohl abgeschaffte Verm&ouml;genssteuer wurde von Schr&ouml;der nicht wieder eingef&uuml;hrt. Stattdessen wurden Kapitalgesellschaften von der Versteuerung ihrer Ver&auml;u&szlig;erungsgewinne befreit. Die K&ouml;rperschaftssteuer wurde weiter abgesenkt. Mit der Privatisierungspolitik wurde fortgefahren. Das Rentensystem, das unter Kohl und Bl&uuml;m bereits ausgeh&ouml;hlt wurde, ist unter Schr&ouml;der und Riester rigoros ausgehebelt worden. Durch die Kapitalisierung der Rentenversicherung werden den Versicherungskonzernen Milliarden in den Rachen geworfen. Deutsche Soldaten werden wieder weltweit in Kriegseins&auml;tze geschickt. Der Atomausstieg ist auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben.<\/p>\n<p>  Seit vier Jahren gibt es im Bundestag eine andere Regierung, aber keine andere Politik. Ob im Bund, auf L&auml;nderebene oder in den Kommunen: Alle etablierten Parteien versprechen vor jeder Wahl die Senkung der Arbeitslosenzahlen und die Erh&ouml;hung der Einkommen. Aber nach jeder Wahl nimmt die Arbeitslosigkeit zu und der soziale Standard ab. Das hat nichts mit Dummheit zu tun. Das hat System. Das System hei&szlig;t Kapitalismus. Da alle etablierten Politiker und Parteien die Macht der Banken und Konzerne akzeptieren, akzeptieren sie, dass die eigentlichen Entscheidungen nicht auf den Regierungsb&auml;nken sondern in den Vorstandsetagen gef&auml;llt werden. Die kleine Minderheit, die in dieser Gesellschaft das Sagen hat, die Vorst&auml;nde von DaimlerChrysler, Siemens und Deutsche Bank, k&ouml;nnen von der gro&szlig;en Mehrheit der Bev&ouml;lkerung weder gew&auml;hlt noch abgew&auml;hlt werden.<\/p>\n<p>  Doch es regt sich Widerstand. Mit ihren Streiks gegen Lohnverzicht haben MetallerInnen und Bauleute die Kampfbereitschaft in den Betrieben eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nicht nur in Deutschland gibt es immer gr&ouml;&szlig;ere Proteste von ArbeiterInnen, Angestellten und Beamten. In Italien und Spanien kam es in den letzten Monaten zu Generalstreiks.<\/p>\n<p>  Seit Seattle geht international kein Gipfeltreffen der Herrschenden mehr ungest&ouml;rt &uuml;ber die B&uuml;hne. Mit der halben Million Menschen, die in Barcelona gegen die Europ&auml;ische Union protestierten, erreichte die Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung einen vorl&auml;ufigen H&ouml;hepunkt.<\/p>\n<p>  Notwendig ist es, dass die Bewegung gegen kapitalistische Globalisierung und Kriege mit den K&auml;mpfen der Besch&auml;ftigten zusammenkommt. Notwendig ist es ebenfalls, dass diese Protesthaltung auch auf der politischen Ebene einen Ausdruck findet. Die Unternehmerseite hat mehrere Parteien, die Arbeiterklasse hat heute keine einzige Massenpartei, die konsequent und kompromisslos f&uuml;r ihre Interessen eintritt.<\/p>\n<p>  In Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und in einigen Kommunen wird die Rotstiftpolitik mittlerweile unter PDS-Regierungsbeteiligung durchgezogen. Die PDS hat ihren Frieden mit der Marktwirtschaft geschlossen und ist darum nicht bereit, den Kampf gegen die Herrschenden aufzunehmen. Aus all diesen Gr&uuml;nden f&uuml;hrt am Aufbau einer neuen Arbeiterpartei in Ost und West &#8211; mit einem sozialistischen Programm &#8211; kein Weg vorbei. Mit Profitstreben und Marktkonkurrenz muss gebrochen werden, wenn die dr&auml;ngendsten Probleme der Menschheit gel&ouml;st werden sollen.<\/p>\n<p>  Die SAV unterst&uuml;tzt jeden Schritt in Richtung des Aufbaus einer neuen Arbeiterpartei. Bei den Bundestagswahlen wird die SAV sozialistische Ideen verbreiten, Gegenwehr gegen die Politik von Stoiber und Schr&ouml;der organisieren und in Stuttgart, K&ouml;ln, Aachen, Bremen, Hamburg, Rostock und Berlin DirektkandidatInnen aufstellen.<\/p>\n<p>  In unserem Wahlprogramm wollen wir darstellen, was die SAV von anderen Parteien unterscheidet und f&uuml;r welche Ziele wir uns im Wahlkampf stark machen. Dar&uuml;ber hinaus wollen wir aufzeigen, wie diese Ziele verwirklicht werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>  Mit diesem Programm wollen wir alle auffordern, selber aktiv zu werden und es nicht l&auml;nger hinzunehmen, dass abgehobene Politiker &uuml;ber die K&ouml;pfe der breiten Masse hinweg im Interesse des gro&szlig;en Geldes schalten und walten k&ouml;nnen, wie es ihnen gef&auml;llt.<\/p>\n<p>  W&auml;hlen allein reicht nicht. Wir rufen alle auf, beim Aufbau einer Partei mitzuhelfen, die sich bedingungslos f&uuml;r die Belange von ArbeiterInnen, Arbeitslosen und Jugendlichen einsetzt und f&uuml;r eine Gesellschaft frei von Armut, Ausbeutung, Kriegen und Umweltzerst&ouml;rung k&auml;mpft &#8211; f&uuml;r eine sozialistische Gesellschaft. Wir rufen jede und jeden auf, Mitglied der SAV zu werden.<\/p>\n<p>  Stoiber stoppen<\/p>\n<p>  Der CSU-Kanzlerkandidat Stoiber ist ein besonders reaktion&auml;rer Vertreter des b&uuml;rgerlichen Lagers. Wenn es nach Edmund Stoiber geht, dann soll die Abschiebepraxis weiter forciert werden und die Diskriminierung Nichtdeutscher soll zunehmen (zum Beispiel durch Regelanfragen beim Verfassungsschutz vor jeder Einb&uuml;rgerung beziehungsweise vor der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis). Unter Stoiber planen CSU und CDU zus&auml;tzlich Eins&auml;tze der Bundeswehr im Inneren.<\/p>\n<p>  Laut Hundt, dem Pr&auml;sidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde, ist Stoiber ein &#8222;hervorragender Kanzlerkandidat der Unionsparteien&#8220;. Kein Wunder. Soll doch der Fl&auml;chentarifvertrag weiter ausgeh&ouml;hlt werden, in dem Tarifvertr&auml;ge auf betrieblicher Ebene durch die Lockerung des so genannten G&uuml;nstlingsprinzips unterboten werden d&uuml;rfen. Soll doch der K&uuml;ndigungsschutz nach dem Vorbild der USA durch die Einf&uuml;hrung von Abfindungszahlungen aufgeweicht werden. Soll doch die Sozialhilfe zusammengestrichen werden: &#8222;Diejenigen, die sich einer zumutbaren Arbeit verweigern, m&uuml;ssen in Zukunft mit h&auml;rteren Konsequenzen rechnen&#8220; (Unions-Fraktionschef Merz auf dem CDU-Wahlparteitag am 17. Juni 02).<\/p>\n<p>  CSU und CDU wollen das Arbeitsministerium einstampfen und dem Wirtschaftsministerium unterordnen. Das &#8222;wirtschaftliche Gesicht und Gewicht f&uuml;r die deutschen Unternehmen&#8220; soll in den Augen von Stoiber Lothar Sp&auml;th sein, der als Schatten-Wirtschaftsminister der Union aufgestellt wurde. Die KollegInnen in Th&uuml;ringen k&ouml;nnen ein Lied singen vom Sp&auml;th-Kapitalismus: Der Million&auml;r Sp&auml;th wurde 1991 Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG. Knapp 20.000 der 27.000 ArbeiterInnen machte Sp&auml;th arbeitslos. Nachdem er mit Jenoptik aus dem Fl&auml;chentarifvertrag ausgestiegen war, setzte er in einem Haustarifvertrag &uuml;ber Arbeitszeitverl&auml;ngerung (von 38 auf bis zu 44 Wochenstunden), Flexibilisierung und Lohndr&uuml;ckerei durch. Gleichzeitig lie&szlig; Sp&auml;th die Geh&auml;lter anheben &#8211; f&uuml;r die Vorstandsmitglieder &#8211; von 2,7 Millionen Mark 1996 auf 5,9 Millionen Mark 1998. <\/p>\n<p>  Ist Schr&ouml;der gegen&uuml;ber Stoiber das kleinere &Uuml;bel? Ist der DGB-F&uuml;hrung zuzustimmen, wenn sie behauptet, man m&uuml;sse auf Schr&ouml;der setzen, um Schlimmeres zu verhindern? Richtig ist: Die Unternehmer k&ouml;nnen mit Schr&ouml;der und Stoiber leben. ArbeiterInnen und Arbeitslose k&ouml;nnen mit keinem von beiden leben.<\/p>\n<p>  Dass Stoiber, Sp&auml;th und Sch&auml;uble &uuml;berhaupt eine Aussicht auf einen Wahlerfolg haben, ist auf vier Jahre Sozialk&uuml;rzungen, Privatisierungen und Unternehmergeschenke unter Rot-Gr&uuml;n zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Schr&ouml;der, Fischer und Eichel haben mit ihrer reaktion&auml;ren Politik den noch reaktion&auml;reren Politikern um Stoiber erst den Boden bereitet. Hier tun sich Parallelen zu den Folgen sozialdemokratischer Regierungspolitik in anderen europ&auml;ischen L&auml;ndern auf. In Frankreich konnte sogar Le Pen von der rechtsextremen Front National bei der ersten Runde der Pr&auml;sidentschaftswahlen Punkte sammeln &#8211; nachdem unter Jospin mehr Privatisierungen auf den Weg gebracht wurden als unter den konservativen Regierungen von Jupp&eacute; und Balladur zusammen.Um Stoiber zu stoppen, muss Schr&ouml;der und seiner Politik der Kampf angesagt werden. Denn erst der gemeinsame Widerstand aller vom Sozialkahlschlag Betroffenen w&uuml;rde Stoiber zwingen, in dieser Auseinandersetzung Stellung zu beziehen und ihn folglich in eine direkte Konfrontation mit den sozialen Interessen der arbeitenden Bev&ouml;lkerung bringen. Eine Wahlunterst&uuml;tzung f&uuml;r Schr&ouml;der, mit dem Ziel Stoiber zu verhindern, kann keine Option sein. Schlie&szlig;lich war Schr&ouml;der mit seiner Politik der beste Wahlkampfhelfer f&uuml;r Stoiber und die Union. Eine Fortsetzung der Schr&ouml;der-Regierung nach dem 22. September w&uuml;rde eine Fortsetzung von unsozialer Steuergesetzgebung, Demontage des &#8222;Sozialstaates&#8220; (Rentensystem, Gesundheitswesen) und Kriegspolitik bedeuten. <\/p>\n<p>  Wer Stoiber verhindern will, muss Schr&ouml;ders Politik bek&auml;mpfen!<\/p>\n<p>  Rot-Gr&uuml;n eine Abfuhr erteilen<\/p>\n<p>  Das Wahlergebnis 1998 war weniger ein durchschlagender Erfolg f&uuml;r SPD und Gr&uuml;ne als eine verheerende Niederlage f&uuml;r die Kohl-Regierung. Mit dem schlechtesten Abschneiden in der Geschichte der CDU bei einer Bundestagswahl bekamen Kohl und Konsorten die Quittung f&uuml;r 16 Jahre neoliberale Politik auf Kosten der arbeitenden Bev&ouml;lkerung. Endg&uuml;ltig den Bogen &uuml;berspannt hatten sie 1996 mit der K&uuml;rzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Seinerzeit verhinderten die Belegschaften der Autoindustrie durch Streikaktionen die Umsetzung der gesetzlichen Regelungen in der Metallindustrie.<\/p>\n<p>  Rot-Gr&uuml;n versprach 1998 wenig, und hielt noch viel weniger. Massiver Druck aus den Betrieben zwang sie, die K&uuml;rzungen bei der Lohnfortzahlung von 100 auf 80 Prozent wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Dar&uuml;ber hinaus wurde der K&uuml;ndigungsschutz in Betrieben mit mehr als f&uuml;nf Besch&auml;ftigten verbessert. Von der ein oder anderen weiteren kleinen Reform abgesehen war es jedoch mit dem von der Gewerkschaftsf&uuml;hrung erhofften &#8222;Politikwechsel&#8220; hin zu einem sozialeren Kurs nicht weit her. Im Gegenteil.<\/p>\n<p>  Schon vor der Wahl hatte Gerhard Schr&ouml;der erkl&auml;rt, &#8222;dass man nicht alles anders, aber vieles besser machen w&uuml;rde.&#8220; Schnell entpuppte sich Kanzler Schr&ouml;der als der &#8222;Genosse der Bosse&#8220;. Seine Politik stand im Widerspruch zu Oskar Lafontaines Versuch, die Krisentendenzen des Kapitalismus durch eine Vereinbarung von Unternehmerinteressen und &#8222;sozialem Gewissen&#8220; aufzufangen. Lafontaine wurde gegangen. Und das obwohl seine Politik alles andere als eine grunds&auml;tzliche Opposition gegen die Profitwirtschaft darstellt. Das hatte er schon Ende der 80er Jahre als saarl&auml;ndischer Ministerpr&auml;sident mit seinem Vorsto&szlig; in Sachen Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei Lohnverlust unter Beweis gestellt.<\/p>\n<p>  Von der Wiedereinf&uuml;hrung der unter Kohl abgeschafften Verm&ouml;genssteuer war nach den Wahlen keine Rede mehr. W&auml;hrend die Einkommensmillion&auml;re dank der Senkung des Spitzensteuersatzes mehr als 50.000 Euro einkassieren konnten, wird die Streichung des Steuerfreibetrages alleinerziehenden M&uuml;ttern oder V&auml;tern 800 Euro j&auml;hrlich kosten (ab 2005). Selbst die Kindergelderh&ouml;hung wird durch Abgabenerh&ouml;hungen und den Teuro wieder aufgefressen.<\/p>\n<p>  Die SPD hatte 1998 versprochen, die &Auml;nderungen der Kohl-Regierung am Paragraph 116 AFG (heute 146 SGB III), dem Aussperrungsparagraphen, und dessen gewerkschaftsfeindlichen Inhalt zur&uuml;ck zu nehmen. Dieser Paragraph schr&auml;nkt das Streikrecht ein und schw&auml;cht die Arbeiterbewegung. W&auml;hrend Rot-Gr&uuml;n in k&uuml;rzester Zeit Gesetze erlassen konnte, in denen demokratische Rechte eingeschr&auml;nkt wurden, reichten ihr hier vier Jahre nicht aus &#8211; und werden auch weitere vier Jahre nicht reichen.<\/p>\n<p>  Riesters Rentenreform bedeutet den bislang gr&ouml;&szlig;ten Angriff auf den Sozialstaat. H&ouml;here Beitr&auml;ge f&uuml;r die Besch&auml;ftigten, niedrigere Bez&uuml;ge f&uuml;r die RentnerInnen und neue Profitquellen f&uuml;r private Versicherungen durch die &Ouml;ffnung des gesetzlichen Rentensystems sind die Folge. Das staatliche Gesundheitswesen, das sowohl unter Kohl als auch unter Schr&ouml;der schon unter Beschuss genommen wurde, droht nach dem 22. September vollst&auml;ndig demontiert zu werden, ganz gleich ob Stoiber oder Schr&ouml;der Regierungschef wird.<\/p>\n<p>  Messen lassen wollte sich Schr&ouml;der am Abbau der Arbeitslosigkeit und an der Schaffung neuer Lehrstellen. In beiden F&auml;llen ist die Bilanz vernichtend. Weder die Arbeitslosenzahlen konnten sp&uuml;rbar gesenkt werden (Ziel waren 3,5 Millionen) noch die Jugendarbeitslosigkeit konnte reduziert werden (Ziel waren 100.000 neue Ausbildungspl&auml;tze). Heute sind eine halbe Million Jugendliche unter 25 Jahren ohne Arbeit &#8211; mehr als vor Schr&ouml;ders Amtsantritt. Im letzten Jahr war Kanzler Schr&ouml;der dazu &uuml;bergegangen, nicht mehr die Arbeitslosigkeit zu bek&auml;mpfen, sondern die Arbeitslosen &#8211; durch Druck auf Arbeitslose, die Ausweitung prek&auml;rer Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse, Zeitarbeit und markiger Spr&uuml;che wie: &#8222;Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft&#8220;.<\/p>\n<p>  Dem deutschen Kapital ist daran gelegen, einen Schlussstrich unter 50 Jahre Nachkriegszeit zu ziehen. Nicht nur &ouml;konomisch, sondern auch milit&auml;risch soll der deutsche Imperialismus im versch&auml;rften internationalen Konkurrenzkampf wieder eine dominante Rolle spielen. Hier kamen den Konzernchefs Schr&ouml;der und Fischer als willf&auml;hrige Helfershelfer besonders gelegen. Die Bundeswehr-Eins&auml;tze 1999 im Balkan-Krieg und 2001 im Afghanistan-Feldzug bedeuten die ersten Kriegseins&auml;tze seit 1945. Von Jugoslawien bis zum Horn von Afrika &#8211; deutsche Soldaten k&auml;mpfen und sterben gegenw&auml;rtig in acht Einsatzgebieten. Rot-Gr&uuml;n macht&#8217;s m&ouml;glich. Die Waffenexporte haben sich unter Mitwirkung gr&uuml;ner &#8222;PazifistInnen&#8220; sogar erh&ouml;ht.<\/p>\n<p>  Der unter Umweltverschmutzungsminister Trittin (B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen) abgesegnete Atomausstieg ist noch nicht einmal ein Einstieg in den Ausstieg &#8211; sondern eine Bestandgarantie. Nach wie vor werden abgebrannte Brennst&auml;be wieder aufbereitet, nach wie vor rollen Castor-Transporte.<\/p>\n<p>  Die &Ouml;ko-Steuer ist vor allem eines: Wenig &Ouml;ko und viel Steuer. W&auml;hrend die privaten Haushalte 600 Millionen Euro draufzahlen, sparen die Konzerne j&auml;hrlich vier Milliarden Euro ein &uuml;ber die Senkung der &#8222;Lohnnebenkosten&#8220; &#8211; Familien mit mehreren Kindern sind &uuml;berdurchschnittlich stark betroffen. Arbeitslose, Studierende und RentnerInnen haben von den Einkommenssteuersenkungen, die angeblich als &#8222;Ausgleich&#8220; gew&auml;hrt wurden, gar nichts.<\/p>\n<p>  In den letzten vier Jahren taten SPD und Gr&uuml;ne alles, um es sich mit den Aufsichtsr&auml;ten von Banken und Konzernen nicht zu verscherzen. In Sachen Kriegseins&auml;tze der Bundeswehr, bei der Steuer- und bei der Rentenreform h&auml;tte eine Kohl-Regierung wahrscheinlich kurzfristig gr&ouml;&szlig;ere Gegenwehr provoziert. Sp&auml;testens beim &#8222;Atomkonsens&#8220; erkannte das Kapital, dass ihnen auch die Gr&uuml;nen in der Regierung von Nutzen sein k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>  Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) verk&uuml;ndeten, welche W&uuml;nsche sie f&uuml;r das k&uuml;nftige Regierungsprogramm hegen: Weitere Angriffe auf den Fl&auml;chentarifvertrag und K&uuml;ndigungsschutz, verst&auml;rkte &Ouml;ffnung des Bildungssektors f&uuml;r den Markt, beschleunigte Deregulierungsma&szlig;nahmen und Privatisierungsschritte. Nicht nur die CSU\/CDU auch die SPD hat ihre Bereitschaft signalisiert, Gewehr bei Fu&szlig; zu stehen und den Erwartungen der Rogowskis und Hundts zu entsprechen. Im Gesundheitswesen soll &#8222;die solidarische Wettbewerbsordnung&#8220; (SPD-Wahlprogramm) ausgebaut werden. Im Bildungsbereich sollen &#8222;Unternehmen ermutigt werden, sich st&auml;rker in Bildungseinrichtungen zu engagieren.&#8220;<\/p>\n<p>  Angetreten war Schr&ouml;der vor vier Jahren mit der Ank&uuml;ndigung, alle verschiedenen gesellschaftlichen Interessen in seiner &#8222;neuen Mitte&#8220; zu vereinen. Aber es gibt nicht nur verschiedene Interessen zwischen Arbeitgebern und ArbeitnehmerInnen, zwischen Kapital und Arbeit, sondern direkt entgegengesetzte Interessen. Nach wie vor leben wir in einer Klassengesellschaft: Auf der einen Seite steht die Klasse der Kapitalisten, denen die Banken, Konzerne und Versicherungen geh&ouml;ren, oder die &uuml;ber gen&uuml;gend Aktien verf&uuml;gen, um in den gro&szlig;en Gesellschaften am Dr&uuml;cker zu sein. Auf der anderen Seite steht die Klasse der lohnabh&auml;ngig Besch&auml;ftigten und das Heer der Arbeitslosen. Es ist unm&ouml;glich, zugleich sowohl die Profitbedingungen der Unternehmer als auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ArbeiterInnen, Angestellten und Beamten zu verbessern. Man muss sich f&uuml;r eine Seite entscheiden. Die SPD hat sich entschieden.<\/p>\n<p>  Best&auml;tigt hat sich in den letzten vier Jahren das, wovor die SAV im Wahlprogramm von 1998 gewarnt hatte: &#8222;Die Sozialdemokratie ist nicht bereit, sich mit den wirtschaftlich Herrschenden anzulegen und Reformen im Interesse der breiten Bev&ouml;lkerungsmehrheit durchzusetzen. Sie steht voll und ganz auf dem Boden der Marktwirtschaft. Ihre Funktion&auml;re sind an das System angepasst und haben f&uuml;r sich gutbezahlte Posten gesichert. Die SPD ist heute keine Arbeiterpartei mehr. Ihre Basis in der Arbeitnehmerschaft br&ouml;ckelt mehr und mehr. Sie ist eine Partei von Berufspolitikern und Karrieristen.&#8220;<\/p>\n<p>  Auch die Gr&uuml;nen h&auml;ngen an den Rockzipfeln des Kapitals. Allerdings hatten die Gr&uuml;nen nie eine &auml;hnliche Basis in der Arbeiterklasse wie die SPD. Auf massiven Druck von unten haben die Sozialdemokraten in den ersten Jahren der Brandt-Regierung vor&uuml;bergehend Sozialleistungen und Bildungschancen f&uuml;r Arbeiterfamilien verbessert. Das war am Ende der 60er und am Anfang der 70er Jahre. Der Spielraum f&uuml;r eine traditionell sozialdemokratische Reformpolitik im Kapitalismus ist jedoch seit dem Beginn der wirtschaftlichen Abw&auml;rtsentwicklung Mitte der 70er Jahre geringer geworden. Mit dem Scheitern des Stalinismus und im Zuge der neoliberalen Offensive der Herrschenden wandelten sich Programm, Politik und soziale Basis fundamental. Die Linke war zu schwach, um diese Entwicklungen aufzuhalten oder umzukehren. Darum ging der Rechtsruck der Parteispitze &#8211; die auch schon in der Vergangenheit das kapitalistische System nicht in Frage stellte &#8211; weiter als in fr&uuml;heren Zeiten.<\/p>\n<p>  Ist die PDS eine linke Alternative?<\/p>\n<p>  Die PDS ist die einzige im Bundestag vertretene Partei, die sich gegen die Kriegseins&auml;tze der Bundeswehr positionierte. Im Gegensatz zu CSU\/CDU, FDP, SPD und Gr&uuml;nen lehnt die PDS in ihrem Wahlprogramm Privatisierungen und Sozialabbau nachdr&uuml;cklich ab. Dennoch biedert sich die PDS-F&uuml;hrung dem b&uuml;rgerlichen Establishment immer mehr an. Da ist es nur logisch, dass sich Gysi, Zimmer und Bartsch auf die Logik der Marktwirtschaft einlassen. Die PDS ist keine sozialistische Opposition.<\/p>\n<p>  Die PDS z&auml;hlt Zehntausende von Mitgliedern, die in den letzten Jahren selber Opfer von K&uuml;rzungen im sozialen Bereich waren. Viele von ihnen sind bereit, sich entschlossen zur Wehr zu setzen. Leider hat die F&uuml;hrung der PDS nirgendwo ihre Basis genutzt, um Mitglieder und Anh&auml;ngerInnen gegen Umverteilungspolitik, Betriebsschlie&szlig;ungen oder Nazi-Bedrohungen zu mobilisieren. Fast &uuml;berall, wo sie Regierungsverantwortung &uuml;bernimmt, tritt sie in die Fu&szlig;stapfen der etablierten Politiker und Parteien. In Sachsen-Anhalt hat die PDS die Minderheitsregierung von SPD und Gr&uuml;nen toleriert und dabei Sparma&szlig;nahmen im Bildungswesen zugestimmt. In Mecklenburg-Vorpommern ist sie mit der SPD eine Regierungskoalition eingegangen und betreibt Arbeitsplatzabbau und den Ausverkauf kommunalen Eigentums (Eurawasser, Hafengesellschaft etc.). In Berlin gew&auml;hrt der SPD\/PDS-Senat zum einen der Bankgesellschaft eine Risikoabsicherung in H&ouml;he von sage und schreibe 21 Milliarden Euro, w&auml;hrend zum anderen Stellenstreichungen im &Ouml;ffentlichen Dienst, Erweiterungen der Hortgr&ouml;&szlig;en bei den Kindertagesst&auml;tten und ein radikaler Kahlschlag bei Jugendprojekten angesagt sind. Um sich f&uuml;r Regierungs&auml;mter zu &#8222;qualifizieren&#8220;, schrieb die Berliner PDS in ihr Wahlprogramm: &#8222;Wir sagen deutlich: Schmerzhafte Einschnitte werden unvermeidlich sein, vieles wird sich &auml;ndern&#8220;. Unter der Federf&uuml;hrung eines Gregor Gysi als Wirtschaftssenator lie&szlig; die PDS damit nicht lange auf sich warten.<\/p>\n<p>  Formal bekennt sich die PDS zum Sozialismus. Aber die &#8222;roten Socken&#8220; sind nicht farbecht. Ihr Bekenntnis zum Sozialismus ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Die Lehren aus 40 Jahren Stalinismus in der DDR hat die PDS nie gezogen und nie ein Programm f&uuml;r eine wirkliche sozialistische Demokratie entwickelt. Die DDR war eine b&uuml;rokratische Diktatur der SED-Spitze und eine schlechte Karikatur auf eine sozialistische Gesellschaft. Die SAV und ihre Vorg&auml;ngerorganisation standen immer f&uuml;r den Sturz von Honecker und Co. und f&uuml;r die Einf&uuml;hrung einer sozialistischen Demokratie auf der Grundlage einer demokratischen Kontrolle und Verwaltung der verstaatlichten Wirtschaft durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung selbst. Vom wichtigsten Herrschaftsinstrument der B&uuml;rokratie in der DDR ist die PDS zu einer angepassten Partei im BRD-Kapitalismus geworden. Gregor Gysi signalisierte bereits, dass sie im Bundestag einer Wiederwahl Schr&ouml;ders zum Regierungschef nicht im Weg stehen w&uuml;rde. Selbst in der Kriegsfrage hatten Gysi und andere f&uuml;hrende K&ouml;pfe der PDS im letzten Herbst ein milit&auml;risches Vorgehen gegen Afghanistan &#8211; unter einem Kommando der Vereinten Nationen &#8211; nicht v&ouml;llig ausgeschlossen. Auch wenn Gysi und Co. in diesem Fall von der Parteibasis zur&uuml;ckgepfiffen wurden, so wird es doch nur eine Frage der Zeit sein, bis die PDS sich in eine zweite SPD umgewandelt hat.<\/p>\n<p>  Trotzdem ist die PDS derzeit die einzige Partei, die eine Chance hat in den Bundestag einzuziehen, die sich gegen Aufr&uuml;stung und Unternehmerwillk&uuml;r ausspricht. Einige linke PDS-Abgeordnete haben ihre Position genutzt, um soziale Bewegungen zu unterst&uuml;tzen. Darum w&auml;re es eine Entt&auml;uschung f&uuml;r viele Linke, wenn die PDS den Wiedereinzug in den Bundestag verfehlen sollte. Mangels anderer aussichtsreicher Kr&auml;fte auf der Wahlebene w&uuml;rde ein PDS-Wahlerfolg Kritik gegen&uuml;ber dem Einheitsbrei der etablierten Parteien zum Ausdruck bringen und deutlich machen, dass viele ArbeiterInnen und Jugendliche eine linke politische Alternative suchen.<\/p>\n<p>  Deshalb spricht sich die SAV daf&uuml;r aus, der PDS bei den Bundestagswahlen am 22. September die Zweitstimme zu geben. Aber die PDS ist keine k&auml;mpferische sozialistische Partei. Darum geh&ouml;rt der Aufbau einer neuen politischen Interessenvertretung gegen &#8222;die da oben&#8220; auf die Tagesordnung.<\/p>\n<p>  Eine neue Arbeiterpartei aufbauen<\/p>\n<p>  Ob im Bund, in den L&auml;ndern oder in den Kommunen: Alle Regierungen reden der Sparpolitik das Wort. Aber was sie betreiben ist keine Sparpolitik, sondern eine Umverteilungspolitik &#8211; von unten nach oben.<\/p>\n<p>  Die heutigen Berufspolitiker werden nicht f&uuml;r uns k&auml;mpfen. Die Mandatstr&auml;ger sind keine Vertreter der &#8222;kleinen Leute&#8220;, sondern werden bezahlt wie Manager und leben im Umfeld der Reichen und M&auml;chtigen. Viele von ihnen lassen sich bestechen und korrumpieren. Steuergelder von Otto-Normalverbraucher werden am Fiskus vorbei in schwarze Kassen umgeleitet. Der j&uuml;ngste Spendenskandal in Nordrhein-Westfalen spricht B&auml;nde. So sorgten unter anderem Baufirmen und Betreiber f&uuml;r den Bau einer umweltfeindlichen und dazu noch &uuml;berfl&uuml;ssigen M&uuml;llverbrennungsanlage in K&ouml;ln mit legalen und illegalen Bestechungsgeldern an eine unerkl&auml;rte Gro&szlig;e Koalition von SPD, FDP und CDU.<\/p>\n<p>  Wenn wir uns auf die etablierten Parteien verlassen, dann sind wir verlassen. Wir k&ouml;nnen nur auf unsere eigene Kraft vertrauen. ArbeiterInnen, Arbeitslose, Azubis, Sch&uuml;lerInnen, Studierende und RentnerInnen brauchen eine eigene, eine neue Partei. N&ouml;tig ist der Aufbau einer Massenpartei f&uuml;r die arbeitenden Menschen. Das wird nicht &uuml;ber Nacht geschehen. Ansatzpunkte k&ouml;nnen die kommenden K&auml;mpfe gegen Entlassungen, Privatisierungen und kommunale K&uuml;rzungen sein. Der Protest in diesen gesellschaftlichen Konflikten sollte auch auf die Wahlebene getragen werden. Ausgehend von Kandidaturen auf der Grundlage von lokalen oder regionalen Auseinandersetzungen k&ouml;nnten zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt &uuml;berregionale Ans&auml;tze entstehen. Diskussionen &uuml;ber Kampfma&szlig;nahmen und politische Forderungen k&ouml;nnten in weitergehende programmatische Diskussionen m&uuml;nden.<\/p>\n<p>  Die Bewegung gegen Aufr&uuml;stung, Kriege und die kapitalistische Globalisierung stellt sich gegen die Diktatur der Banken und Konzerne. Millionen haben die Parole &#8222;Eine andere Welt ist m&ouml;glich&#8220; seit Seattle rund um den Globus getragen. Die SAV ist Teil dieser Bewegung und baut sie mit auf. SAV-Mitglieder sind aktiv bei Attac, widerstand international! und in anderen Strukturen der Bewegung.<\/p>\n<p>  Wir treten f&uuml;r k&auml;mpferische und demokratische Gewerkschaften ein, denn die Gewerkschaftsspitze betreibt Co-Management statt konsequenter Interessenvertretung. SAV-Mitglieder sind aktive GewerkschafterInnen und beteiligen sich am Aufbau von innergewerkschaftlichen Oppositionsgruppen und Zusammenschl&uuml;ssen von kritischen KollegInnen.Aus solchen Strukturen heraus k&ouml;nnte der Ansto&szlig; f&uuml;r eine eigene politische Formation kommen. Eine neue Partei von ArbeiterInnen und Jugendlichen, eine Massenpartei, w&auml;re ein gro&szlig;er Fortschritt, selbst wenn diese anfangs kein konsequentes sozialistisches Programm vertreten w&uuml;rde. Sie w&uuml;rde Tausenden und Zehntausenden die M&ouml;glichkeit bieten, sich unabh&auml;ngig von den b&uuml;rgerlichen Parteien zu organisieren und f&uuml;r ihre Interessen aktiv zu werden. Die SAV tritt f&uuml;r die Einheit der Arbeiterklasse ein und wird Ans&auml;tze zu einer neuen, breiten Arbeiterpartei aufgreifen und unterst&uuml;tzen.<\/p>\n<p>  Die Sozialistische Alternative &#8211; SAV<\/p>\n<p>  Die SAV wurde 1994 gegr&uuml;ndet. Wir sehen nicht tatenlos zu, wie die Reichen und Superreichen in den Chefetagen oder in den Parlamenten unsere Zukunft verbauen. Wir organisieren Gegenwehr gegen Arbeitsplatz- und Sozialabbau, Umweltzerst&ouml;rung, gegen die Diskriminierung von Frauen, gegen Rassismus und gegen Nazi-Aktivit&auml;ten. SAV-Mitglieder sind aktiv in Betrieben, Gewerkschaften, Schulen, Hochschulen und Stadtteilen.<\/p>\n<p>  Wir sind der Meinung, dass man den Kampf gegen Sozialk&uuml;rzungen mit dem Kampf f&uuml;r eine grundlegend andere, sozialistische Gesellschaft verbinden muss. Unserer Meinung nach muss das &Uuml;bel an der Wurzel gepackt werden. Die Wurzeln sind die kapitalistischen Produktions- und Eigentumsverh&auml;ltnisse selbst. Die Alternative ist eine sozialistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Eine Gesellschaft, in der die Konzerne, Banken und Versicherungen in Gemeineigentum &uuml;berf&uuml;hrt sind, die Wirtschaft demokratisch geplant wird und in der die Bed&uuml;rfnisse der gro&szlig;en Mehrheit ausschlaggebend sind, nicht l&auml;nger die Profite einer kleinen Minderheit. Sozialismus braucht Demokratie wie der K&ouml;rper Sauerstoff. Wir wollen weder die Diktatur einer B&uuml;rokratie, wie fr&uuml;her in der DDR oder im Ostblock, noch die Diktatur der Banken und Gro&szlig;konzerne.<\/p>\n<p>  Um den Kapitalismus abzuschaffen und durch eine sozialistische Demokratie zu ersetzen bedarf es einer revolution&auml;ren, sozialistischen Massenpartei. Eine solche Partei aufzubauen ist das Ziel der SAV. Die SAV ist anders als die anderen Parteien. Die SAV ist demokratisch aufgebaut. Wir setzen uns in der Arbeiterbewegung daf&uuml;r ein, dass gew&auml;hlte VertreterInnen nicht mehr verdienen als einen durchschnittlichen Lohn der abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten. Rechenschaftspflicht und jederzeitige W&auml;hl- und Abw&auml;hlbarkeit sind f&uuml;r uns unabdingbar. Diese Prinzipien setzen wir bei uns selber um.<\/p>\n<p>  Der Kapitalismus ist international, der Kampf dagegen auch. Darum hat die SAV sich mit sozialistischen Organisationen und Parteien in mehr als 35 L&auml;ndern im CWI (Komitee f&uuml;r eine Arbeiterinternationale) zusammengeschlossen, um den Kampf &uuml;ber L&auml;ndergrenzen hinweg organisieren zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>  Die SAV engagiert sich bei den weltweiten antikapitalistischen Protesten. SAV-Mitglieder haben sich aktiv an den Demonstrationen in G&ouml;teborg, Genua, Br&uuml;ssel, Sevilla und in anderen St&auml;dten beteiligt. Die SAV bringt sich bei Attac ein und unterst&uuml;tzt den Aufbau von widerstand international (wi!). Zur internationalen Gr&uuml;ndungskonferenz von wi! in Br&uuml;ssel kamen am Rande der Gegenproteste zum EU-Gipfel 500 Jugendliche.<\/p>\n<p>  In der Studentenbewegung in diesem Sommer geh&ouml;ren SAV-Mitglieder in Hamburg und in verschiedenen Orten in Nordrhein-Westfalen zu den Initiatoren und Organisatoren der Unistreiks.<\/p>\n<p>  Am Beginn des US-Krieges gegen Afghanistan konnte das Komitee &#8222;Sch&uuml;lerInnen gegen den Krieg&#8220;, das von SAV-Mitgliedern mitgegr&uuml;ndet wurde, in Berlin 5.000 Sch&uuml;lerInnen zu einem Streik mobilisieren, der sich gegen Aufr&uuml;stung und Kriegspolitik richtete. In Bremen spielten SAV-Mitglieder vor zwei Jahren eine wichtige Rolle bei der Durchf&uuml;hrung eines Jugendstreiktages gegen Bildungsabbau und Lehrstellenmangel.<\/p>\n<p>  SAV-Mitglieder setzen sich f&uuml;r den Aufbau innergewerkschaftlicher Oppositionsgruppen wie der Initiative zur Vernetzung der gewerkschaftlichen Linken und dem Netzwerk f&uuml;r eine k&auml;mpferische und demokratische ver.di ein. In Kassel haben Netzwerk- und SAV-AktivistInnen zusammen mit den betroffenen KollegInnen die Privatisierung des Klinikums abwenden k&ouml;nnen. In Aachen unterst&uuml;tzt die SAV seit Jahren den Kampf der Besch&auml;ftigten des Studentenwerks gegen Privatisierung und schlechtere Arbeitsbedingungen.<\/p>\n<p>  In K&ouml;ln, Berlin, Hamburg und in anderen St&auml;dten hat die SAV Belegschaften unterst&uuml;tzt, die gegen die Schlie&szlig;ung ihres Betriebes gek&auml;mpft haben und Solidarit&auml;tskomitees in den betroffenen Stadtteilen mitgegr&uuml;ndet, so bei Deutz-Fahr, AEG\/TRO und Ph&ouml;nix.<\/p>\n<p>  In Bremerhaven gelang es der SAV eine erfolgreiche Kampagne gegen die Privatisierung st&auml;dtischer Wohnungen anzusto&szlig;en und bei der darauf folgenden Kommunalwahl 1995 auf Anhieb 2,3 Prozent der Stimmen zu bekommen. In Siegen haben SAV-Mitglieder den Kampf gegen Arbeitsplatzabbau bei Krupp unterst&uuml;tzt und 1993 gemeinsam mit anderen einen Streik der Auszubildenden auf die Beine gestellt.<\/p>\n<p>  1992 haben Mitglieder von SAV und CWI die Initiative zur Gr&uuml;ndung von Jugend gegen Rassismus in Europa (JRE) und f&uuml;r die erste internationale Demonstration gegen Nazis und Rassisten mit 40.000 TeilnehmerInnen in Br&uuml;ssel ergriffen. Nach dem Umzug der NPD-Bundeszentrale nach Berlin-K&ouml;penick konnten wir gemeinsam mit anderen 10.000 DemonstrantInnen auf die Stra&szlig;e bringen.<\/p>\n<p>  Die SAV bietet bei der Bundestagswahl eine sozialistische Alternative an. In Stuttgart, K&ouml;ln, Aachen, Bremen, Hamburg, Rostock und Berlin haben wir DirektkandidatInnen aufgestellt.<\/p>\n<p>  Die Erststimme f&uuml;r die SAV ist eine Stimme<br \/>  &middot; gegen die Umverteilung zugunsten der Reichen, gegen Privatisierung und gegen die Demontage des Bildungs- und Gesundheitswesens<\/p>\n<p>  &middot; gegen Aufr&uuml;stung und Kriegspolitik<\/p>\n<p>  &middot; gegen Neonazis und Rassismus, f&uuml;r den gemeinsamen Kampf von deutschen und nichtdeutschen ArbeiterInnen und Arbeitslosen, f&uuml;r das Wahlrecht f&uuml;r alle hier lebenden Menschen<\/p>\n<p>  &middot; gegen die etablierten Parteien und f&uuml;r den Aufbau einer neuen Arbeiterpartei<\/p>\n<p>  &middot; f&uuml;r ArbeiterkandidatInnen, die nicht mehr als einen durchschnittlichen Facharbeiterlohn annehmen, anstatt sich durch steigende Di&auml;ten selbst zu bereichern<\/p>\n<p>  Arbeit f&uuml;r alle<\/p>\n<p>  &#8222;Die Unterschiede sind gar nicht leicht zu finden&#8220;, kommentierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 28. April 02 die Wahlprogramme von CSU\/CDU und SPD. Das gilt auch f&uuml;r die Frage der Massenarbeitslosigkeit, ihre Rezepte und deren Wirkungen. Das einzige, was Stoiber und Schr&ouml;der einf&auml;llt, ist Lohnverzicht &#8211; &uuml;ber McDonald&#8217;s-Jobs und Nullrunden bei den diesj&auml;hrigen Tarifabschl&uuml;ssen. Die arbeitende Bev&ouml;lkerung soll wieder einmal den G&uuml;rtel enger schnallen. Davon abgesehen, dass viele schon am letzten G&uuml;rtelloch angekommen sind, hat Lohnverzicht noch nie Arbeitspl&auml;tze gerettet oder neue geschaffen. Zwischen 1991 und 1995 mussten die Besch&auml;ftigten des &Ouml;ffentlichen Dienstes unter Kohl Reallohnverluste von 5,6 Prozent hinnehmen, w&auml;hrend die Arbeitslosenzahlen gleichzeitig von 2,6 auf 3,7 Millionen stiegen. Schr&ouml;der lie&szlig; sich 1999 als der Retter von Holzmann feiern. Nachdem 5.900 Bauleute ihren Job einb&uuml;&szlig;ten, der Restbelegschaft f&uuml;nf unbezahlte &Uuml;berstunden pro Woche aufgebrummt wurden und 245 Millionen Mark Lohnopfer erbracht werden mussten, bangen die &uuml;brig gebliebenen 23.000 KollegInnen heute erneut um ihre Arbeitspl&auml;tze.<\/p>\n<p>  Massenarbeitslosigkeit ist die Folge von neoliberaler Politik, Privatisierungswelle, kapitalistischer Wiedervereinigung und der Krise der Marktwirtschaft. Schr&ouml;ders Versprechen, die Arbeitslosigkeit von vier auf 3,5 Millionen zu senken, (was immer noch 3,5 Millionen Arbeitslose zu viel w&auml;ren), war f&uuml;r ihn als engen Freund der VW-Bosse von vornherein ein leeres Versprechen.<\/p>\n<p>  Unl&auml;ngst lie&szlig; Schr&ouml;der eine Kommission f&uuml;r neue Arbeitsmarktreformen einsetzen. An der Spitze dieser Kommission steht Peter Hartz, Personalchef von VW. Der vorgelegte Horrorkatalog sieht Sanktionen, Leistungsk&uuml;rzungen und die Zunahme von Leiharbeit vor. Dar&uuml;ber wird jetzt zwischen Stoiber und Schr&ouml;der gestritten &#8211; allerdings nur &uuml;ber das Ausma&szlig; von Sozialeinschnitten. <\/p>\n<p>  Das einzige, das Arbeitspl&auml;tze rettet, ist der Kampf um Arbeitspl&auml;tze. Der Aufschwung ist an ArbeiterInnen, Arbeitslosen, Jugendlichen und sozial Benachteiligten vorbei gegangen. Jetzt soll die Krise auf ihren R&uuml;cken abgew&auml;lzt werden. Wenn Konzernchefs behaupten, dass sie rote Zahlen schreiben, dann sollen sie die Gesch&auml;ftsb&uuml;cher offen legen, damit die Belegschaften sehen k&ouml;nnen, wo die Gewinne hingegangen sind, die von ihnen erwirtschaftet wurden. Kapitalisten, die Betriebe schlie&szlig;en wollen, geh&ouml;ren enteignet. Entsch&auml;digungen d&uuml;rfen nur bei erwiesener Bed&uuml;rftigkeit gezahlt werden.<\/p>\n<p>  Im vergangenen Jahr ist die Zahl der &Uuml;berstunden erneut gestiegen &#8211; auf 1,9 Milliarden. &Uuml;berstunden, Arbeitshetze, verl&auml;ngerte Lebensarbeitszeit f&uuml;r die einen, erzwungenes Nichtstun f&uuml;r die anderen &#8211; ein schreiender Widersinn der Marktwirtschaft. Auf Grund des technischen Fortschritts und bei Verteilung der Arbeit auf alle k&ouml;nnten wir weniger arbeiten &#8211; bei gleichem Lebensstandard. Durch technischen Fortschritt wurde und wird die Produktivit&auml;t gesteigert, mit immer weniger Arbeit k&ouml;nnen dieselben oder sogar mehr Werte geschaffen werden, die Gesellschaft wird nicht &auml;rmer, sondern reicher.<\/p>\n<p>  Statt f&uuml;r die gesellschaftlichen Bed&uuml;rfnisse zu investieren und damit Arbeitspl&auml;tze zu schaffen, werden heute Milliardensummen zur Finanzierung der Arbeitslosigkeit ausgegeben. Allein die j&auml;hrlichen Kosten der Arbeitslosigkeit entsprechen den Kapitalkosten f&uuml;r etwa 750.000 Arbeitspl&auml;tze. 75 Milliarden Euro Ausgaben sowie Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialabgaben kostete im Jahr 2000 die Arbeitslosigkeit (laut Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit).<\/p>\n<p>  Hinzu kommt der Ausfall bei der Erwirtschaftung des Sozialprodukts. Bei einem durchschnittlichen Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbst&auml;tigen von ungef&auml;hr 50.000 Euro (im Jahr 2000) k&ouml;nnten knapp vier Millionen Arbeitslose bis zu 200 Milliarden Euro erwirtschaften &#8211; das entspricht 80 Prozent des gesamten Bundeshaushalts.<\/p>\n<p>  Daf&uuml;r k&auml;mpft die SAV:<\/p>\n<p>  &middot; Schluss mit Billigjobs und ungesicherten Arbeitsverh&auml;ltnissen<\/p>\n<p>  &middot; Qualifizierte Ausbildung f&uuml;r jede\/n im gew&uuml;nschten und unbefristete &Uuml;bernahme im erlernten Beruf<\/p>\n<p>  &middot; Verteilung der Arbeit auf alle<\/p>\n<p>  &middot; 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich als erster Schritt zu weiterer Arbeitszeitverk&uuml;rzung<\/p>\n<p>  &middot; &Ouml;ffentliche Investitionen und Neueinstellungen in den Bereichen Arbeit, Umwelt, Bildung und Soziales &#8211; Finanzierung mit den Milliardengewinnen der Banken und Konzerne und den Geldern, die sich in den Taschen der Reichen befinden<\/p>\n<p>  &middot; Keine Entlassungen und Betriebsschlie&szlig;ungen<\/p>\n<p>  &middot; Offenlegung der Gesch&auml;ftsb&uuml;cher<\/p>\n<p>  &middot; Wer entl&auml;sst, geh&ouml;rt enteignet: F&uuml;r die &Uuml;berf&uuml;hrung aller Betriebe, die Entlassungen oder Werks- und Fabrikschlie&szlig;ungen planen, in Gemeineigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung. Entsch&auml;digung nur bei erwiesener Bed&uuml;rftigkeitStoppt den Ausverkauf &ouml;ffentlichen Eigentums<\/p>\n<p>  Stoppt den Ausverkauf &ouml;ffentlichen Eigentums<\/p>\n<p>  Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird heute zum Verkauf freigegeben. Mit dem Argument der leeren Kassen werden staatliche Betriebe wie Post, Bahn, kommunale Energieversorger und Verkehrsunternehmen privatisiert.<\/p>\n<p>  Privatisierungen sind immer zum Nachteil der arbeitenden Bev&ouml;lkerung, egal ob als Kunden oder als Besch&auml;ftigte. Wo privatisiert wird, m&uuml;ssen nicht nur die eigentlichen Kosten bezahlt werden, sondern auch die Gewinne der privaten Unternehmer.<\/p>\n<p>  Unserer Meinung nach sind Privatisierungen Diebstahl an &ouml;ffentlichem Eigentum. Denn es geht darum, die gewinnbringenden Teile des &ouml;ffentlichen Eigentums an private Anteilseigner zu verkaufen, die dadurch ihr Kapital profitabel anlegen k&ouml;nnen. Der Aufbau der &ouml;ffentlichen Unternehmen wie Bundespost und Bundesbahn wurde aus Steuergeldern finanziert. &Uuml;bersch&uuml;sse gingen bisher zur&uuml;ck an &ouml;ffentliche Haushalte. Jetzt d&uuml;rfen sich Aktion&auml;re damit bereichern. Daher werden Post&auml;mter geschlossen und Bahnstrecken stillgelegt. Die Kosten f&uuml;r die arbeitslosen Post- und Bahnangestellten darf dann die Masse der Steuer- und Beitragszahler &uuml;bernehmen.<\/p>\n<p>   &#8222;Die SPD-gef&uuml;hrte Bundesregierung wird die unsoziale Rentenpolitik unmittelbar nach der Bundestagswahl korrigieren&#8220; (SPD-Wahlprogramm von 1998). Aber auf Kohl und Bl&uuml;ms Renten-Demontage folgte die Abrissbirne. Die soziale Absicherung im Alter wurde zur Privatsache erkl&auml;rt. Wozu f&uuml;hren die indirekt erzwungenen Privatrenten? Abgesehen davon, dass dieser Teil der Renten nunmehr den Risiken der Finanzm&auml;rkte ausgeliefert ist, werden den Versicherungskonzernen und Banken milliardenschwere Profitquellen erschlossen. Bei privaten Versicherungen gibt es f&uuml;r Ausfallzeiten wie Ausbildung, Kinderbetreuung und Arbeitslosigkeit 100 Prozent Ausfall bei den Rentenanspr&uuml;chen. F&uuml;r die l&auml;ngere Lebenserwartung der Frauen will die Allianz eine um 10 Prozent h&ouml;here Pr&auml;mie als bei M&auml;nnern.<\/p>\n<p>  Das deutsche Kapital plant neue Pl&uuml;nderungen im Bildungssektor und im Gesundheitswesen. Der Anteil der Kliniken und Krankenh&auml;user in privaten H&auml;nden soll in den n&auml;chsten zehn Jahren von sieben auf 45 Prozent steigen. Die Kommission der Europ&auml;ischen Union will die Liberalisierung der Stromm&auml;rkte auf den Weg bringen.<\/p>\n<p>  Diktiert wird die Privatisierungswelle unter anderem vom GATS-Abkommen. GATS steht f&uuml;r Allgemeines Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen, das von der Welthandelsorganisation verwaltet wird und die &#8222;Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen&#8220; vorschreibt. Neben Telekommunikation, Banken und Versicherungen sind damit auch Bereiche wie Bildung, Wasserversorgung und Gesundheit vom Ausverkauf betroffen.<\/p>\n<p>  Privatisierungen f&uuml;hren zu Arbeitsplatzabbau. Arbeitsplatzabbau f&uuml;hrt zu h&ouml;heren Ausgaben und niedrigeren Einnahmen durch Steuerausf&auml;lle f&uuml;r Bund, L&auml;nder und Gemeinden. B&uuml;rgerliche Politiker schreiten zu weiteren Privatisierungen. Ein Teufelskreis. Die meisten Bundesl&auml;nder haben eine Haushaltssperre erlassen &#8211; bereits vor Jahresmitte. Allein im Mai hatten Bund und L&auml;nder vier Milliarden Euro weniger als geplant in den Kassen.<\/p>\n<p>  Im Zuge von Rotstiftpolitik und Privatisierungen droht der Verfall der &ouml;ffentlichen Infrastruktur. In die Bereiche Personennahverkehr, Schulen und Krankenh&auml;user, Wasser- und Energieversorgung m&uuml;ssten, dem Institut f&uuml;r Urbanistik zufolge, mindestens 50 Prozent mehr Geld flie&szlig;en. Laut Finanzdezernentin des Deutschen St&auml;dtetages, Monika Kuba, liegen die kommunalen Investitionen derzeit 30 Prozent unter dem Niveau von 1992.<\/p>\n<p>  Lange Zeit wurde die Telekom als Beispiel f&uuml;r eine Parade-Privatisierung gehandelt. Die Telekom-Aktie galt als die neue Volks-Aktie. Abgesehen davon, dass sich der Wert der T-Aktie mittlerweile im freien Fall befindet, ist die Telekom generell ein Paradebeispiel &#8211; f&uuml;r Bereicherungen auf Kosten der breiten Masse. W&auml;hrend der Kleinaktion&auml;r viel Geld verloren hat, verdoppelten sich die Bez&uuml;ge der Vorst&auml;nde 2001 beinahe auf 17,4 Millionen Euro. Darin sind die Einnahmen aus den Erl&ouml;sen von Aktienoptionen der letzten Jahre noch gar nicht enthalten. 100.000 Jobs wurden bei der Telekom in den letzten Jahren vernichtet.<\/p>\n<p>  Daf&uuml;r k&auml;mpft die SAV:<\/p>\n<p>  &middot; Nein zu Privatisierungen <\/p>\n<p>  &middot; Nein zum GATS<\/p>\n<p>  &middot; R&uuml;ckverstaatlichung aller privatisierten Betriebe<\/p>\n<p>  &middot; Demokratische Kontrolle und Verwaltung durch die arbeitende Bev&ouml;lkerung<\/p>\n<p>  &middot; Statt &uuml;berbezahlter und korrupter Manager und B&uuml;rokraten in Wirtschaft und Verwaltung: durchschnittlicher Facharbeiterlohn und jederzeitige W&auml;hl- und Abw&auml;hlbarkeit aller Personen in Leitungsfunktionen <\/p>\n<p>  Bildung ist keine Ware<\/p>\n<p>  Nun ist es amtlich. Die internationale Schulleistungsstudie PISA stellt fest: Das deutsche Schulsystem ist eines der miserabelsten. Deutsche Sch&uuml;lerInnen erhalten eine sehr viel schlechtere Grundbildung in Mathematik und Naturwissenschaften und schneiden im Bereich der Lesekompetenz deutlich schlechter ab als ihre AltersgenossInnen in anderen L&auml;ndern. Das dreigliedrige Schulsystem macht Deutschland zum Weltmeister in sozialer Auslese und der Diskriminierung von Ausl&auml;nderkindern. In kaum einem anderen Land sind soziale und ethnische Herkunft so entscheidend f&uuml;r den Schulerfolg wie in Deutschland.<\/p>\n<p>  L&auml;nder mit Gesamtschulen, in denen Kinder w&auml;hrend der gesamten Pflichtschulzeit gemeinsam lernen, stehen deutlich besser da. In Finnland, das bei der Lesekompetenz den ersten Platz belegte, ist die Einheitsschule landes&uuml;blich. Dort haben nur drei Prozent dieser Einheitsschulen mehr als 500 Sch&uuml;lerInnen und 40 Prozent weniger als 50 Sch&uuml;lerInnen. (FAZ vom 11.6.02)<\/p>\n<p>  Als Alternative zum gegliederten Schulsystem tritt die SAV f&uuml;r die integrierte Gesamtschule als Regelschule ein. Wir brauchen mehr und p&auml;dagogisch besser ausgebildete LehrerInnen und kleinere Klassen, um effektives Lernen und individuelle Betreuung zu erm&ouml;glichen.<\/p>\n<p>  Die Schlussfolgerungen der etablierten Parteien aus dem katastrophalen Zustand des Bildungswesens sind andere: sie wollen nicht mehr, sondern weniger Kindern und Jugendlichen den Zugang zu guter Bildung erm&ouml;glichen. Privatisierungen und Elitebildung sind ihre Devise.<\/p>\n<p>  Die Schaffung von 100.000 neuen Lehrstellen hatte sich der Armani-Schr&ouml;der vor vier Jahren auf seine Fahnen geschrieben. Momentan sind eine halbe Million unter 25 Jahren arbeitslos &#8211; mehr als 1998. <\/p>\n<p>  Das versprochene Verbot von Studiengeb&uuml;hren wurde und wird von SPD und Gr&uuml;nen ebenfalls nicht erf&uuml;llt. Stattdessen will die rot-gr&uuml;ne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nun als &#8222;Verwaltungsgeb&uuml;hren&#8220; getarnte Studiengeb&uuml;hren einf&uuml;hren (allerdings musste Rot-Gr&uuml;n diese Ma&szlig;nahme erst einmal vertagen, da sie von einer landesweiten Studentenbewegung in die Schranken gewiesen wurde). Studierende, die l&auml;nger studieren m&uuml;ssen &#8211; zum Beispiel weil sie arbeiten, um das Geld f&uuml;r ihr Studium aufzubringen, oder sich gesellschaftlich engagieren &#8211; sollen demn&auml;chst mit 650 Euro pro Semester zur Kasse gebeten werden. Studiengeb&uuml;hren f&uuml;hren zu noch st&auml;rkerer sozialer Auslese. Schon jetzt nehmen nur 26 Prozent der Kinder, deren Eltern der untersten Einkommensgruppe angeh&ouml;ren, ein Studium auf. Aus der obersten Einkommensgruppe sind es dagegen 45 Prozent.<\/p>\n<p>  Privatisierung ist auch im Bildungsbereich auf dem Vormarsch. Durch die Vergabe von &#8222;Drittmitteln&#8220; bestimmen Konzerne an vielen Hochschulen bereits die Inhalte von Lehre und Forschung. Laut OECD liegt der Anteil privater Mittel im Bildungsbereich bei 18 Prozent. Die Gr&uuml;ndung privater Eliteuniversit&auml;ten, wie der geplanten International Business School in Berlin, dient der Erneuerung wirtschaftlicher und politischer Eliten. F&uuml;r die Masse der Studierenden soll ein Schmalspurstudium ausreichen (Aufteilung in Bachelor- und Master-Studieng&auml;nge). Im Rahmen vom GATS-Abkommen wird die Privatisierung von Bildung international abgestimmt. Es geht den Kapitalisten um viel Geld: Die Unternehmensberatung Meryll Lynch sch&auml;tzt den Wert des Bildungsmarktes auf j&auml;hrlich 2.200 Milliarden US-Dollar, die es f&uuml;r die Konzerne zu erschlie&szlig;en gelte. Mit dem Bologna-Abkommen, das von Bildungsministern in ganz Europa unterzeichnet wurde, sollen Voraussetzungen f&uuml;r die Liberalisierung geschaffen werden &#8211; unter dem Vorwand, die Studienabschl&uuml;sse der einzelnen L&auml;nder vergleichbarer zu machen (unter anderem durch Vereinheitlichung der Abschl&uuml;sse).<\/p>\n<p>  Bildung ist, wie alles andere, im Kapitalismus kein Wert an sich, sondern unterliegt der Verwertungslogik des Kapitals. Die SAV sagt: Bildung ist ein Recht und  kein Privileg! Wir k&auml;mpfen gegen Elitebildung und f&uuml;r einen gleichberechtigten Zugang aller Kinder und Jugendlicher zu &ouml;ffentlichen und kostenlosen Bildungseinrichtungen &#8211; unabh&auml;ngig vom Kontostand der Eltern. Wir wollen aber mehr: eine Demokratisierung des Bildungssystems und eine Gesellschaft, in der alle Menschen lebenslang freien Zugang zu nach ihren Bed&uuml;rfnissen und F&auml;higkeiten ausgerichteter Bildung haben.<\/p>\n<p>  Daf&uuml;r k&auml;mpft die SAV:<\/p>\n<p>  &middot; F&uuml;r ein &ouml;ffentliches und kostenloses Bildungswesen f&uuml;r alle!<\/p>\n<p>  &middot; Gute, kostenlose Lehr- und Lernmittel sowie Ausstattung an Schulen und Hochschulen<\/p>\n<p>  &middot; Nein zum GATS. Nein zum Bologna-Abkommen<\/p>\n<p>  &middot; Nein zu Studiengeb&uuml;hren, auch nicht f&uuml;r Langzeitstudierende oder im Zweitstudium<\/p>\n<p>  &middot; R&uuml;cknahme aller durch die Hintert&uuml;r eingef&uuml;hrten Geb&uuml;hren (zum Beispiel Erh&ouml;hung der Verwaltungsgeb&uuml;hren)<\/p>\n<p>  &middot; Einf&uuml;hrung der integrierten Gesamtschule als Regelschule<\/p>\n<p>  &middot; Einstellung von 25.000 LehrerInnen j&auml;hrlich und Senkung der Klassenst&auml;rke auf maximal 15 Sch&uuml;lerInnen<\/p>\n<p>  &middot; Qualifizierte Ausbildung f&uuml;r jede\/n im gew&uuml;nschten und unbefristete &Uuml;bernahme im erlernten  Beruf. Einf&uuml;hrung einer Ausbildungsplatzabgabe aller Unternehmen. Schaffung von &ouml;ffentlichen, &uuml;berbetrieblichen Ausbildungszentren<\/p>\n<p>  &middot; Keine Privatisierung oder Teilprivatisierung von Schulen und Unis. Bildung raus aus privater Hand<\/p>\n<p>  &middot; Einf&uuml;hrung eines elternunabh&auml;ngigen und darlehensfreien BAf&ouml;G von 800 Euro netto monatlich f&uuml;r alle Studierenden und Sch&uuml;lerInnen<\/p>\n<p>  &middot; Wahl einer kollektiven Leitung an Schulen, Hochschulen und Berufsschulen, zusammengesetzt aus VertreterInnen von LehrerInnen\/DozentInnen, Sch&uuml;lerInnen\/StudentInnen, Eltern und Gewerkschaften<\/p>\n<p>  Keine Profite mit der Gesundheit<\/p>\n<p>  Kapitalismus macht krank. Sowohl Kohl als auch Schr&ouml;der haben nichts getan, um gegenzusteuern. Im Gegenteil. Beide haben der Gesundheitsf&uuml;rsorge st&auml;ndig weitere Schl&auml;ge versetzt. Durch die Einf&uuml;hrung und st&auml;ndige Erh&ouml;hung von Rezeptgeb&uuml;hren und Krankenhaustagegeld, Tagegeld bei Kuren, durch Zuzahlungen bei Zahnersatz, Brillen und vielen anderen &auml;rztlichen Leistungen, wurde die parit&auml;tische Finanzierung de facto ausgehebelt. PatientInnen bezahlen heute 60 Prozent der Behandlungskosten selbst.<\/p>\n<p>  Und was f&uuml;r eine Versorgung bekommen sie daf&uuml;r? 46 von 10.000 S&auml;uglingen sterben im ersten Lebensjahr, in Schweden sind es 29. Ein Drittel aller ArbeiterInnen stirbt vor Erreichen des Rentenalters. Sollte die Rente erreicht sein, geht das Leiden oft erst los: Laut Sch&auml;tzungen sind 20 Prozent aller Menschen &uuml;ber 65 Jahre in Deutschland mangelern&auml;hrt. In Alten- und Pflegeheimen sogar 30 bis 80 Prozent.<\/p>\n<p>  Kein Wunder, ins Gesundheitswesen wird immer weniger investiert. Viele Krankh&auml;user sind in einem maroden baulichen Zustand. Dar&uuml;ber hinaus wurden in den Krankenh&auml;usern seit 1993 60.000 Arbeitspl&auml;tze abgebaut bei gleichzeitiger Erh&ouml;hung der Patienten- beziehungsweise Fallzahlen um 2,7 Millionen. &Auml;rztInnen und Pflegekr&auml;fte sind einem ungeheueren Stress ausgesetzt. Bereitschaftsdienstleistende arbeiten oft bis zu 24 Stunden am St&uuml;ck, manchmal bis zu 36 Stunden. &Auml;rztInnen arbeiten bis zu 80 Stunden in der Woche und m&uuml;ssen massenhaft unbezahlte &Uuml;berstunden leisten. Allein um die g&uuml;ltigen Gesetze einzuhalten, ist die Einstellung von mindestens 15.000 &Auml;rztInnen und 20.000 Pflegekr&auml;ften n&ouml;tig. Die Arbeitsbedingungen in den Krankenh&auml;usern bedrohen die Gesundheit der Besch&auml;ftigten und das Leben der PatientInnen.<\/p>\n<p>  2003 beginnt die Umstrukturierung in den Krankenh&auml;usern, ab 2007 sollen Krankenh&auml;user f&uuml;r jede\/n Patient\/in einen pauschalen Betrag erhalten. F&uuml;r jedes Krankheitsbild wurde ein solcher Betrag errechnet. Eine Blinddarmoperation kostet dann zum Beispiel rund 1.800 Euro, egal ob PatientInnen f&uuml;nf oder zehn Tage im Krankenhaus liegen.<\/p>\n<p>  Auf dem deutschen Gesundheitsmarkt werden j&auml;hrlich circa 250 Milliarden Euro umgesetzt, hier ist also viel Geld zu verdienen.<\/p>\n<p>  Die Teilprivatisierung der Rentenversicherung war der von den Unternehmern viel gefeierte gro&szlig;e Wurf von SPD und Gr&uuml;nen. Das soll jetzt nach und nach auf das gesamte Sozialsystem &uuml;bertragen und ausgebaut werden. Begr&uuml;ndet wird das im Gesundheitswesen mit der angeblichen &#8222;Kostenexplosion&#8220;. Das ist eine L&uuml;ge. Es gibt in erster Linie ein Einnahmen-, kein Ausgabenproblem bei der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Ausgaben sind seit 1980 &#8211; prozentual zum produzierten gesellschaftlichen Reichtum &#8211; weitgehend konstant geblieben. Aber die Einnahmen sind gesunken: Zum einen durch Beitragsausf&auml;lle in der Folge von Massenarbeitslosigkeit, zum anderen durch die allm&auml;hliche Verabschiedung der Unternehmer aus der Finanzierung des Sozialstaates. Das ehemals parit&auml;tische (zu gleichen Teilen) von Unternehmern und Besch&auml;ftigten finanzierte Gesundheitswesen wird jetzt schon zum weitaus gr&ouml;&szlig;eren Teil aus den Taschen der Arbeitenden bezahlt.<\/p>\n<p>  Was nach den Bundestagswahlen droht ist die Aufteilung der Leistungen der Krankenkassen in Wahl- und Pflichtleistungen. Egal ob unter Schr&ouml;der oder unter Stoiber. Der einzige Unterschied: Stoiber sagt es jetzt schon offen. Nur eine medizinische Mindestversorgung soll noch &uuml;ber die Pflichtversicherung abgesichert werden. Wer sich das nicht leisten kann hat Pech gehabt. Demn&auml;chst wird man die Gehaltsh&ouml;he also gleich am Gebiss erkennen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>  Daf&uuml;r k&auml;mpft die SAV:<\/p>\n<p>  &middot; R&uuml;cknahme aller bisherigen Verschlechterungen (Eigenbeteiligungen, Fallpauschalen etc.)<\/p>\n<p>  &middot; Keine weiteren Verschlechterungen (Privatisierungen, Personalabbau etc.)<\/p>\n<p>  &middot; Nein zur Privatisierung der Krankenversicherung<\/p>\n<p>  &middot; F&uuml;r eine Gesundheitsreform im Interesse der Mehrheit (Gleichbehandlung aller PatientInnen, verbesserte Zusammenarbeit von station&auml;rer und ambulanter Versorgung etc.)<\/p>\n<p>  &middot; Massives staatliches Investitionsprogramm zur Sanierung von Krankenh&auml;usern, zur F&ouml;rderung der Gesundheitsvorsorge und  Forschung. Finanzierung eines solchen Programms durch Steuern auf die Profite von Pharmakonzernen, Banken und Versicherungen<\/p>\n<p>  &middot; Statt Konkurrenz unter den Krankenkassen: Zusammenf&uuml;hrung aller Krankenkassen zu einer einzigen &ouml;ffentlichen Krankenkasse bei Arbeitsplatzgarantie f&uuml;r alle Besch&auml;ftigten<\/p>\n<p>  &middot; Ziel ist ein f&uuml;r PatientInnen kostenloses staatliches Gesundheitswesen finanziert durch die Gewinne der Banken und Konzerne<\/p>\n<p>  &middot; &Uuml;berf&uuml;hrung der Pharma-, Bio- und Gentechnikkonzerne sowie der Medizinger&auml;teindustrie in Gemeineigentum. Demokratische Kontrolle und Verwaltung durch gew&auml;hlte VertreterInnen der Besch&auml;ftigten und der Allgemeinheit<\/p>\n<p>  &middot; Keine &uuml;berbezahlten und korrupten Manager in Krankenh&auml;usern, Gesundheits&auml;mtern, Krankenkassen und sonstigen Gesundheitseinrichtungen. Demokratische Wahl aller Personen mit Leitungsfunktionen durch Besch&auml;ftigte und Allgemeinheit<\/p>\n<p>  &middot; Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen, die nicht krank machen<\/p>\n<p>  Gegen Krieg und globalen Kapitalismus<\/p>\n<p>  &#8222;Der II. Weltkrieg kostete 54 Millionen Menschen das Leben. Heute sterben j&auml;hrlich 52 Millionen am Hunger und den Folgen von Hunger und Unterern&auml;hrung: F&uuml;r die V&ouml;lker in den unterentwickelten L&auml;ndern hat der III. Weltkrieg l&auml;ngst begonnen&#8220; (Jean Ziegler, UN-Sonderbeauftragter f&uuml;r Ern&auml;hrung).<\/p>\n<p>  Das ist nicht &#8222;h&ouml;here Gewalt&#8220;. Daf&uuml;r gibt es Verantwortliche. Verantwortlich sind diejenigen, die den Globus beherrschen: eine Handvoll multinationaler Konzerne und Banken. Mit Hilfe der politischen und milit&auml;rischen Macht der entwickelten kapitalistischen Staaten, in denen sie ihre Basis haben, beuten sie die nat&uuml;rlichen und menschlichen Ressourcen der Welt aus &#8211; einzig und allein auf der Jagd nach Profiten. In den internationalen Institutionen &#8211; Internationaler W&auml;hrungsfonds (IWF), Weltbank, Welthandelsorganisation (WTO) &#8211; haben die Vertreter der wirtschaftlich m&auml;chtigsten Staaten das Sagen. Diese Einrichtungen werden dazu benutzt, wirtschaftlich schw&auml;chere L&auml;nder zu zwingen, ihre M&auml;rkte der &uuml;berlegenen internationalen Konkurrenz gegen&uuml;ber zu &ouml;ffnen, den staatlichen Sektor zu privatisieren, Sozialleistungen abzubauen und den multinationalen Konzernen beste Ausbeutungsbedingungen zu garantieren. Das ist der Zweck dieser Institutionen. Sie k&ouml;nnen nicht &#8222;reformiert&#8220; oder &#8222;demokratisiert&#8220; werden.<\/p>\n<p>  Wenn sich L&auml;nder diesem Diktat nicht beugen, wenden die imperialistischen Staaten notfalls milit&auml;rische Mittel an, um die Interessen ihrer Konzerne durchzusetzen. Egal wie sie im Einzelfall gerechtfertigt und begr&uuml;ndet werden &#8211; die Kriege des Imperialismus dienen dem Erhalt der weltweiten Ausbeutungsbedingungen. <\/p>\n<p>  Die ehemaligen Antikriegsparteien SPD und Gr&uuml;ne haben es in den nur vier Jahren ihrer Regierung geschafft, Deutschland wieder zu einem milit&auml;rischen Global Player zu machen. Soldaten der Bundeswehr stehen und k&auml;mpfen unter anderem in Afghanistan, Bosnien, am Horn von Afrika und in Kuwait. Diese Eins&auml;tze dienen nicht irgendwelchen humanit&auml;ren Zwecken, sondern den &ouml;konomischen und strategischen Interessen der deutschen Kapitalisten.<\/p>\n<p>  Weltweit ist in den letzten Jahren eine Bewegung gegen die globale Ausbeutung entstanden. Sie richtet sich gegen die Dominanz der Finanzm&auml;rkte, die Politik der internationalen Institutionen und die Kriegspolitik der Herrschenden. Die SAV und das Komitee f&uuml;r eine Arbeiterinternationale (CWI) sind Teil dieser Bewegung. SAV-Mitglieder sind aktiv beim Aufbau von Attac und widerstand international! (wi!) beteiligt. Bei Attac, wi! und anderen Strukturen und Organisationen argumentieren wir f&uuml;r ein sozialistisches Programm als konsequente Alternative zum globalisierten Kapitalismus.<\/p>\n<p>  Daf&uuml;r k&auml;mpft die SAV:<\/p>\n<p>  &middot; Gemeinsamer internationaler Kampf gegen Sozialabbau und Privatisierung<\/p>\n<p>  &middot; Sofortige, bedingungslose und komplette Schuldenstreichung f&uuml;r die armen L&auml;nder<\/p>\n<p>  &middot; F&uuml;r die Aufl&ouml;sung von IWF, Weltbank und WTO<\/p>\n<p>  &middot; Nein zum Europa der Banken und Konzerne<\/p>\n<p>  &middot; Gegen Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr<\/p>\n<p>  &middot; Stopp von R&uuml;stungsexporten durch &Uuml;berf&uuml;hrung der R&uuml;stungsindustrie in Gemeineigentum und Umstellung auf zivile Produktion<\/p>\n<p>  Schluss mit der Diskriminierung von Frauen<\/p>\n<p>  Die kapitalistische Gesellschaft ist frauenfeindlich: allt&auml;gliche Gewalt, keine Selbstbestimmung &uuml;ber den eigenen K&ouml;rper, erniedrigende und sexistische Darstellung in Medien und Werbung und niedrige L&ouml;hne.<\/p>\n<p>  Auch in Deutschland sind Frauen weit davon entfernt, M&auml;nnern gleichgestellt zu sein. Frauen verdienen im Durchschnitt 20 Prozent weniger als ihre m&auml;nnlichen Kollegen. 72 Prozent aller Frauen beziehen kein existenzsicherndes Einkommen. Berufe, in denen mehrheitlich Frauen arbeiten, sind zumeist st&auml;rker von Deregulierung und Flexibilisierung betroffen &#8211; mit schlechterer rechtlicher und tariflicher Absicherung f&uuml;r die Besch&auml;ftigten. Diese Branchen und Berufe dienen den Unternehmern als Einfallstor zur Untergrabung der Tarife auch in anderen Bereichen.<\/p>\n<p>  Arbeitende Frauen sehen sich immer noch einer Mehrfachbelastung aus Arbeit, Haushalt, sowie Kindererziehung und Altenpflege ausgesetzt. Im Alter erhalten Frauen eine erheblich niedrigere Rente als M&auml;nner.<\/p>\n<p>  An der Situation von Frauen hat sich unter Rot-Gr&uuml;n kaum etwas verbessert. Das formale Recht auf einen Kindergartenplatz wird durch K&uuml;rzungen bei Kitas und Kinderg&auml;rten auf kommunaler Ebene konterkariert. Frauen sind die ersten Opfer der wirtschaftlichen Krise: H&auml;ufig werden Frauenarbeitspl&auml;tze als erste vernichtet und der Ruf nach &#8222;Frau an Heim und Herd&#8220; wird wieder lauter. M&uuml;tter werden von b&uuml;rgerlichen Medien und Politikern f&uuml;r Kriminalit&auml;t und Bildungsdefizite von Jugendlichen verantwortlich gemacht. <\/p>\n<p>  In den Medien und durch die Werbestrategien vieler Konzerne wird ein Frauenbild geschaffen, das diese als Objekt darstellt und damit zur Ware deklariert. Der propagierte Sch&ouml;nheitswahn setzt Frauen immer st&auml;rker unter Druck. Gewalt gegen Frauen ist allt&auml;glich. Jede dritte Frau wird in ihrem Leben mindestens einmal Opfer von Sexualgewalt, jede vierte wird als Erwachsene vergewaltigt. In Deutschland schl&auml;gt alle 17 Sekunden ein Mann eine Frau, meist seine &#8222;Partnerin&#8220;. Weibliche Gewaltopfer haben trotz einiger rechtlicher Verbesserungen nach wie vor wenig Hilfe vom Staat zu erwarten. Frauenh&auml;user fallen dem Rotstift in den Kommunen zum Opfer. Die Trennung von einem (gewaltt&auml;tigen) Mann bedeutet f&uuml;r viele Frauen den Schritt in die soziale Unsicherheit.<\/p>\n<p>  Im Kapitalismus wird Sexualit&auml;t genau wie alle anderen Bereiche des Lebens zur Ware gemacht. Mir der Prostitution wird der Warencharakter von Frauenk&ouml;rpern auf die Spitze getrieben. Es gibt in Deutschland mehr Prostituierte als Lehrerinnen. In der Regel sind es soziale Notlagen, die Frauen zwingen ihren K&ouml;rper zu verkaufen. Aber die 40 Milliarden Euro, die in der BRD j&auml;hrlich mit Prostituierten umgesetzt werden, flie&szlig;en zum Gro&szlig;teil nicht in die Taschen der Frauen, sondern in die der Zuh&auml;lter.<\/p>\n<p>  Frauendiskriminierung dient der Aufrechterhaltung des kapitalistischen Systems. Frauen leisten den gr&ouml;&szlig;ten Teil der unbezahlten (Haus-)Arbeit. Die soziale Spaltung zwischen Frauen und M&auml;nnern dient auch der &#8222;Teile und Herrsche&#8220;-Politik. 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